Was sind Kuckucksbienen?

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Parasitische Bienen – Kuckucksbienen sind Parasiten

Nicht alle Bienenarten weisen das gleiche Verhalten auf und leben in Harmonie zusammen. Unter den Bienen gibt es solitäre, kommunale, soziale und parasitäre Lebensweisen. Ein Bienenverhalten ist besonders faszinierend, aber sehr gefährlich für andere Bienen. Hierbei handelt es sich um parasitäre Bienen, auch bekannt als Kuckucksbienen.

Was sind Parasiten?

Organismen mit parasitärem Verhalten nutzen allgemein andere Lebewesen aus, indem sie von dem Wirt oder seinen Ressourcen bzw. Lebensraum leben. Die Beziehung zwischen Parasit und Wirt kann entweder tödlich, krankheitsverursachend oder positiv (symbiotisch) funktionieren. Es kommt immer auf die Parasitenart und die Bedingungen an.

Was gibt es für parasitische Bienenarten?

Etwa ein Drittel der Bienenarten ist als parasitäre Biene in Deutschland registriert. Kuckucksbienen sind selten, da sie sich auf bestimmte Wirtsarten spezialisieren. Sie bauen keine eigenen Nester oder leben mit anderen Artgenossen zusammen, weiterhin versorgen sie den eigenen Nachwuchs nicht selbst. Deshalb beanspruchen die Kuckucksbienen das fürsorgliche Verhalten anderer Bienenarten zu ihrem Vorteil.

  1. Brut- oder Futterparasiten
    Wie die Bezeichnung bereits erklärt, nutzen diese parasitischen Bienen die Brutzellen von solitär lebenden Arten, indem sie ihre eigenen Eier in die fremden Nester ablegen. Die Larve des Brut- oder Futterparasiten tötet das Ei oder die frisch geschlüpfte Biene des Wirts und versorgt sich daraufhin mit dem fremden Nahrungsvorrat. Die Futterparasiten werden auch als Kleptoparasiten bezeichnet.
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  3. Sozialparasiten
    Im Gegensatz zu Brut- oder Futterparasiten haben Sozialparasiten es auf sozial lebende Wildbienen abgesehen. Vor allem in Deutschland beobachten Bienen- und Hummelforscher dieses Verhalten bei manchen Hummelarten, den sogenannten Kuckuckshummeln. Sie bevorzugen einen relativ jungen Hummelstaat und brechen bei ihnen im Nistplatz ein.

     

    Ist der Angriff auf das Hummelnest erfolgreich, bauen die Kuckuckshummeln ihre eigenen Brutzellen über die bereits vorliegenden Brutkammern und gebrauchen den zur Verfügung stehenden Werkstoff der Wabe. Hummelwaben sehen im Vergleich zu den sechseckigen Bienen- oder Wespenwaben eher kugelig aus.

     

    Die Sozialparasiten legen ihre Eier in die fertiggestellten Brutzellen ab. Doch was passiert mit den fremden Eiern, wenn die Arbeiterinnen des Hummelstaats diese entdecken? Sie können die eigenen Eier nicht von den Kuckuckshummeln unterscheiden und verpflegen daher die unbekannten Hummellarven bis zur Verpuppung (Metamorphose).

Der Unterschied zwischen Sozialparasiten und Brut- oder Futterparasiten

Die Larven der Kuckuckshummeln (Sozialparasiten) lassen die Eier oder Larven des Wirtes am Leben. Der Nachwuchs der Brut- oder Futterparasiten hingegen töten alle lebenden Larven in den Brutzellen und bedient sich an den fremden Futtervorräten.

FAQ

Wie verhalten sich die parasitären Bienen (Kuckucksbienen)?

Kuckucksbienen sind parasitäre Bienen, was bedeutet, dass sie die Nester anderer Bienenarten nutzen, um ihre eigenen Eier abzulegen und ihre Nachkommen durch fremde Bienen aufziehen zu lassen. Sie sind nicht in der Lage, selbst Pollen und Nektar zu sammeln, um ihre Larven zu ernähren.

Welche Wirtsbienen bevorzugen die parasitären Bienen (Kuckucksbienen)?

Jede Kuckucksbienenart ist normalerweise auf bestimmte Wirtsbienenarten spezialisiert. Das bedeutet, dass sie ihre Eier nur in den Nestern dieser Wirtsbienen legen. Dies ist ein Beispiel für die Koevolution, bei der Kuckucksbienen und ihre Wirtsbienen im Laufe der Zeit aufeinander abgestimmt sind.

Wie passen sich die parasitären Bienen (Kuckucksbienen) an?

Kuckucksbienen haben oft eine Tarnung, die ihnen dabei hilft, sich in die Nester ihrer Wirtsbienen zu schleichen, um ihre Eier zu legen. Einige Kuckucksbienenarten haben auch spezielle Anpassungen entwickelt, um die chemischen Signale der Wirtsbienen zu imitieren und nicht erkannt zu werden.

Wie entwickeln sich die parasitären Bienen (Kuckucksbienen)?

Die Kuckucksbienenlarven schlüpfen zuerst in den Nestern der Wirtsbienen und je nach parasitärer Bienenart werden die Wirtslarven getötet oder es wird um die Nahrung und Ressourcen konkurriert. Nach ihrer Entwicklung verlassen die Kuckucksbienen die Nester der Wirtsbienen.

Wie bestäuben die parasitären Bienen (Kuckucksbienen)?

Obwohl Kuckucksbienen keine Pollen sammeln, spielen sie dennoch eine indirekte Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen. Wenn sie von einer Blume zur anderen fliegen, können Pollen von einer Blume auf ihrem Körper haften bleiben und auf andere Blüten übertragen werden.

Welche ökologische Bedeutung haben die parasitären Bienen (Kuckucksbienen)?

Kuckucksbienen sind Teil komplexer Nahrungsketten und Ökosysteme. Sie tragen zur Bestäubung von Pflanzen bei und können die Populationen von Wirtsbienenarten beeinflussen. Ihr Verhalten hat auch Einfluss auf die genetische Vielfalt von Bienenpopulationen.

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