Effektive Wege, wie Pflanzen Bienen anlocken
Pflanzen und Bienen haben über Millionen Jahre eine enge Symbiose entwickelt. Während Pflanzen Nektar und Pollen bereitstellen, übernehmen Bienen die lebenswichtige Bestäubung, die für rund 80 Prozent aller Blütenpflanzen entscheidend ist. Ohne diese Partnerschaft gäbe es weniger Biodiversität, kaum Obst- und Gemüseerträge und ein instabiles Ökosystem.

Die Rolle von Duftstoffen: Wie Pflanzen Bienen aus Kilometern Entfernung anziehen
Einer der wichtigsten Faktoren, mit denen Pflanzen Bienen anziehen, sind die Blütendüfte. Bienen können die flüchtigen Duftmoleküle vieler Pflanzen, etwa Lavendel, Salbei oder Thymian, bereits aus mehreren Kilometern Entfernung wahrnehmen. Diese Duftsignale zeigen ihnen an, dass eine Blüte Nahrung bereithält, dass sie reif ist und dass ein besonders hoher Nektarfluss vorhanden sein könnte.
Starke Duftstoff-Pflanzen:
- Lavendel
- Thymian
- Oregano
- Salbei
- Zitronenmelisse
Optimale Blütenformen für Honig- und Wildbienen
Nicht jede Blütenform ist für Bienen geeignet. Offene und einfache Blütenstrukturen ermöglichen einen schnellen Zugang zu Nektar und Pollen. Ringelblumen, Kornblumen, Sonnenblumen oder Kosmeen sind typische Beispiele dafür.
Gefüllte Sorten wirken zwar dekorativ, sind aber für Bienen häufig wertlos oder schwer zugänglich, da die Staubblätter tief im Inneren verborgen liegen oder aufgrund von Züchtungen kaum noch Nahrung vorhanden ist.
Farben im Bienenspektrum und warum Blau, Violett & Gelb magisch wirken
Bienen sehen anders als wir Menschen, denn ihr Sehspektrum umfasst vor allem Ultraviolett, Blau und Gelb. Deshalb wirken Blüten in diesen Farbtönen besonders attraktiv, wie beispielsweise Lavendel, Salbei, Katzenminze, Sonnenhut oder Kornblume.
Viele Blüten tragen zudem UV-Muster, die für Menschen unsichtbar sind, für Bienen jedoch wie eine „Landebahn“ wirken und sie gezielt zur Nektarquelle führen. Stark gefüllte Zierblüten verdecken diese UV-Muster, ein Grund, warum Bienen diese Sorten meiden.
Nektar und Pollen als wertvolle Belohnung
Das, was Bienen in eine Blüte fliegen lässt, ist die Belohnung: Nektar und Pollen. Nektar dient den Flugbienen als Energielieferant, während Pollen für die Larvenaufzucht unersetzlich sind. Pflanzen wie Phacelia, Borretsch oder Malven bieten besonders viele Pollen, während Thymian und Flockenblumen einen sehr hohen Nektaranteil haben.
Staffelblüte, der wichtigste Faktor für einen bienenfreundlichen Garten
Ein durchgängiges Blühangebot von Frühjahr bis Herbst ist einer der wichtigsten Faktoren für einen bienenfreundlichen Garten. Früh im Jahr liefern Krokusse, Schneeglöckchen oder Obstbäume essenzielle Nahrung, im Sommer übernehmen Malven, Glockenblumen, Lavendel oder Mädchenauge, während im Herbst vor allem Fetthenne, Herbstastern und Efeu lebenswichtig werden.
Damit Pflanzen ihr volles Potenzial entfalten können, spielt auch die Gartenstruktur eine wichtige Rolle. Bienen bevorzugen sonnige, windgeschützte Bereiche, in denen Blüten schneller warm werden. Wilde Ecken, Totholz, Laubhaufen oder Sandflächen bieten perfekte Nistmöglichkeiten für viele Wildbienenarten. Flache Wasserstellen helfen ihnen beim Trinken, während eine chemiefreie Pflege verhindert, dass Duft- und Nektarproduktion beeinträchtigt werden.
Häufig gestellte Fragen: Wie locken Pflanzen Bienen an?
Welche Pflanzen locken Bienen besonders effektiv an?
Besonders bienenfreundlich sind Pflanzen mit hohem Nektar- und Pollengehalt, offenen Blüten und intensiven Düften. Dazu zählen unter anderem Lavendel, Salbei, Thymian, Borretsch, Phacelia, Kornblume, Sonnenhut und Malven.
Warum sind Duftstoffe für Bienen so wichtig?
Bienen orientieren sich stark über ihren Geruchssinn. Blütendüfte signalisieren ihnen aus großer Entfernung, dass Nahrung verfügbar ist. Bestimmte ätherische Öle, wie sie in Kräutern vorkommen, wirken besonders anziehend. Je intensiver und natürlicher der Duft, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bienen die Pflanze anfliegen.
Welche Blütenfarben bevorzugen Bienen?
Bienen sehen vor allem Blau-, Violett- und Gelbtöne sowie ultraviolettes Licht. Pflanzen in diesen Farben wirken besonders attraktiv. Viele Blüten besitzen zudem UV-Muster, die für Menschen unsichtbar sind, für Bienen jedoch als Orientierungshilfe zur Nektarquelle dienen.
Welche Blütenformen sind ideal für Honig- und Wildbienen?
Optimal sind offene, flache oder schalenförmige Blüten, die leicht zugänglich sind. Ringelblumen, Kosmeen, Sonnenblumen oder Kornblumen ermöglichen Bienen einen schnellen Zugang zur Nahrung. Röhrenförmige Blüten werden eher von spezialisierten Wildbienen oder Hummeln genutzt.
Sind chemische Pflanzenschutzmittel schädlich für Bienen?
Ja, chemische Pestizide und Herbizide können Bienen direkt schädigen oder ihre Orientierung und Nahrungsaufnahme beeinträchtigen. Zudem beeinflussen sie die Duft- und Nektarbildung der Pflanzen negativ..

Bienen Gesundheit
In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.
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