Die Steinhummel

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Die Steinhummel – eine kurze Vorstellung

Die Steinhummel (Bombus lapidarius) verdankt ihren Namen ihrem bevorzugten Nistplatz, der sich meist unter Steinhaufen oder in Mauern befindet. Möchte man im eigenen Garten also etwas für die Hummel tun, ist es sinnvoll, einen Steinhaufen anzulegen. Ihr Nutzen als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen ist von enormer Bedeutung.

Erkennungsmerkmale

Die Königin der Steinhummel kann eine Körperlänge von 20 bis 22 Millimetern erreichen. Im Vergleich dazu sind die Drohnen mit einer Körperlänge von 14 bis 16 Millimetern und die Arbeiterinnen mit einer Körperlänge von 12 bis 16 Millimetern deutlich kleiner. Die weiblichen Tiere der Steinhummel sind an ihrem samt-schwarzen Körper mit einer typisch rotbraunen Hinterleibsspitze zu erkennen. Die männlichen Steinhummeln, die nur kurzzeitig im Sommer auftreten, ähneln den weiblichen Tieren in der Grundfarbe, weisen jedoch zusätzlich gelbe Streifen und ein gelbes Haarbüschel zwischen ihren Augen auf. Wie zahlreiche andere Wildbienenarten gehört die Steinhummel zu der Insektenordnung der Hautflügler.

Die Steinhummel gehört zu den kurzrüsseligen Hummelarten, die sich bei ihren Sammelflügen bis zu drei Kilometer vom Nest entfernen können. Diese beachtliche Sammelleistung führt jedoch dazu, dass die Sammlerinnen durchschnittlich nur 19 Tage alt werden.

Lebensraum und Vorkommen

In Deutschland kann man die Steinhummel sowohl in urbanen Gebieten als auch auf dem Land finden. Insbesondere Waldränder, Trockenrasen und Brachflächen – häufig im Siedlungsbereich werden von der Hummelart als Lebensraum genutzt.

 

In Bezug auf ihren Nistplatz gilt die Steinhummel als flexibel. So nistet sie in verlassenen Nestern von Mäusen am Boden, zwischen Totholzhaufen und Steinen. Gelegentlich findet man sie auch in oberirdisch gelegenen Felsspalten, Mauerlöchern, Komposthaufen oder aufgegebenen Vogelnestern sowie in Hummelkästen.

 

Das kleine Volk der Steinhummel besteht meist aus 100 bis 300 Tieren. Der Staat setzt sich dabei aus einer Königin und den bis zu 300 Arbeiterinnen und Drohnen zusammen. Im Jahr fliegt diese Hummelart in einer Generation.

 

Die Generation beginnt Mitte März mit dem Erscheinen der Hummelkönigin. Ab April beginnt sie damit, einen Staat mit bis zu 300 Tieren zu gründen. Ab Mitte Juli können dann die ersten Männchen beobachtet werden und gegen Ende Juli erscheinen die Jungköniginnen. Das Ende des Hummelvolks wird im Spätsommer eingeläutet, wenn die
Jungköniginnen abfliegen und sich paaren. Das bedeutet auch, dass die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben. Das aus Wachs bestehende Nest verwaist daraufhin. Spätestens im September gehen die Völker endgültig zugrunde.

 

Die Jungköniginnen prägen sich beim Abflug die Position des Mutternests ein, um im nächsten Jahr am selben Ort als Königin nisten zu können. Aufgrund dieser Eigenschaft gilt die Art als zuverlässiger Rückkehrer und kann dadurch über mehrere Jahre am gleichen Neststandort beobachtet werden.

Nahrungsbedarf

Bei den Steinhummeln ist besonders der Nektar von verschiedenen Kleearten und Taubnesseln beliebt. Die wichtigste Nahrungsquelle stellen Pflanzensäfte, insbesondere der Nektar und der Pollen von Blüten, dar. Die bevorzugten Pflanzen der Steinhummel sind die Vogel-Wicke, die Taubnessel, der Wiesenklee sowie Kriechender Günsel. Daneben werden auch andere blütentragende Pflanzen angeflogen.

Gefährdung

Wie alle heimischen Wildbienenarten ist auch die Steinhummel in Deutschland nach Bundesartenschutzverordnung des Bundesnaturschutzgesetzes geschützt. Es besteht ein Verbot, die Nester zu beschädigen oder zu zerstören sowie die Hummeln zu töten, zu verletzen oder zu fangen. Aufgrund ihrer bemerkenswerten Anpassungsfähigkeit gilt die Steinhummel als nicht seltene oder gefährdete Art. Ihre Anpassungsfähigkeit ermöglicht ihr das Überleben in einer menschengemachten, mit industrieller Landwirtschaft geprägten Welt. Dennoch ist diese Hummelart sowie die meisten ihrer 30 verwandten Arten in Deutschland in den letzten Jahren seltener anzutreffen. Das Verschwinden von buntblühenden Brachen und dem Einsatz von Pestiziden sowie das unkontrollierte Mähen von Gras und Getreide hat negative Konsequenzen für die Hummeln. Hinzu kommen versiegelte Gärten und die Zerstörung der Nester durch räuberische Wirbeltiere oder hungrige Motten.

Parasiten

Wie nahezu alle Hummelarten wird auch die Steinhummel von der Kuckucksbiene heimgesucht. So ist beispielsweise die Felsenkuckuckshummel ab Mitte April unterwegs und versucht, in die noch kleinen Steinhummelvölker einzudringen. Bei Erfolg tötet sie die Steinhummelkönigin und legt ihre eigenen Eier ab, die dann von den Arbeiterinnen der Steinhummel aufgezogen werden. Die Felsenkuckuckshummel ähnelt der Steinhummel in ihrem Erscheinungsbild, jedoch ist die Felsenkuckuckshummel größer und durch ihren charakteristisch glänzenden Panzer und ihren rauchig-dunklen Flügeln zu unterscheiden. Der größere Körperbau der Felsenkuckuckshummel ermöglicht es ihr, sich gegen die verteidigenden Arbeiterinnen der Steinhummel zu behaupten. Ein weiterer häufig auftretender Parasit bei der Steinhummel ist die Wachsmotte.

Besonderheiten der Steinhummel

Die Treue der jungen Königin zum Mutternest ist im Gegensatz zu den meisten anderen Hummelarten eine Besonderheit. Diese Treue führt dazu, dass die Steinhummeln über Generationen am gleichen Nistort anzutreffen sind. Aufgrund ihrer Friedfertigkeit gewähren selbst große Völker einen Blick ins Nest, ohne zu stechen.

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