Imkerarbeit im Jahresverlauf: Monat für Monat
Das Bienenjahr verlangt von Imkerinnen und Imkern gezielte Tätigkeiten, die sich nach der Biologie der Bienen, dem Wetter und den Blühzeiten richten. Viele Aufgaben lassen sich flexibel gestalten, während anderen zu bestimmten Zeitpunkten anstehen, um die Gesundheit und Produktivität der Bienenvölker zu sichern.

Januar & Februar
Während im Januar tiefer Winter herrscht, halten sich die Bienenvölker in der Wintertraube zusammen. Der Imker greift jetzt nicht aktiv in das Volk ein – Ruhe ist oberste Priorität. Nur gelegentliche Sichtkontrollen und das Prüfen des Futtervorrats durch Wiegen sind notwendig. Im Februar beginnt sich das Bienenvolk langsam auf die kommende Saison vorzubereiten. Erste Brutaktivitäten setzen ein, und der Imker nutzt die Zeit, um Material wie Rähmchen, Beutenteile und Mittelwände für das Frühjahr instand zu setzen. Die ruhige Winterzeit wird somit effektiv für Planung und Vorbereitung genutzt.
- Winterruhe: Bienen möglichst nicht stören, nur gelegentliche Kontrolle des Bienenstandes
- Fluglöcher freihalten: Schnee, Laub und andere Hindernisse entfernen, damit Bienen an warmen Tagen ausfliegen können
- Schutz vor Tieren: Mäusegitter prüfen, Schaden durch Tiere vermeiden
- Gerätepflege & Planung: Imkergeräte reinigen, reparieren, Rähmchen vorbereiten, Weiterbildung und Jahresplanung
März
Mit den ersten warmen Tagen und den Reinigungsflügen der Bienen beginnt im März die aktive Imkersaison. Die Brut nimmt wieder Fahrt auf, das Volk wächst, und damit steigt auch der Futterbedarf. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für erste Kontrollen und gründliche Frühjahrsdurchsichten. Der Imker überprüft die Futtervorräte, reinigt die Beuten, vereinigt schwache Völker und bereitet alles für die bevorstehende Trachtzeit vor.
- Futterkontrolle: Vorräte prüfen, bei Bedarf Futterwaben zu hängen
- Reinigung: Böden reinigen oder austauschen, Beuten auf Schaden prüfen
- Imkeraufgaben: Frühjahrsdurchsicht an warmen Tagen, Kontrolle der Futtervorräte, Entfernen überzähliger Futterwaben, schwache Völker vereinigen, tote Völker untersuchen, Rähmchen und Beuten reinigen, Imker beginnt mit dem Monitoring auf Varroamilben
- Vorbereitung: Zargen, Rähmchen und andere Materialien für die Saison herrichten
April
Im April nimmt die Entwicklung der Bienenvölker deutlich Fahrt auf. Die Königin steigert ihre Eiablage, und das Volk wächst rasant. Jetzt ist es wichtig, den Bienen ausreichend Platz zu bieten – der Brutraum wird erweitert und bei Bedarf der erste Honigraum vorbereitet.
- Erste Volksdurchsicht: An warmen Tagen (ab ca. 18°C) Brut und Futtervorräte kontrollieren
- Imkeraufgaben: Brutraum erweitern, Honigräume aufsetzen, Drohnenrahmen einhängen, Varroakontrolle
- Altwaben entfernen: Überflüssige Futterwaben entnehmen, Altwaben austauschen
- Honigräume: Honigräume und Schleudergeräte überprüfen
Mai & Juni
Im Mai und Juni herrscht Hochbetrieb im Bienenstock: Die Völker sind stark, die Tracht ist in vollem Gange, und die Honigräume füllen sich. Gleichzeitig steigt die Schwarmstimmung – regelmäßige Kontrollen zur Schwarmverhinderung sind jetzt unerlässlich. Der Imker setzt Honigräume auf, entnimmt bei Bedarf bereits Frühtrachthonig und bildet Ableger zur Völkervermehrung.
- Honigräume aufsetzen: Bei Blühbeginn Honigräume aufsetzen
- Schwarmkontrolle: Wöchentliche Kontrolle auf Schwarmzellen, ggf. Ableger bilden
- Honigernte: Nach der Frühtracht (z. B. Raps) den Honig schleudern
- Ablegerbildung & Königinnenzucht: Neue Völker und Königinnen anlegen.Völker erweitern: Jungvölker nach Bedarf vergrößern
- Schwarmkontrolle fortsetzen: Schwarmtrieb bleibt hoch, weiterhin kontrolliert
- Honigpflege: Geernteten Honig pflegen und abfüllen
Juli
Im Juli steht die Honigernte der Sommertracht im Mittelpunkt. Die Bienen haben die Honigräume gefüllt, sodass nun geschleudert werden kann. Gleichzeitig beginnt die wichtige Spätsommerpflege: Nach der letzten Ernte werden die Völker auf Gesundheit und Stärke geprüft. Erste Maßnahmen zur Varroabekämpfung werden eingeleitet, um die Grundlage für kräftige Wintervölker zu schaffen.
- Ende des Bienenjahres: Schwächere Völker auflösen, Jungvölker weiter pflegen
- Futtervorräte planen: Futtereinrichtungen reinigen, Winterfutter besorgen
- Letzte Honigernte: Spättracht schleudern, Honigräume abnehmen
August
- Wintereinfütterung: Nach der Honigentnahme beginnt die Auffütterung für den Winter
- Varroabehandlung: Erste Maßnahmen gegen die Varroamilbe einleiten
- Wabenpflege: Alte Waben aussortieren und einschmelzen, Vorräte wachsmottensicher lagern
- Vorbereitung auf den Winter: Das Bienenjahr neigt sich dem Ende zu
- Imkeraufgaben: Honigräume abnehmen, letzte Völkerkontrolle, Varroabehandlung fortsetzen, alte Waben aussortieren und einschmelzen
September
- Futterkontrolle: Gewicht der Völker prüfen, ggf. nachfüttern
- Varroabehandlung fortsetzen: Weitere Maßnahmen gegen Varroa, falls nötig
- Einfütterung abschließen: Die Bienen lagern Futter für den Winter ein.
- Imkeraufgaben: Gewichtskontrolle der Völker, ggf. Nachfüttern, Kontrolle der Gesundheit, Wachsvorräte sichern
Oktober
- Wintervorbereitungen: Fluglöcher gegen Mäuse sichern, Beuten winterfest und sturmfest machen
- Standplatzkontrolle: Äste und Gefahrenquellen entfernen
- Wintervorbereitung: Bienen reduzieren ihre Aktivitäten
- Imkeraufgaben: Aufzeichnungen auswerten
November & Dezember
Im November und Dezember befinden sich die Bienenvölker in kompletter Winterruhe. Die Bienen sitzen eng in der Wintertraube und zehren von ihren Vorräten – Eingriffe in die Beute sind jetzt tabu.
- Varroabehandlung: Im brutfreien Zustand abschließende Behandlung gegen Varroa mit zugelassenen Mitteln
- Jahresrückblick: Erfahrungen und Daten auswerten
- Ruhezeit: Nur gelegentliche Standkontrolle, keine Störung des Bienenvolkes
- Planung: Arbeitsplan und Material für das kommende Jahr vorbereiten
Übersicht: Monatliche Imkerarbeiten
| Monat | Wichtige Arbeiten |
| Januar | Kontrolle, Planung, Materialpflege |
| Februar | Mäusegitter entfernen, Futterkontrolle |
| März | Frühjahrsdurchsicht, Reinigung, Futterkontrolle |
| April | Brutraum erweitern, Honigräume aufsetzen, Schwarmkontrolle |
| Mai | Schwarmkontrolle, Ablegerbildung, Honigernte |
| Juni | Honigernte, Jungvolkpflege, Schwarmverhinderung |
| Juli | Varroabehandlung, Jungvolkpflege, Futtereinrichtungen |
| August | Honigräume abnehmen, Einfütterung, Wabenhygiene |
| September | Gewichtskontrolle, Nachfüttern, Gesundheit prüfen |
| Oktober | Mäuseschutz, Winterfest machen, Aufzeichnungen |
| November | Varroabehandlung, Rückblick, Planung |
| Dezember | Kontrolle, Waben einschmelzen, Weiterbildung |
Häufig gestellte Fragen: Wann fällt welche Aufgabe für Imker an?
Wann beginnt das Bienenjahr für Imker?
Das Bienenjahr beginnt im März mit den ersten Reinigungsflügen der Bienen.
Was machen Imker im Winter?
Im Winter halten Imker ihre Völker ruhig, kontrollieren nur gelegentlich und führen die letzte Varroabehandlung durch.
Wann ist die Hauptsaison für Imker?
Mai und Juni sind die arbeitsintensivsten Monate mit Honigernte, Schwarmkontrolle und Ablegerbildung.
Warum ist die Varroabehandlung so wichtig?
Die Varroamilbe schwächt Bienenvölker stark. Eine konsequente Behandlung im Sommer und Winter sichert das Überleben.
Wann bildet man Ableger?
Ableger werden im Mai und Juni gebildet, wenn die Völker stark sind und Schwarmtrieb herrscht.
Wie bereitet man Bienen auf den Winter vor?
Durch rechtzeitige Auffütterung, Varroabehandlung, Mäuseschutz und das Winterfestmachen der Beuten.
Wie können Hobbyimker den Überblick behalten?
Mit einem Imkerkalender, in dem Monat für Monat die wichtigsten Arbeiten festgehalten sind.

Bienen Gesundheit
In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.
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Welches Land hat die meisten Imker?
Die Zahl der Bienenvölker steigt hierzulande immer weiter. Waren es im Jahr 2007 noch 670.000 Kolonien, sind es im Jahr 2023 schon knapp 1 Million. Um diese kleinen Nutztiere kümmern sich rund 135.000 Imker*innen. Eine beachtliche Menge, aber wie schneidet Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern ab?
Was passiert mit alten Waben in imkerlichen Beuten?
Während der Nutzung werden die Waben mit der Zeit dunkler. Grund hierfür ist, dass die Bienen die Waben mehrmals in einer Saison bebrüten. Aufgrund dessen müssen die Waben zur Vermeidung von Krankheiten und im Rahmen der Wabenhygiene durch den Imker ausgetauscht bzw. erneuert werden.
Bienengiftallergie
Im Frühling und im Sommer kommt es vermehrt zu Bienenstichen, die bei Menschen mit einer Bienengiftallergie gefährliche Folgen haben können. Die Bienengiftallergie ist eine allergische Reaktion vom Typ I, also eine Allergie vom Soforttyp. Betroffene zeigen deshalb erste Symptome bereits kurze Zeit nach dem Stich.
Lebenslauf einer Honigbiene
Das Leben einer neuen Biene beginnt, nachdem die Bienenkönigin ihre Eier in die dafür vorgesehenen Waben gelegt hat. Bevor sie dies allerdings tun kann, begibt sie sich auf den Hochzeitsflug. Dabei paart sie sich mit mehreren Drohnen in der Luft und bewahrt deren Samen in ihrem Hinterleib auf. Anschließend legt sie Eier in die dafür vorgesehenen Waben. Diese Eier können in zwei Kategorien unterteilt werden: befruchtete und unbefruchtete Eier. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich zukünftige Arbeiterinnen, während aus den unbefruchteten Eiern die Drohnen, also die männlichen Bienen, schlüpfen.
Wie funktioniert die Bestäubung durch Bienen?
Mit ihrem Duft und leuchtenden Farben locken die Blüten Bienen an. Auf dem Weg zum süßen Nektar berührt die Biene den Staubbeutel und sammelt so ungewollt Pollen ein. Diesen Anteil streift sie an der nächsten Blüte wieder ab und bestäubt diese somit.
Wie paaren sich Bienen?
Bienchen und Blümchen? Ehrlich gesagt: die Paarung der fleißigen Nutztieren verläuft auf eine erstaunliche Art und Weise….
Wie werden Futterwaben richtig gelagert?
Um Waben vor Wachsmotten, Schimmel und Schäden zu bewahren, ist eine ordentliche Lagerung unverzichtbar. Sie sorgt dafür, dass die Qualität erhalten bleibt, Krankheitsrisiken sinken und die Waben wiederverwendet werden können.









