Tropilaelaps-Milbe: Herkunft, Symptome und Bekämpfung

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Tropilaelaps-Milbe: Herkunft, Symptome und Bekämpfung

Honig- und Wildbienen sind täglich vielen Gefahren ausgesetzt, die von natürlichen Feinden bis hin zur Nahrungsknappheit reichen. Auch Parasiten wie die Varroamilbe stellen eine erhebliche Belastung für Bienenvölker dar.

 

Durch den Import von Waren und Produkten aus anderen Ländern kommen mit der Zeit neue Schädlinge und Krankheiten nach Europa. Zu ihnen zählt auch die Tropilaelaps-Milbe (Tropilaelaps mercedesae), die als ernstzunehmende Bedrohung für die Bienenvölker in Europa gilt.

Verschiedene Gläser und Flaschen mit gelbem fermentiertem Honig auf einem Holztisch. Im Vordergrund sind frische Zitronenscheiben und Ingwerwurzeln zu sehen, die auf die natürlichen Zutaten und Aromen der Fermentation hindeuten.

Wann wurde die Tropilaelaps-Milbe in Europa entdeckt?

Im Jahr 2024 wurden erstmals Tropilaelaps-Milben in Georgien nachgewiesen. Gleichzeitig breitete sich der Parasit auch in der Region Krasnodar (Russland) rasant aus, wo erhebliche Verluste von Bienenvölkern gemeldet wurden.

 

Experten gingen lange davon aus, dass die Milbe in Europa keine Gefahr darstellen würde, da die winterliche Brutpause der europäischen Honigbienen ihre Ausbreitung stark begrenzt. Neuere Beobachtungen und wissenschaftliche Studien deuten allerdings darauf hin, dass sich der Parasit an die europäischen Klimabedingungen angepasst haben könnte und sich dadurch weiter ausbreiten kann.

Woher stammt die Tropilaelaps-Milbe?

Die Tropilaelaps-Milbe hat ihren Ursprung in Südostasien. Dort stellt sie seit der Einführung der europäischen Honigbiene (Apis mellifera) ein bekanntes Problem für die Imkerei dar. Ursprünglich parasitierte die Tropilaelaps-Milbe vor allem die Riesenhonigbiene (Apis dorsata). Im Laufe der Evolution entwickelten die Riesenhonigbienen aber Strategien, um sich vor der Milbe zu schützen. Dazu gehört unter anderem häufiges Schwärmen. Die befallene Brut bleibt zurück, wodurch die Milben weitgehend aus dem neuen Volk entfernt werden.

 

Mit der Einführung der europäischen Honigbiene (Apis mellifera) in Südostasien wechselte die Milbe zunehmend auf diesen neuen Wirt.

 

Deshalb stehen Imker in betroffenen Regionen vor großen Herausforderungen:

  • Bienenvölker müssen mehrmals pro Jahr gegen Tropilaelaps-Milben behandelt werden.
  • Ohne geeignete Bekämpfungsmaßnahmen kann der Parasit Bienenvölker innerhalb kurzer Zeit erheblich schwächen.
  • In einigen Regionen werden aufgrund fehlender zugelassener Behandlungsmittel auch alternative, teilweise nicht zugelassene Präparate eingesetzt.

Wie beeinträchtigt die Tropilaelaps-Milbe das Bienenvolk?

Tropilaelaps-Milben setzen fast die gleiche Strategie wie die allseits bekannte Varroamilbe ein. Allerdings gibt es zwischen den gefährlichen Milbenarten einige Unterschiede.

 

  • Die verdeckelte Bienenbrut wird von der Tropilaelaps-Milbe befallen.
  • Um sich fortzupflanzen, benutzen sie die Entwicklungsphase der Larven.
  • Noch vor dem Verschließen der Brutzelle dringt die weibliche Milbe ein.
  • Wenn die Bienenlarve heranwächst, schädigt der Parasit sie dabei.
  • Durch mehrfaches Stechen überträgt die Milbe die Krankheitserreger.

 

Unterschiede zwischen Varroamilbe und Tropilaelaps-Milbe:

  • Die Tropilaelaps-Milbe vermehrt sich deutlich schneller als die Varroa-Milbe.
  • Während Varroamilben in einer Brutzelle durchschnittlich 1,6 Nachkommen hervorbringen, sind es bei Tropilaelaps etwa 3 Nachkommen.
  • In Drohnenzellen steigt die Zahl sogar auf durchschnittlich 4,5 Nachkommen.
  • Nach dem Verlassen einer Brutzelle sucht die Milbe sofort nach einer neuen Wirtszelle.
  • Bereits wenige Stunden nach dem Verlassen einer Brutzelle kann sie eine weitere Brutzelle befallen. In der neuen Zelle startet sie anschließend mit der Fortpflanzung.
  • Die Varroamilbe verbleibt dagegen deutlich länger auf erwachsenen Bienen, bevor sie erneut in eine Brutzelle eindringt.

Woran erkennt man die Tropilaelaps-Milbe?

  • Größe und Aussehen: Tropilaelaps-Milben sind etwa ein Drittel so groß wie Varroa-Milben und besitzen einen länglichen Körperbau.
  • Bewegung: Die Milben bewegen sich schnell über die Waben. Mit bloßem Auge sind sie daher nur schwer zu erkennen.
  • Nachweis: Imker können Tropilaelaps-Milben mithilfe der Puderzucker-Methode oder durch das Auswaschen mit Alkohol von den Bienen lösen und nachweisen.
  • Erkennung im Bienenstock: Auch auf dem Bodenschieber können Milben entdeckt werden. Häufig ist dafür eine Lupe erforderlich, da sie leicht mit Pollenrückständen oder anderen Ablagerungen verwechselt werden können.
  • Folgen eines starken Befalls: Ein fortgeschrittener Befall zeigt sich durch verkrüppelte Bienen, geöffnete Brutzellen und geschädigte Brut.
  • Gefahr für das Volk: Bei einem starken Befall kann das Bienenvolk massiv geschwächt werden und ein Zusammenbruch ist häufig nicht mehr abzuwenden.

Wie bekämpft man die Tropilaelaps-Milbe?

In betroffenen Regionen kommen verschiedene Verfahren zur Eindämmung der Tropilaelaps-Milbe zum Einsatz. Welche Maßnahmen angewendet werden, hängt von den jeweiligen nationalen Zulassungen und den örtlichen Gegebenheiten ab.

 

Mögliche Bekämpfungsmaßnahmen:

  • organische Säuren (z. B. Ameisensäure)
  • Thymolpräparate
  • synthetische Akarizide (je nach Land und Zulassung)
  • gezielte Brutunterbrechungen
  • künstliche Brutpausen
  • regelmäßige Kontrolle des Befalls

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