Eine Bienenkönigin kaufen – Was ist zu beachten?
Für den Erhalt eines Bienenstocks ist eine Königin unerlässlich. Diese braucht eine hervorragende Qualität und optimale Charaktereigenschaften, um den Schwarm führen zu können. Doch nicht immer kann eine Kolonie auch eine Königin hervorbringen oder der Imker möchte seinen Schwarm erweitern und braucht eine neue Königin unverzüglich. Dann fällt die Entscheidung oft zum Kauf einer Bienenkönigin. Aber auf was muss man da eigentlich achten?

Wozu benötige ich eine Bienenkönigin?
Ohne eine begattete Königin sterben die Arbeiterinnen und das Volk bricht zusammen. Die Königin steuert ihre Gemeinschaft mithilfe der sogenannten „Königinnensubstanz“, einem Pheromon, das als physiologische Droge wirkt. Es signalisiert nicht nur den Zusammenhalt des Volkes, sondern auch den richtigen Zeitpunkt, um eine Nachfolgerin heranzuziehen.
Jedes Jahr verlässt die alte Königin im Frühsommer gemeinsam mit Tausenden Arbeiterinnen den Stock, um Platz für eine neue Generation zu machen – ein Vorgang, der als Schwärmen bezeichnet wird. Das Zeitfenster für die Aufzucht einer neuen Königin ist dabei sehr eng: Nur innerhalb einer Woche können die Bienen geeignete Larven auswählen. Diese unterscheiden sich zunächst nicht von Arbeiterinnenlarven, wachsen jedoch in besonderen Weiselzellen heran und werden während ihrer gesamten Entwicklung ausschließlich mit Gelée Royale gefüttert. Dieser von den Ammenbienen produzierte Futtersaft entscheidet darüber, ob eine Larve zur Königin oder zur Arbeiterin wird. Verstreicht dieses kritische Zeitfenster ohne Erfolg, muss der Imker eingreifen.
Gründe für die Aufzucht oder den Kauf einer Königin
Bienen ziehen nur dann eine neue Königin auf, wenn:
- das Volk sich durch Schwärmen teilt,
- die alte Königin stirbt,
- oder sie aufgrund ihres Alters nicht mehr leistungsfähig ist.
In der Imkerei ist der häufigste Grund für den Kauf einer Königin die Erweiterung des Bestandes. Dafür werden absichtlich Völker ohne Königin gebildet, in die später eine neue Königin eingebürgert wird. Auch in Notfällen ist der Eingriff des Imkers notwendig: etwa wenn eine Königin verloren geht, schwärmt oder nicht mehr in der Lage ist, Eier zu legen. Ohne Ersatz würde das gesamte Volk zugrunde gehen.
Wie wählt man eine Königin aus?
Die richtige Königin auszuwählen, kann eine entmutigende Aufgabe sein, besonders für unerfahrene Imker. Dabei ist es wichtig, die eigenen Ziele und Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Rasse
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Alter
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Gesundheit Eine gesunde Königin kann über das Bestehen und Sterben einer Kolonie entscheiden. Dabei sollte man nach Königinnen suchen, die auf Krankheiten getestet wurden und ein sauberes Gesundheitszeugnis haben.
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Genetische Ausstattung Die genetische Zusammensetzung kann eine große Auswirkung auf die Produktivität, das Temperament und die generelle Gesundheit des Bienenvolkes haben. Beim Kauf sollte man daher auf eine qualitativ hochwertige Zucht mit den wünschenswerten Eigenschaften achten.
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Begattung Schon begattete Bienenköniginnen werden von den meisten Imkern bevorzugt. Sie sind durch die vorangegangene Begattung sofort in der Lage, Eier zu legen. Jungfräuliche Königinnen dagegen müssen erst durch einen Jungfernflug befruchtet werden und können dadurch länger brauchen, um mit dem Eierlegen zu beginnen.
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Wie kauft man eine Königin?
Bienenköniginnen werden sowohl lokal als auch online angeboten. Dabei muss man verschiedene Stadien unterscheiden, in welchen sich die Königin befinden kann.
Als erstes stellt sich jedoch die Frage, ob die Königin lokal gekauft oder online bestellt werden soll und welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben.
Lokale Königinnen
Es ist üblich, lokale Imker zu finden, die ihre Bienenköniginnen nicht per Post verschicken. Dabei handelt es sich meistens um Hobbyimker, welche ihre Königinnen auf Facebook, Craigslist oder anderen lokalen Bienenzucht-Seiten anbieten. Diese Königinnen sind meist lokal gezüchtet und begattet und haben die gleiche genetische Ausstattung wie alle Bienen in der Umgebung. Man ist also nicht in der Lage, sich eine spezielle Rasse aussuchen zu können. Preislich befindet man sich mit einer lokalen Bienenkönigin bei knapp 30€.
Königinnen per Post
Bienenköniginnen können auch einfach online gefunden werden, jedoch kann es sein, dass sie nicht zu dem gewünschten Zeitraum vorrätig sind. Wenn eine Königin versandt wird, wird sie in eine spezielle Box platziert, welche dafür sorgt, dass sie die Reise überlebt. Lebendware wird über Nacht innerhalb von zwei Tagen zugestellt. Der Empfänger muss bei der Zustellung anwesend sein und die Königin muss kurz darauf in der Kolonie platziert werden. Es dürfen keine Tage vergehen, bevor man die Königin in den Staat eingliedert!
Bestellte Bienenköniginnen sind in der Regel teurer, ungefähr 35€, und die Lieferung kostet erneut knapp 35€ obendrauf.

Welche Art von Königin sollte gekauft werden?
Bienenköniginnen können in unterschiedlichen Stadien gekauft werden: als Zelle, jungfräuliche Königin und begattete Königin. Daraus ergeben sich einige Besonderheiten, die für manche Imker besser oder weniger gut geeignet sind.
Königinnenzelle
Jede Königin schlüpft aus einer Königinnenzelle, die von den Arbeiterinnen gebaut wurde. Der Bienenzüchter brütet dabei jede Königin in einer bewegbaren Zelle heran. Diese können an andere Imker verkauft und in die eigenen Bienenstöcke platziert werden. Der Vorgang ist jedoch eher etwas für erfahrene Imker, da die Königinnenzellen sehr fragil sind und die Erfolgschance gering ist. Königinnenzellen sind mit etwa 10€ pro Stück am günstigsten und werden ebenfalls in speziellen Boxen versandt oder lokal abgeholt.
Jungfräuliche Königinnen
Königinnen, die noch nicht begattet wurden, sind in der Regel eher unbeliebt. Das Zeitfenster, in welchem die Königin nach dem Schlüpfen befruchtet werden kann, ist sehr klein. Schließt sich dieses Fenster, kann die Königin nicht begattet werden und keine Eier legen. Das ist auch der Hauptgrund, warum jungfräuliche Königinnen in der Regel nicht gekauft werden.
Begattete Königinnen
Die beliebteste Form beim Kauf von Bienenköniginnen sind begattete Königinnen. Sie sind bereits im Frühjahr bei Imkern erhältlich – frühestens ab März. Da die Nachfrage hoch ist, werden Königinnen, die bereits im März oder April verfügbar sein sollen, in der Regel Wochen bis Monate im Voraus vorbestellt.
Für die Zucht wird die Königin in eine spezielle Aufzuchtbox gesetzt. Dort entwickelt sich die Weiselzelle in einem kleinen Bienenvolk weiter, bis die junge Königin vollständig begattet ist und mit der Eiablage beginnt. Nach einigen Wochen wird sie in einem Königinnenkäfig gesichert, um einen schonenden Transport zu ermöglichen.
In den meisten Fällen handelt es sich um frei begattete Königinnen. Dabei unternimmt die Königin mehrere Flüge, bei denen sie sich mit zahlreichen Drohnen aus der Umgebung paart. Eine kostenintensivere Alternative ist die künstliche Besamung, die vor allem von kommerziellen Imkern und spezialisierten Züchtern angewendet wird.
Ein weiterer Vorteil begatteter Königinnen ist ihre praktische Einsetzbarkeit: Der Käfig kann direkt in eine weisellose Kolonie eingeführt werden. Die Arbeiterinnen gewöhnen sich zunächst an den Duft der neuen Königin, bevor sie freigelassen wird. Ein zu frühes oder unkontrolliertes Freisetzen kann dagegen dazu führen, dass die Arbeiterinnen die Königin nicht akzeptieren und sie töten.

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