Wie siedeln Imker Bienennester um?

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Wie siedeln Imker Bienennester um?

Imker siedeln Bienennester aus unterschiedlichen Gründen um. Dabei steht stets das Ziel im Vordergrund, die Gesundheit des Volkes zu erhalten sowie Mensch und Tier zu schützen.

Sicherer Transport eines Bienenstocks durch einen Imker bei der Umsiedlung

Gründe für die Umsiedlung eines Bienenvolkes

Ein Imker setzt ein Volk in der Regel nicht leichtfertig um. Häufige Gründe sind:

 

  • Optimierung der Tracht: Er wandert mit seinen Völkern zu Massentrachten (wie zum Beispiel Raps, Akazie oder Lindenblüte), um Nahrung und Honigertrag zu verbessern.
  • Bestäubung / Aufträge: Landwirte fragen gezielt nach Völkern zur Bestäubung von Obst, Raps oder Sonderkulturen.
  • Platz- oder Standprobleme: Unter anderem passiert eine Umsiedlung, wenn ein bisheriger Standplatz bebaut wird, sich Anwohner beschweren oder der Zugang nicht mehr sicher ist.
  • Sicherheitsaspekt im Siedlungsraum: Wenn ein Volk zum Beispiel in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen, Kindergärten oder stark besuchten Wegen steht und sich Konflikte häufen, kann eine Umsiedlung sinnvoll sein.

Gerade im Siedlungsbereich muss der Imker abwägen, ob eine Umsiedlung wirklich nötig ist oder ob Aufklärung und einfache Schutzmaßnahmen, wie Absperrungen oder Hinweistafeln, ausreichen.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland

In Deutschland stehen Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Wespen unter allgemeinem Artenschutz. Für Honigbienen, die als Nutztiere in Beuten gehalten werden, ist die Umsiedlung durch den Imker grundsätzlich erlaubt, sie erfolgt im Rahmen der normalen Tierhaltung.

 

Anders verhält es sich bei frei gebauten Nestern von Wildbienen, Hummeln oder Hornissen. Hier ist die Umsiedlung oder Beseitigung meist genehmigungspflichtig und darf oft nur durch zertifizierte Fachleute erfolgen. Die zuständige Naturschutzbehörde prüft, ob ein vernünftiger Grund vorliegt oder ob mildere Maßnahmen ausreichen würden. In vielen Fällen ist es sinnvoll, ein Nest bis zum Herbst zu tolerieren, weil viele Völker dann natürlicherweise sterben oder das Nest verlassen.

 

Für den Imker bedeutet das: Handelt er an seinen eigenen Völkern, bewegt er sich im Rahmen der Tierhaltung. Geht es um frei gebaute Nester anderer Arten, muss er die zuständige Behörde einbeziehen.

 Planung des neuen Standortes

Vor jeder Umsiedlung steht der Imker vor der Entscheidung, einen geeigneten neuen Standplatz auszuwählen. Der Imker muss folgende Punkte prüfen:

 

  • Trachtangebot: In Flugweite sollten ausreichend Blühpflanzen sein, damit das Volk gut versorgt ist.
  • Abstand zu anderen Ständen: Um eine Überlastung der Tracht zu vermeiden, empfiehlt es sich, pro Wanderplatz nicht unverhältnismäßig viele Völker anzusiedeln. Als Richtwert werden dort etwa 40 Völker auf rund drei Hektar angegeben, wobei ein ausreichender Abstand zwischen Wanderständen eingehalten werden sollte.
  • Wind- und Wetterschutz: Der neue Platz sollte möglichst windgeschützt liegen, nicht in einer Kaltluftsenke und mit etwas Schatten für heiße Sommertage.
  • Abstand zu Wohnbereichen: Fluglochrichtung und Abstand zu Nachbarn, Gehwegen und Spielplätzen sollten so gewählt werden, dass es möglichst wenig Konflikte mit Passanten gibt.

Vorbereitung von Volk und Beute

Der eigentliche Umzug beginnt nicht am Transporttag selbst, sondern einige Zeit vorher. Der Imker kontrolliert die Beute und sorgt für einen stabilen Zustand des Volkes. Waben und Rähmchen prüft er auf festen Sitz, damit beim Transport nichts verrutscht. Lockere Teile der Beute (Deckel, Böden, Zargen) werden so gesichert, dass sie während der Fahrt nicht aufgehen können. Je nach Jahreszeit achtet der Imker zudem darauf, dass genügend Futterreserven vorhanden sind, damit die Bienen auch nach der Umsiedlung keinen Stress erleiden.

 

Vor dem Transport muss außerdem das Flugloch verschlossen werden, damit keine Bienen ausfliegen oder während der Fahrt verloren gehen. Bewährt hat sich, das Flugloch am späten Abend nach Ende des Bienenfluges mit Schaumstoff, einem Tuch oder Ähnlichem zu verschließen und zusätzlich mit Klebeband zu sichern.

Der richtige Zeitpunkt für einen Transport

Für den Transport wählt der Imker eine Zeit außerhalb der Flugaktivität. Geeignet sind späte Abendstunden oder der frühe Morgen, wenn alle Bienen im Stock sind und die Temperaturen niedrig sind. Hohe Temperaturen sind riskant, weil ein verschlossenes Volk schnell überhitzen kann und es zu einem sogenannten „Verbrausen“ des Volkes kommen kann.

 

Die Beuten werden so im Fahrzeug gesichert, dass sie nicht verrutschen oder umkippen können. Lüftungsgitter oder geeignete Luftöffnungen sorgen für Luftaustausch, ohne dass Bienen ausfliegen können. Für kürzere Strecken stellt der Imker die Beute meist direkt in einen Anhänger oder ein größeres Auto. Wichtig sind eine ebene Standfläche und eine ruhige Fahrweise.

 

Angekommen am neuen Standort richtet er die Beuten sofort aus, stellt sie sicher ab und öffnet das Flugloch, sobald die äußeren Bedingungen, also Temperatur und Licht, passend sind.

Verhalten der Bienen am neuen Standort

Am neuen Standort orientieren sich die Bienen neu. Sie fliegen meist in sogenannten Orientierungskreisen vor dem Flugloch, um sich die neue Umgebung einzuprägen. Hat der Imker die Beute nur über kurze Distanz umgesetzt (unter 3 Kilometer), besteht die Gefahr, dass Flugbienen sich am alten Standort orientieren und dorthin zurückkehren. In solchen Fällen wendet der Imker spezielle Techniken an, wie das Verstellen über größere Entfernungen oder das vorübergehende Aufstellen außerhalb des Flugradius, damit die Bienen sich vollständig neu einfliegen.

 

Für den Imker gehört in den ersten Tagen nach der Umsiedlung eine strenge Kontrolle dazu. Er beobachtet Flugloch, Futtervorräte und Volksstärke. Anzeichen für Stress, Räuberei oder Überlastung des Standplatzes (zum Beispiel starker Konkurrenzdruck mit anderen Völkern) müssen frühzeitig erkannt und gegebenenfalls mit Anpassung am Standort oder an der Völkerzahl berichtigt werden.

Fragen & Antworten: Alles rund um die Umsiedelung von Bienen

Warum werden Bienennester überhaupt umgesiedelt?

Bienenvölker werden meist aus praktischen oder sicherheitsrelevanten Gründen umgesiedelt. Dazu gehören bessere Nahrungsbedingungen (Tracht), Bestäubungsaufträge, Platzprobleme oder Konflikte im Siedlungsraum.

Ist das Umsiedeln von Bienen erlaubt?

Ja, bei Honigbienen ist die Umsiedlung durch Imker im Rahmen der Tierhaltung erlaubt. Bei Wildbienen, Hummeln oder Hornissen gelten jedoch strenge Schutzvorschriften und oft eine Genehmigungspflicht.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Umsiedlung?

Der ideale Zeitpunkt liegt am Abend oder frühen Morgen, wenn alle Bienen im Stock sind. Zudem sollten die Temperaturen möglichst kühl sein, um Stress und Überhitzung zu vermeiden.

Was passiert nach der Umsiedlung am neuen Standort?

Die Bienen orientieren sich neu und fliegen sogenannte Orientierungskreise. In den ersten Tagen beobachtet der Imker das Verhalten und überprüft die Versorgung des Volkes.

Können Bienen an ihren alten Standort zurückfliegen?

Ja, besonders bei kurzen Entfernungen unter etwa 3 Kilometern besteht die Gefahr, dass Flugbienen zum alten Standort zurückkehren. 

Was sollte man tun, wenn man ein Bienennest entdeckt?

In den meisten Fällen sollte man Ruhe bewahren und einen Imker oder Fachmann kontaktieren. Eigenständige Maßnahmen sind nicht empfehlenswert und können gefährlich sein.

Bienen Gesundheit

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