Die Varroamilbe und ihre Bekämpfung 

Eine der größten Bedrohungen für das Leben der Bienen ist die Varroamilbe (Varroa destructor ). Vor allem die westliche Honigbiene (Apis mellifera) leidet stark unter ihrer Bedrohung. Die Varroamilbe wird häufig im Zusammenhang mit dem Bienensterben genannt. 1970 gelangte sie über Asien nach Europa und richtet seitdem erheblichen Schaden an.

Darum ist die Varroamilbe so gefährlich!

Jeder Imker kennt und fürchtet sie. Die Varroamilbe lebt als Parasit im Bienenstock oder auf der Honigbiene selber bzw. auf deren Larven. Das Problem der westlichen Honigbiene besteht darin, dass sie den Parasiten, anders als die japanische Honigbiene, nicht eigenständig bekämpfen können und somit auf Hilfe angewiesen sind.
 
Den Ursprung hat die Varroamilbe in Südostasien. Dort lebte sie mit der östlichen Honigbiene (apis cerana). Durch das langjährige Zusammenleben hat sich die östliche Honigbiene an die Schädlinge angepasst und gelernt, mit dem Befall der Parasiten umzugehen.
 
In den 80er Jahren hat sich die Varroamilbe von Asien aus auf die ganze Welt verbreitet. Somit ist heutzutage jeder Imker mit der Bekämpfung der Varroamilbe konfrontiert. Doch warum ist sie so gefährlich für die Bienen?
 
Die 1,1 mm großen Parasiten greifen direkt das Immunsystem der Honigbiene an und richten damit immensen Schaden an. Dabei haben Forscher in einer neuen Studie entdeckt, dass die Varroamilbe die Bienen anders angreifen als bisher gedacht. Bis vor Kurzem wurde vermutet, dass das Blut (Hämolymphe) ausgesaugt wird. Neue Erkenntnisse haben gezeigt, dass die Fettkörper der Bienen angegriffen werden.
 
Der Fettkörper der Honigbiene verrichtet dabei die Funktionen einer Leber. Sie speichert Nahrung, stärkt das Immunsystem und entgiftet den Organismus. Für den Bienenbefall gibt es verschiedene
Anzeichen. So zeigt der Bienennachwuchs Störungen bei der Entwicklung und viele der gerade erst geschlüpften Bienen sterben nach kurzer Zeit. Zudem weisen erwachsene Bienen ein geschwächtes Immunsystem auf. Durch die Schädigung des Fettkörpers (Leber) ist es den Bienen nicht möglich, ihren Körper vollständig zu entgiften. Somit sind sie anfälliger für Krankheiten, welche sich zusätzlich noch noch schnell im Bienenstock verbreiten. Eine Gefähdung von Bienevölkern durch die Varroamilbe geht darüber hinaus davon aus, dass Varroa destructor verschiedene Arten von Viren, z.B. den Flügeldeformationsvirus (DWV) in den Stock einschleppt und dadurch zum Absterben von Brut und zu Völkerverlusten führen kann.

So bekämpfen Sie die Varroamilbe!

Eine effektive Bekämpfung der Varroose ist mithilfe von ​organischen Säuren (Ameisensäure, Milchsäure, Oxalsäure) und ätherischen Ölen (z.B.ApiLife VAR) auf der Basis entsprechender Behandlungskonzepte möglich. Wie die einzelnen Mittel bei der Bekämpfung der Varroamilbehelfen werden, wird im weiteren Verlauf geklärt.
 
Ameisensäure: Der bekannteste Wirkstoff gegen die Varroamilbe ist die Ameisensäure. Sie wird mit Hilfe geeigneter Applikatoren (Verdunstungshilfen) in die Bienenvölker eingebracht. Der Dampf der Säure ist im Gegensatz zu Luft schwerer, sinkt deshalb nach unten und füllt den Bienenstock mit einer bestimmten Konzentration an Ameisensäure. Ist diese erreicht, können die Milben nicht mehr
richtig atmen und sterben Die Konzentration, bei der die Varroamilbe stirbt, ist dabei für die sich in dem Bienenstock befindenden Honigbienen ungefährlich. Bei der Nutzung der Ameisensäure zur Bekämpfung der Varroamilbe ist der Zeitpunkt zu beachten. Sie sollte nur nach der Tracht, das bedeutet nach der letzten Honigernte eingesetzt werden, um den produzierten Honig nicht zu schädigen.
 
ApiLife VAR: ApiLife VAR – das sind imprägnierte Streifen für den Bienenstock zur Bekämpfung der Varroamilbe. Dabei wird mit einer Mischung ätherischer Öle gearbeitet. Genutzt werden
Thymol, Eukalyptusöl, Menthol und Kampfer. In den Bienenstock eingelegt entfalten die Streifen durch Verdunstung der ätherischen Öle synergistischen Effekte gegen den Milbenbefall. Durch die verdunsteten Wirkstoffe werden die Varroamilben irritiert fallen von den betroffenen Bienen ab und verlassen den Stock. Letztendlich verhungert ein Großteil von ihnen. Nutzen sie ApiLife VAR nicht während der Tracht. Dies kann den Geschmack und die Qualität des Honigs in negativer Weise beeinflussen.
 
Milchsäure: Die organische Säure trägt durch das direkte Besprühen der mit Bienen besetzte Waben zur Bekämpfung der Varroamilbe bei. Dabei konzentriert sich die Bekämpfung mit Milchsäure auf die befallenen Arbeiterinnen. Somit sollte die Milchsäure nur in der brutfreien Zeit eingesetzt werden. Es sollte auch beachtet werden, dass die Außentemperatur nicht zu niedrig ist, um die Bienen vor dem Auskühlen zu schützen, denn die Waben werden einzeln aus dem Stock herausgenommen.
 
Oxalsäuredihydrat-Lösung: Die Behandlung mit einer gebrauchsfertigen Mischung aus 3,5% iger Oxalsäuredihydrat-Lösung und Saccharose-Pulver gehört zur Spätherbst/Winterbehandlung zu einem der häufigsten und sehr effektiven Verfahren zur Bekämpfung der Varroamilbe. Dabei erhöht der Zucker die Wirkung der Säure, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Die Bienen werden direkt mit der Lösung beträufelt oder besprüht. Bis zu 90% der Milben werden dadurch abgetötet.

Bienen Gesundheit

In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.
 
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Pflichtangaben
Ameisensäure 60% ad us. vet., Lösung für Bienen Anwendungsgebiete: Varroose der Honigbiene (Apis mellifera).
Wartezeit: Honig: Anwenden nach der letzten Honigernte des Jahres.
Warnhinweise: Die Lösung verursacht Verätzungen! Dämpfe nicht einatmen! Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren. Bei Unfall und Unwohlsein sofort Arzt hinzuziehen. Beim Arbeiten mit Ameisensäure sind Schutzhandschuhe zu tragen. Vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren. Nicht aufgebrauchte Mengen von Ameisensäure 60% ad us. vet. sind vor dem Entsorgen stark mit Wasser zu verdünnen (mindestens im Verhältnis 1:10)
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.
 
Milchsäure 15% ad us. vet. Lösung für Bienen.
Anwendungsgebiete: Varroose (Erreger: Varroa destructor (früher: Varroa jacobsoni Oud.)) der Honigbiene (Apis mellifera).
Wartezeit: Bei Spätherbst-/Winterbehandlung keine; bei Sommerbehandlung erst die Honigernte der Tracht des Folgejahres nutzen.
Warnhinweise: Die Lösung kann Haut und Augen reizen. Sprühnebeldämpfe nicht einatmen. Das versehentliche Einatmen saurer Sprühnebel kann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen führen. Beim Arbeiten mit Milchsäure sind daher Schutzhandschuhe, Schutzbrille und ggf. Halbmasken mit Filter (A1P2 oder A2P2) zu tragen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.
 
Oxalsäuredihydrat- Lösung 3,5% (m/V) ad us. vet. Lösung und Saccharose- Pulver zum Mischen vor Gebrauch für Bienen zur Träufelbehandlung im brutfreien Bienenstock.
Anwendungsgebiete: Zur Behandlung der Varroose (Varroa destructor) der Honigbiene (Apis mellifera) in der brutfreien Zeit (Spätherbst). Wartezeit: Nach Behandlung darf Honig erst im darauf folgenden Frühjahr gewonnen werden.
Warnhinweise: Oxalsäuredihydrat-Lösung ist gesundheitsgefährdend! Die Oxalsäuredihydrat-Lösung und die fertige Gebrauchslösung können Haut und Augen reizen. Beim Arbeiten mit Oxalsäuredihydrat-haltigen Lösungen sind daher säurefeste Schutzhandschuhe und Schutzbrille zu tragen. Bei Unfall oder Unwohlsein sofort einen Arzt hinzuziehen. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Schwangere Frauen sollen nicht in Kontakt mit Oxalsäuredihydrat kommen.
Pharmazeutischer Unternehmer: Serumwerk Bernburg AG, Hallesche Landstraße 105 b, 06406 Bernburg
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.
 
APILIFE VAR Imprägnierte Streifen für den Bienenstock für Honigbienen.
Anwendungsgebiete: Behandlung von Varroose bei Honigbienen verursacht durch Varroa destructor.
Wartezeit: Honig: 0 Tage. Nicht anwenden während der Tracht, um eine Beeinträchtigung des Honiggeschmacks zu vermeiden.
Warnhinweise: Direkten Haut- und Augenkontakt vermeiden, da es bei einem Kontakt von Thymol mit Haut oder Augen zu Reizungen kommen kann. Beim Umgang mit dem Tierarzneimittel undurchlässige Handschuhe und die übliche Schutzausrüstung tragen. Nach der Anwendung Hände und jegliches Material, das mit dem Streifen in Berührung gekommen ist, mit Wasser und Seife reinigen. Bei Kontakt mit der Haut den betroffenen Bereich gründlich mit Wasser und Seife waschen. Bei Augenkontakt die Augen mit reichlich klarem, fließendem Wasser ausspülen und unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Nicht inhalieren. Pharmazeutischer Unternehmer: CHEMICALS LAIF S.P.A., Viale dell’Artigianato, 13, 35010 VIGONZA Italien
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Tierarzt oder Apotheker.