Auswirkungen des Klimawandels auf die Bienen

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Auswirkungen des Klimawandels auf die Bienen 

Die Auswirkungen des Klimawandels sind besorgniserregend – nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Honigbienen. Verschiedenen Studien zufolge hat sich die Population von Fluginsekten in Deutschland seit 1989 um mehr als 70% reduziert. Für Bienen sind vor allem die Veränderungen im Temperaturverlauf äußerst verheerend.

 

Die stark steigenden Durchschnittstemperaturen der letzten Jahrzehnte führen dazu, dass die Winterbedingungen oft so mild sind, dass die Bienen vorzeitig aus ihrer Winterruhe erwachen. Aber auch lange Trockenphasen sorgen durch ihren Einfluss auf die Pflanzenwelt für Schwierigkeiten bei vielen Bienen.

Welche Auswirkungen genau hat der Klimawandel auf die Honigbienen?

1) Probleme in der Nahrungsbeschaffung

Der Klimawandel hat vielfältige Auswirkungen auf die Honigbienen, die sich vor allem in der Nahrungsbeschaffung bemerkbar machen:

  • Störungen bei der Winterruhe:
    Ab Temperaturen von etwa 10°C verlassen Honigbienen ihre Winterruhe und starten die Suche nach Nahrung. Dabei stehen sie vor zwei Hauptproblemen: die Insektenweiden sind schon verblüht oder es gibt noch überhaupt keine blühenden Pflanzen und somit keine Nahrung für die Insekten. Dies führt dazu, dass die Bienen entweder vergeblich nach Nahrung suchen oder aber ausfliegen, während die meisten Pflanzen noch nicht blühen. Die langwierige Suche nach Nahrung verbraucht viel Energie, die den Bienen später zum Überleben fehlt. Zusätzlich können einige Bienen an schattigen Stellen mit Temperaturen unter 9°C in eine Starre verfallen und erfrieren, da sie den Heimflug nicht mehr schaffen.
  • Beeinträchtigung der Nektarproduktion im Sommer:
    In den Sommermonaten beeinträchtigt der Klimawandel die Nahrungsbeschaffung der Bienen durch längere Trockenphasen oder übermäßigen Niederschlag. Die Nektarproduktion von Blüten wird dabei negativ beeinflusst. Ein Beispiel hierfür ist die Akazie, deren Nektar aufgrund vermehrten Regens verdünnt wird und für die Bienen unattraktiver wird. Bei anderen Pflanzen stoppt die Nektarproduktion während langer Trockenphasen, wie zum Beispiel bei Lavendelblüten.

2) Falsches Timing beim Schlupf

Solitärbienen stellen den Großteil der etwa 550 verschiedenen Bienenarten in Deutschland dar. Anders als Honigbienen leben sie alleine und nutzen ihre kurze Lebensspanne, um sich fortzupflanzen. Bei der Suche nach Nahrung für ihre Nachkommen sind sie jedoch auf den Blütenpollen bestimmter Pflanzen angewiesen. Das falsche Timing beim Schlupf der Solitärbienen kann daher schwerwiegende Konsequenzen haben. Dieses Problem steht in direktem Zusammenhang mit den zunehmend milden Wintermonaten, die dazu führen, dass die Bienen ihre Winterruhe vorzeitig beenden. Dies führt zu zeitlichen Missabstimmungen zwischen den Schlupfzeiten der Bienen und dem Blühzeitpunkt der benötigten Pflanzen. Neben den bereits erwähnten Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche hat dies auch Auswirkungen auf die Überlebenschancen der frisch geschlüpften Bienen.

 

Eine Forschung an der Universität Würzburg hat gezeigt, dass eine zeitliche Abweichung von drei oder sechs Tagen nach dem Schlupf erhebliche Auswirkungen auf die Bienen hat. Nicht alle Bienen können ohne Zugang zu ihren Nahrungspflanzen überleben, und diejenigen, die es schaffen, zeigen eine geringere Aktivität und produzieren später weniger Nachkommen.

 

3) Ausbreitung der Varroamilbe und anderer Schädlinge

Der Klimawandel beeinflusst die Bienenwelt auf verschiedene Weisen, darunter die Ausbreitung von Schädlingen wie der Varroamilbe. Durch das Ausbleiben der Brutpausen vieler Bienenvölker, bedingt durch mildere Winter, wird die Entwicklung und Vermehrung der Varroamilbe begünstigt. Imker stehen vor Herausforderungen, da sie bei fehlender Brutpause keine Varroamilbenbehandlung durchführen können. Ein weiteres Problem ist, dass einige Imker nicht bemerken, dass sich die Varroamilben im Frühling genauso schnell vermehren wie ihre Bienen, und daher Gefahr laufen, ihre Bienenvölker zu verlieren.

 

Neben der Varroamilbe werden auch andere Parasiten, Krankheiten und invasive Arten durch die veränderten Witterungsverhältnisse angezogen. Dies erhöht den Druck auf Bienenpopulationen und stellt eine zusätzliche Bedrohung dar.

Auswirkungen des Klimawandels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Klimawandel vielfältige Auswirkungen auf die Bienenwelt hat, die das Überleben der Bienen erschweren. Besonders die Störung natürlicher Blühzeiten und temperaturabhängiger Ruhephasen stellen eine Gefahr für unsere Bienen dar.

FAQ

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf die Bienenpopulationen?

Der Klimawandel wirkt sich negativ auf die Bienenpopulationen aus, da er zu veränderten Lebensbedingungen, unvorhersehbaren Wetterereignissen und Nahrungsknappheit führt. Dies kann zu einem Rückgang der Bienenpopulationen führen.

Wie beeinflusst der Klimawandel die Nahrungssuche der Bienen?

Der Klimawandel verändert die Blühzeiten von Pflanzen und führt zu einer unzureichenden Nahrungsverfügbarkeit für Bienen. Mildere Winter lassen Bienen früher aus ihrer Winterruhe aufwachen, was zu Missabstimmungen mit dem Blühbeginn der Pflanzen führt. Trockenperioden können zudem die Nektarproduktion beeinträchtigen.

Welche Rolle spielt die EU-Landwirtschaftspolitik beim Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels auf Bienen?

Die neue EU-Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) spielt eine wichtige Rolle bei der Umkehrung des Bienenrückgangs, indem sie Maßnahmen zur Förderung der Bienenfreundlichkeit in der Landwirtschaft unterstützt, um den Auswirkungen des Klimawandels auf Bienen entgegenzuwirken.

Welche Forschungsergebnisse gibt es bezüglich der Wirkung des Klimawandels auf Bienen?

Die Forschung hat gezeigt, dass der Klimawandel das Timing des Schlupfs von Bienen beeinflusst und zeitliche Abstimmungsprobleme zwischen Bienen und Blütenpflanzen verursacht. Dies kann die Überlebensfähigkeit und Aktivität der Bienen beeinträchtigen.

Wie reagieren Bienen auf steigende Temperaturen und veränderte klimatische Bedingungen?

Bienen können auf steigende Temperaturen empfindlich reagieren, indem sie ihre Winterruhe vorzeitig beenden und Nahrungsknappheit erleben. Sie sind an stabile Jahreszeiten angepasst und leiden unter den zunehmend unvorhersehbaren Wettermustern.

Welche Bedrohungen außer dem Klimawandel beeinflussen die Bienenpopulationen?

Neben dem Klimawandel sind Pestizide, Lebensraumverlust und Krankheiten weitere bedeutende Bedrohungen für Bienenpopulationen. Diese Faktoren können synergistisch wirken und die Bienen zusätzlich gefährden.

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