Unterschied zwischen Bienen und Wespen
Vor allem im heimischen Garten schwirren in den Sommermonaten die kleinen, schwarz-gelb gestreiften Insekten umher. Den Unterschied zwischen einer Biene oder Wespe zu erkennen, fällt manchmal schwer. Während die Biene einen guten Ruf bei uns hat, stört die Wespe uns eher beim Essen auf der Terrasse. Dabei leistet auch die Wespe einen wichtigen Beitrag für Mensch und Natur.
Bienen und Wespen sind nah verwandt und gehören zur Gruppe der Hautflügler. Nachfolgend werden die Unterschiede bezüglich ihres Aussehens, ihrer Lebensweise und ihres Verhaltens erläutert.
Aussehen
Die Biene:
Die Biene ist recht pummelig, behaart und ihre Farben sind bei weitem nicht so auffällig wie die der Wespe. Sie ist gelb, braun bis grau gestreift. Ihr Stachel dient zur Verteidigung ihres Bienenstocks und wird nur bei Bedrohung eingesetzt. Ihr Stachel ist mit einem Widerhaken versehen. Jedoch besitzen nur die Arbeiterinnen einen Stachel, bei der Königin ist der Stachel zurückgebildet. Die Biene sondert bei einem Angriff ihr gesamtes Gift ab.
Die Wespe:
Die Wespe ist schmaler und hebt sich mit ihrer Wespentaille ab. Sie ist gelb-schwarz gestreift und unbehaart und fällt durch ihre markanten Streifen auf. Diese dienen dazu, Feinden zu signalisieren, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist. Ihr Stachel ist sehr glatt und kann daher einfach aus dem Opfer herausgezogen werden. Die Wespe kann die Giftmenge dosieren und dadurch mehrmals zustechen.
Gemeinsamkeiten
Beide haben einen ähnlichen Körperbau. Ihr Körper ist unterteilt in Vorder- und Hinterleib. Sie besitzen sechs Beine. Ihre Facettenaugen sorgen für ein breites Blickfeld, so können sie Bewegungen blitzschnell wahrnehmen. Mit dem Fühler, auch Antenne genannt, nehmen sie Gerüche und Geschmack wahr. Zudem dient der Fühler zur chemischen Kommunikation. Bienen und Wespen gehören zur Gruppe der Hautflügler. Ihre Flügel sind zweihäutig. Dabei ist der Vorderflügel meist größer als der Hinterflügel.
Lebensweise
Die Biene:
Ein Bienenstaat besteht aus ca. 50.000 Bienen mit einer Königin als Oberhaupt. Das Bienenvolk überlebt nur durch Arbeitsteilung. Die Aufgabe der Königin ist es, einen Staat zu gründen und Eier abzulegen. Sie sorgt dabei für den Zusammenhalt. Die Königin ist das einzige Tier im Bienenvolk, welches von männlichen Bienen (Drohnen) befruchtet werden kann. Am Tag legt die Königin bis zu 3.000 Eier in die Brutzellen. Aus den befruchteten Zellen schlüpfen die Arbeiterinnen und aus den unbefruchteten Eiern die Drohnen. Die Arbeiterinnen sorgen sich um den Nachwuchs, den Wabenbau, die Verteidigung des Bienenstocks und beschaffen die Nahrung, indem sie Pollen und Blütenstaub in den Stock schaffen. Bienen ernähren sich vegetarisch.
Heute gibt es sehr viele domestizierte Bienenvölker, die in von Menschen geschaffenen Behausungen leben. Ansonsten leben Bienen in der freien Natur. Ihr Nest bauen sie in Hohlräumen von Pflanzen, Bäumen oder der Erde. In einem Bienenstaat überwintern die Arbeiterinnen und die Königinnen. Die Königin kann bis zu sechs Jahre alt werden.

Die Wespe:
Ein Wespenstaat ist sehr viel kleiner als der der Biene. Er umfasst dabei max. 8.000 Tiere. Im Gegensatz zum Bienenstaat existiert der Wespenstaat nur von Frühjahr bis Herbst. Die Wespenkönigin wird gerade mal ein Jahr alt. Die Wespenkönigin überwintert ca. sechs Monate in ihrem Unterschlupf, bevor sie einen neuen Staat gründet. Genauso wie Bienen weisen Wespen ein Sozialsystem auf.
Während die Arbeiterinnen sich um den Nachwuchs kümmern, dienen die Drohnen zur Begattung der Königin, die Königin ist für die Gründung und den Bau des Wespenstaates verantwortlich. Nachdem die Königin aus ihrem Winterschlaf erwacht ist, sucht sie einen geeigneten Ort für das Nest. Dies geschieht im Frühjahr, wenn die Temperaturen über einen längeren Zeitraum bei über 15 Grad Celsius bleiben. Das Nest baut die Königin in dunkle Hohlräume. Oft sucht sie sich diese Räume unter der Erde. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sie ihr Nest in Öffnungen von Rollladenkästen, im Mauerwerk oder unter dem Dach bauen. Die Wespe baut ihr Nest aus einer klebrigen Masse aus Holz- und Papierfasern und Speichel. Um zu vermeiden, dass sich Wespen am eigenen Haus ansiedeln, sollten Öffnungen am Haus verschlossen werden.

Verhalten
Die Biene:
Die Biene begegnet dem Menschen sehr selten, da sie sich rein vegetarisch von Nektar und Pollen ernährt. Bienen reagieren nur aggressiv, wenn ihr Bienenvolk bedroht wird. Die Biene ist nicht nur für die Produktion von Honig verantwortlich, sie ist auch neben weiteren Insekten für die Bestäubung von Pflanzen verantwortlich und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Sie gelten daher als sehr fleißig.
Die Wespe:
Wespen haben bedauerlicherweise einen schlechten Ruf. Auf der Suche nach Nahrung können sie dem Menschen schnell lästig werden. Sie stören uns in den Sommermonaten beim Frühstück, Kaffee oder Abendbrot. Die wenigsten wissen jedoch, dass nur zwei Wespenarten für diesen Ruf verantwortlich sind. Lediglich die Gemeine Wespe und die deutsche Wespe suchen in der Nähe des Menschen Nahrung. Wespen tragen durch ihre Ernährung dazu bei, andere störende Insekten wie Fliegen oder Mücken zu reduzieren.

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