Holzbienen – Nützlinge oder Schädlinge
Wenn im Frühjahr plötzlich große, schwarz glänzende Bienen durch den Garten summen, jagt das vielen Menschen erstmal Angst ein. Viele fragen sich: Handelt es sich um gefährliche Schädlinge oder um harmlose, sogar nützliche Insekten? Die Antwort ist eindeutig: Holzbienen gehören zu den wichtigsten Wildbienenarten und sind in erster Linie wertvolle Nützlinge.

Was sind Holzbienen?
Die bekannteste Art in Mitteleuropa ist die Blauschwarze Holzbiene, sie zählt zu den größten, wildlebenden Bienenarten Europas und kann eine Körperlänge von bis zu drei Zentimetern erreichen.
Auffällig sind ihr tiefschwarzer Körper, die leicht violett bis blau schimmernden Flügel sowie ihr lautes Brummen im Flug. Aufgrund ihrer Größe werden Holzbienen häufig mit Hummeln verwechselt, obwohl sie biologisch zu den Wildbienen gehören.
In den vergangenen Jahren breitete sich die Holzbiene durch mildere Temperaturen zunehmend auch in Deutschland aus und ist inzwischen in vielen Regionen regelmäßig zu beobachten.
Woher kommt der Name Holzbiene?
Der Name stammt von ihrem besonderen Nistverhalten. Weibliche Holzbienen nagen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen kleine Gänge in abgestorbenes oder weiches Holz. Dort legen sie ihre Eier ab und schaffen Brutzellen für den Nachwuchs.
Sie bevorzugen besonders:
- totes Holz
- verwitterte Äste
- alte Baumstämme
- Holzpfähle
- ungestrichene Holzbalken
- Totholzbereiche im Garten
Die Gänge dienen ausschließlich als Brutplätze und nicht als Nahrungsquelle. Holzbienen „fressen“ also kein Holz wie klassische Holzschädlinge.
Sind Holzbienen schädlich?
Grundsätzlich nein. Holzbienen gelten nicht als typische Schädlinge und verursachen normalerweise keine ernsthaften Schäden an Gebäuden oder Holzkonstruktionen. Sie bevorzugen meist bereits verwittertes, trockenes oder morsches Holz. Frisches, behandeltes oder lackiertes Holz ist nur selten interessant für die Bienen.
Holzbienen übernehmen eine bedeutende Rolle im Ökosystem. Als Bestäuber tragen sie zur Vermehrung zahlreicher Pflanzen bei und unterstützen damit sowohl die Artenvielfalt als auch den Erhalt vieler Nutz- und Wildpflanzen.
Besonders beliebt sind:
- Lavendel
- Salbei
- Blauregen
- Obstblüten
- Schmetterlingsflieder
- Wicken
- Glockenblumen
Durch ihre Größe und Kraft können Holzbienen auch Blüten bestäuben, die für kleinere Insekten schwer erreichbar sind.

Sind Holzbienen gefährlich?
Holzbienen wirken durch ihre Größe oft einschüchternd, sind jedoch ausgesprochen friedlich. Sie greifen normalerweise keine Menschen an und zeigen kein aggressives Verhalten.
Ein Stich ist zwar grundsätzlich möglich, erfolgt aber meist nur:
- bei direktem Festhalten,
- bei starker Bedrohung,
- oder wenn die Tiere eingequetscht werden.
Für Allergiker gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie bei anderen Bienen- oder Wespenstichen.
Holzbienen im eigenen Garten fördern
Wer Holzbienen unterstützen möchte, kann den Garten bienenfreundlich gestalten.
Besonders hilfreich sind:
- heimische Blühpflanzen
- lange Blühzeiten von Frühjahr bis Herbst
- unbehandelte Holzstücke
- Totholzbereiche
- naturnahe Gartenecken
- Verzicht auf chemische Pestizide
Auch spezielle Wildbienenbereiche oder Insektenhotels mit geeigneten Materialien können hilfreich sein.
Holzbienen sind faszinierende und wichtige Wildbienen, die einen wertvollen Beitrag zur Bestäubung leisten. Obwohl sie kleine Löcher in abgestorbenes Holz bohren können, gelten sie nicht als gefährliche Holzschädlinge.
Fragen und Antworten rund um Holzbienen
Woran erkennt man eine Holzbiene?
Holzbienen lassen sich an ihrem großen, kräftigen Körper, der überwiegend schwarzen Färbung und den bläulich bis violett schimmernden Flügeln erkennen. Besonders häufig wird in Deutschland die Blauschwarze Holzbiene beobachtet. Durch ihre Größe und ihr lautes Fluggeräusch kann sie auf den ersten Blick mit einer Hummel verwechselt werden.
Wo kommen Holzbienen in Deutschland vor?
Die Blauschwarze Holzbiene ist mittlerweile in zahlreichen Regionen Deutschlands anzutreffen. Besonders geeignete Lebensräume findet sie in warmen, strukturreichen Gärten, Streuobstwiesen, Parks und Waldrändern mit ausreichend Blütenpflanzen und abgestorbenem Holz. Durch milde Temperaturen kann sie zunehmend auch in Regionen beobachtet werden, in denen sie früher seltener vorkam.
Bauen Holzbienen ein Nest oder leben sie in einem Bienenvolk?
Holzbienen gehören zu den überwiegend solitär lebenden Wildbienen. Die Weibchen gründen keine großen Bienenvölker wie Honigbienen, sondern legen eigene Niströhren im Holz an. Innerhalb dieser Gänge entstehen mehrere voneinander getrennte Brutzellen, in denen sich der Nachwuchs entwickelt.
Darf man Holzbienen vertreiben oder bekämpfen?
Holzbienen sollten nicht eigenständig bekämpft, getötet oder ihre Niststätten zerstört werden. Als Wildbienen unterliegen sie in Deutschland gesetzlichen Schutzbestimmungen. Wenn sich ein Nistplatz an einer problematischen Stelle befindet, sollte vor Maßnahmen fachkundiger Rat bei der zuständigen Naturschutzbehörde eingeholt werden.
Wie kann man Holzbienen einen geeigneten Nistplatz anbieten?
Geeignet sind größere Stücke aus trockenem, unbehandeltem und möglichst verwittertem Holz an einem sonnigen, vor Regen geschützten Standort. Das Holz sollte ausreichend dick sein, damit die Holzbiene längere Nistgänge anlegen kann. Klassische Insektenhotels mit dünnen Bambusröhrchen sind für Holzbienen aufgrund ihrer Körpergröße und ihres Nistverhaltens meist weniger geeignet.

Bienen Gesundheit
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