Imker werden – Was muss ich beachten?

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Imker werden – Was muss ich hierbei beachten?

Imker zu werden erfreut sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, Hobbyimker zu werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die mediale und gesellschaftliche Präsenz, die die Themen Bienensterben und Umweltschutz derzeit erfahren, sind ein unterstützender Faktor. Doch was muss man beachten, wenn man den Entschluss gefasst hat, Imker zu werden?

Rechtliche Voraussetzungen

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch hat grundsätzlich jeder das Recht, auf seinem Grundstück Bienen zu halten. Nach §1a der Bienenseuchen-Verordnung muss jeder, der Bienen halten möchte, dies spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes mitteilen. Die Bienenseuchen-Verordnung hält die allgemeinen Pflichten von Imkern sowie spezifische Maßnahmen bei Auftreten von Bienenseuchen fest.

Körperliche Voraussetzungen

Um die Tätigkeiten eines Imkers gewissenhaft und gefahrlos ausüben zu können, sind ein paar körperliche Voraussetzungen erforderlich. Ein Bienenvolk wiegt rund 45 kg, wenn es für den Winter gefüttert ist. Eine volle Honigzarge wiegt 25 kg. Auch die Geräte können schwer sein. Deshalb ist es wichtig, dass genügend Kraft und Ausdauer vorhanden sind.

 

Außerdem kann es beim Imkern auch mal zu einem Bienenstich kommen. In der Regel passiert das nicht häufig, aber man sollte sich dessen im Vorhinein dennoch bewusst sein. In den meisten Fällen sind Bienenstiche ungefährlich. Leidet man jedoch unter einer Allergie gegen Bienenstiche, sollten zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Eine Bienengiftallergie bedeutet nicht unbedingt das Aus für den Traum des Imkerns. Es ist jedoch ratsam, den Arzt zu konsultieren, um gesundheitliche Risiken besser einschätzen zu können und zu minimieren.

Charakterliche Voraussetzungen

Neben den körperlichen müssen auch einige charakterliche Voraussetzungen beachtet werden. Das Halten von Bienen erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Der Imker trägt die Verantwortung für die eigenen Bienen, aber indirekt auch für andere Bienenvölker. Denn wenn der Gesundheit und Seuchenvermeidung im eigenen Bienenvolk nicht oberste Priorität eingeräumt wird, so können sich Krankheiten sehr schnell verbreiten.

Imker müssen zudem Interesse und Freude an der Natur und der Imkerei haben. Ohne dieses Interesse würde es schwer fallen, die notwendige Lernbereitschaft, das Durchhaltevermögen und die Sorgfalt aufzubringen. Man sollte unbedingt viel Zeit investieren, um sich das relevante Hintergrundwissen anzueignen, bevor man sich ein Bienenvolk zulegt. Der Lernprozess hört nicht auf: so gibt es im ersten Jahr als Imker in der Regel noch keine Honigernte, dafür hat man Zeit, um sich mit den grundlegenden Arbeiten vertraut zu machen. Später, wenn die Bienen ausfliegen und die erste Honigernte ansteht, müssen weitere Dinge dazugelernt werden. Dabei kann es hilfreich sein, Kontakte zu Imkern aus der Nachbarschaft oder dem lokalen Imkerverein zu knüpfen. So kann man von den Erfahrungen anderer profitieren und findet sogar gleich Leute, die das Hobby teilen.

 

Leider müssen Imker heutzutage auch eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen, denn Pestizide, Krankheiten und die Varroamilbe bedrohen die Bienen zunehmend. Mit diesen Themen müssen sich Bienenhalter zwangsläufig auseinandersetzen, um ihr Bienenvolk so gut wie möglich schützen zu können.

Kosten und zeitlicher Aufwand

Möchte man Bienen halten, so fallen für das Anschaffen der Bienenvölker, Material und ggf. einen Imkerkurs Kosten an. Für zwei Bienenvölker und erstes Zubehör liegen diese bei rund 1000 Euro, bei drei Bienenvölkern sind es ca. 1500 Euro.

 

Außerdem können zusätzlich Kosten für eine Schutzausrüstung, bestehend aus Imker-Jacke, Hut mit Schleier und Schutzhandschuhen, entstehen.

Wie auch andere Hobbys erfordert das Imkern einen gewissen Zeitaufwand. Insbesondere am Anfang, wenn man noch unerfahren ist, muss Zeit investiert werden, um die Grundlagen zu erlernen. Mit der Zeit und zunehmender Erfahrung werden die Handgriffe jedoch geübter und es kommt weniger gänzlich Unbekanntes dazu. Nach rund ein bis zwei Jahren sind die meisten Imker mit der Beschäftigung grundsätzlich gut vertraut.

 

Auch muss sich ein Imker bewusst sein, dass es gewisse Tätigkeiten gibt, die zeitlich unflexibel sind. Das liegt daran, dass Bienen sehr stark mit dem Jahresrhythmus leben.

Standort

Bevor man sich ein Bienenvolk anschafft, muss man einen geeigneten Standort finden. Dieser muss über ein breites Angebot an blühenden Pflanzen über die gesamte Bienensaison hinweg verfügen. In vielen Regionen findet man leider vor allem Monokulturen, die sich nicht als Standort für Bienen eignen.

Folgende Faktoren sollte der Standort idealerweise erfüllen:

 

  • sonnig
  • warm
  • windgeschützt
  • Flugloch nach Süden/Südwesten ausgerichtet
  • Mindestabstand von Flugloch zur Grundstücksgrenze
  • leichte Zugänglichkeit für das Transportieren von notwendigem Material
  • Wasserquelle

Nach sorgfältiger Abwägung aller relevanten Aspekte steht dem Imker werden nichts mehr im Weg. Die Entscheidung für dieses Hobby sollte nicht leichtfertig getroffen werden, da es mit einem hohen Maß an Verantwortung für viele Lebewesen einhergeht. Ist man jedoch überzeugt, diese Herausforderung meistern zu können, so ist es ein wunderbares und sinnvolles Hobby.

 

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