Was steht alles auf dem Honig-Etikett?

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Was steht alles auf dem Honig-Etikett?

Ein Honig-Etikett erfüllt nicht nur die gesetzlichen Anforderungen der EU-Lebensmittel Kennzeichnungsverordnung, es trägt dazu bei, das Vertrauen der Käufer zu gewinnen, die Qualität des Produkts zu garantieren und die Markenidentität zu stärken.

 

Manche Menschen erkennen auch durch die Kennzeichnung von Honig, ob es sich um eine regionale Honigsorte oder gepanschten Honig handelt. Daher ist es entscheidend, dass bestimmte Angaben auf dem Honig-Etikett gesetzlich vorgeschrieben sind.

Foto von Honiggläsern

Wie funktioniert die EU-Lebensmittelkennzeichnungsverordnung?

Die EU-weit einheitliche Lebensmittel-Kennzeichnung dient dazu, Verbraucher transparent und einheitlich über die Inhaltsstoffe und die Herkunft von Lebensmitteln zu informieren. Sie stellt sicher, dass wichtige Informationen wie Zutaten, Nährwertangaben, Allergene, Mindesthaltbarkeitsdatum und Herkunft des Produkts klar und verständlich angegeben sind.

 

Allgemeine Informationen:

  • Diese Vorgaben der europäischen Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) (EU) Nr. 1169/2011 gelten seit dem 13. Dezember 2014.
  • Die Nährwertkennzeichnung ist seit dem 13. Dezember 2016 geregelt.
  • Sie gilt direkt in allen EU-Mitgliedstaaten und kann in bestimmten Bereichen von den Mitgliedstaaten ergänzt oder präzisiert werden.

 

Pflichtangaben auf dem Honigetikett

Jedes Honigglas, das in Deutschland zum Verkauf angeboten wird, muss bestimmte gesetzlich vorgeschriebene Informationen auf dem Etikett tragen. Diese Pflichtangaben dienen dem Verbraucherschutz und der Transparenz. Hier sind die wichtigsten Elemente:

 

 

  • Verkehrsbezeichnung: Bezeichnung des Honigs

Im Grunde reicht es aus, den Begriff „Honig“ auf dem Honig-Etikett anzugeben, aber für ein besseres Verständnis sind Sortenangaben wie Blütenhonig oder Waldhonig effektiver. Steht der pflanzliche Nektaranteil über 60%, handelt es sich um einen Sortenhonig.

 

  • Ursprungsland: Woher stammt der Honig?

Auf DIB-Etiketten ist die Angabe „deutscher Honig“ ausreichend. Bei personalisierten Etiketten empfiehlt es sich, „Deutschland“ hinzuzufügen. Wenn der Honig aus mehreren Ländern stammt, sind auch Bezeichnungen wie:

-> Mischung von Honig aus EU-Ländern, Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern oder „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ zulässig.

 

  • Name und Anschrift

Der Name sowie die Adresse der zuständigen Imkerei (des Herstellers, Verpackers oder eines Importeurs mit Sitz in der EU) stehen auf dem Honigetikett. Eine Website oder Mailadresse allein reicht an dieser Stelle nicht aus.

 

  • Nettofüllmenge

Die Imker in der EU sind verpflichtet, das Nettogewicht anzugeben. Je nach Glasgröße gibt es Vorgaben für Mindestschriftgrößen, die alle Honig-Etiketten einhalten müssen.

Die vorgeschriebene Schriftgröße des kleinen „x“ richtet sich nach dem Glasgewicht:

  • 2 Millimeter für 5 bis 50 Gramm
  • 3 Millimeter für 50 bis 200 Gramm
  • 4 Millimeter für 200 bis 1.000 Gramm (trifft auf die Mehrheit der Honiggläser zu)
  • 6 Millimeter für über 1.000 Gramm

 

  • Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Wie lange ist der Honig haltbar?

Auf dem Honig-Etikett ist die vollständige Formulierung „Mindestens haltbar bis…“ erforderlich. Es muss kein genaues Datum angegeben werden. Zum Beispiel genügt „Ende Dezember 2025“. Imker können das Mindesthaltbarkeitsdatum selbst bestimmen.

 

  • Loskennzeichnung

Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum präzise auf den Tag angegeben, könnte die Losnummer wegfallen, da sie primär der Rückverfolgbarkeit dient.

 

  • Hinweis zur Aufbewahrung

Der empfohlene Hinweis für die Lagerung des Honigs lautet: „Trocken und vor Wärme geschützt lagern!“.

Foto von Honiggläsern

Freiwillige Angaben und Besonderheiten auf einem Honigetikett

Neben den Pflichtangaben können Honigetiketten weitere Informationen enthalten:

  • Sortenbezeichnungen

Bei Sortenhonigen wie Akazienhonig oder Lindenhonig muss der Nektar zu mindestens 60% von der angegebenen Pflanzenart stammen. Solche Angaben sollten durch Laboranalysen belegbar sein.

 

 

  • Qualitätssiegel

Geschützte Qualitätszeichen wie das Bio-Siegel oder Fair-Trade-Siegel dürfen verwendet werden, wenn die entsprechenden Kriterien erfüllt sind.

 

 

  • Zusätzliche Produktinformationen

Imker können weitere Informationen wie regionale Herkunft oder besondere Qualitätsmerkmale angeben, solange diese nicht irreführend sind.

 

 

Das Honigetikett ist weit mehr als nur eine dekorative Verpackung. Es ist ein wichtiges Informationsinstrument, das Verbrauchern Auskunft über Herkunft, Qualität und Zusammensetzung des Honigs gibt. Die strengen Vorschriften zur Etikettierung gewährleisten Transparenz und Verbraucherschutz. Als Konsument lohnt es sich, diese Informationen genau zu lesen, um die Qualität und Herkunft des gekauften Honigs einschätzen zu können.

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