Kunst, Kultur und Mythologie – die Rolle von Bienen

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Kunst, Kultur und Mythologie – die Rolle von Bienen

Die in frühen Kulturen unerklärliche Lebensweise der Bienen führte dazu, dass die Bienen göttlich verehrt wurden. In der Mythologie galten sie deshalb als Symbol der Mütterlichkeit, Produktivität und Fruchtbarkeit. Außerdem wurden sie als Krönung der Schöpfung betrachtet und ihr Summen als Loblied der Natur verstanden. In den meisten Kulturen wird die Biene für Fleiß, Reinheit und Ordnung angesehen.

Bienen in der griechischen Mythologie

Die geistig-spirituelle Bedeutung der Bienen entstand durch die Vorstellung, dass Bienen ins Licht fliegen und als Boten der Musen den Menschen Gesang und Beredsamkeit verleihen.

 

In der griechischen Mythologie nahmen der Honig und die Imkerei eine wichtige Rolle ein. Der griechische Arzt Hippokrates verordnete bei Fieber, Verletzungen, Geschwüren und eiternden Wunden Honig. Auch im Sport kam Honig zum Einsatz. So nahmen die Athleten bei den Olympischen Spielen Honig zu sich, um schnell wieder zu Kräften zu kommen. Daneben galt Honig im alten Griechenland nicht nur als Heilmittel, sondern auch als Schönheitsmittel.

 

In der Antike gab es einen heiligen Honig. Dieser heilige Honig, der angeblich von einer besonderen kupferfarbigen Bienenart erzeugt wurde, durfte weder von Menschen noch von Göttern berührt werden, wenn diesen nicht den Zorn von Zeus spüren wollten. Diese Erzählung bildete später die Grundlage für den Nektar.

Die Bienen und die Götter

Als Säugling wurde der Göttervater Zeus auf der Insel Kreta vor seinem kinderfressenden Vater Kronos versteckt. Zeus wurde auf der Insel nicht nur mit Milch, sondern auch mit Honig ernährt.

 

Ähnlich verhielt es sich bei Bacchus, dem Gott des Weines. Wie Zeus ist er in seiner Jugend von Bienen ernährt worden. Er soll zudem von der Nymphe Brisa die Kunst des Honigschleuderns gelernt haben. Ein weiterer Mythos um Bacchus besagt, dass er umherschwirrende Bienen gebändigt und in einem hohlen Baum zum Bau einer Bleibe veranlasst haben soll.

 

Der griechischen Mythologie zufolge soll durch Hero Aristeus, einem Sohn des Apollos und der Nymphe Cyrene, die Imkerei entstanden sein. Die Göttin Cere befahl den Bienen, ihren Lieblingstieren Heros Aristus die Kunst der Imkerei beizubringen. Das erlernte Wissen setzte Heros in Thessalien um. Hierbei schloss er die wildlebenden Waldbienen in selbstgefertigte Bienenstöcke ein und gewann so den Honig, welchen er als Nahrung verwendete.

Auch die Mutter- und Erdgöttin Demeter stand in Verbindung mit der Biene. Demeter wird auch als Bienenkönigin bezeichnet und Ihre Priesterinnen, die Melissae, dienten ihr als fleißige Bienen für tägliche Aufgaben. Sie sind um Fleiß und Sparsamkeit bemüht und schützen die Mutterschaft. Der Bienenschwarm im Bienenstock symbolisiert das hoffnungsvolle Leben auf einer von weiblicher Umsicht regierten Erde.

 

Im alten Griechenland galt alles, was in der Natur geschah, als göttliches Werk. So erzählt das Lehrgedicht Georgica vom römischen Dichter Vergil von Aristeus und seinem Bienenstock: Der Mythologie nach wollte Aristeus, der einen Bienenstock besaß, Euridike, die Frau des Orpheus, verführen. Diese wies ihn jedoch zurück und starb an einem Schlangenbiss. Aus Rache zerstörte Orpheus den Bienenstock von Aristeus. Die Götter waren über das Verhalten von Aristeus verärgert. Um sie zu besänftigen, opferte Aristeus ihnen vier Stiere und vier Färsen, aus deren Eingeweiden Bienenschwärme entflogen. Mit diesen Bienen konnte Aristeus seinen Bienenstock wieder aufbauen und den Menschen die Imkerei lehren.

Bienen in der ägyptischen Mythologie

In der ägyptischen Mythologie wurde die Biene mit dem Sonnengott Re in Verbindung gebracht, da sie im Frühling mit den ersten Blumen und am Morgen mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ausschwärmen.

 

Der ägyptischen Mythologie zufolge entsteht aus den glitzernden morgendlichen Tautropfen, den Tränen des Sonnengottes Re, die Arbeitsbiene. Sie ist die Schöpferin von Blumen und Bäumen.

 

Im alten Ägypten symbolisierte die Biene Geburt, Tod und Auferstehung und galt als Lebensspenderin. So heißt es, dass die Seelen Verstorbener in Bienen übergehen und mit ihnen auffliegen, um in das Königreich des Himmels zu gelangen.

 

Als geflügelte Boten übermitteln Bienen Botschaften in die Welt der Geister.

Bienen in Christlichen Erzählungen

Im Christentum gilt die Biene als Symbol der Reinheit und Unschuld. Sie lässt Bienenwachs entstehen, welcher als unverderblich und rein gilt und somit heilig ist.

 

Vom 5. bis zum 16. Jahrhundert schrieb die Kirche den Gebrauch von Bienenwachskerzen beim Gottesdienst vor. So sollen in der Schlosskirche Wittenberg jährlich 36.000 Pfund Wachs verbrannt worden sein.

Bienen, die sich von selbst gesammeltem Honig ernähren, werden unter anderem mit dem gläubigen Christen verglichen, der das Wort Gottes aufnimmt und selbstlos weitergibt.

 

Das Bienenvolk symbolisiert die christliche Gemeinde. Der Bienenstock oder -korb stellt das Bild der Gläubigen umfassenden, schützenden Kirche dar.

 

Als Christi an das Kreuz geschlagen wurde, sammelten Bienen den Erzählungen nach, das Blut Christi, das auf die Erde tropfte. Honig wurde dadurch zum Symbolträger des Blutes Christi.

 

Eine Heiligengeschichte, die sich mit Bienen beschäftigt, ist die Geschichte der heiligen Rita von Cascia. Die Geschichte soll sich im 14. Jahrhundert zugetragen haben. Die heilige Rita soll als Kind kurz nach ihrer Geburt inmitten eines Bienenschwarms gelegen haben. Dabei sollen ihr Bienen durch die Nase und den Mund gekrochen sein, ohne ihr Leid zugefügt zu haben. Rita konnte gesund aus dem Schwarm geborgen werden. Dies wurde als Zeichen für eine liebende, entsagende, verzeihende Frau, die sich in fleißiger Gottergebenheit für andere einsetzt, gewertet.

Bienen in der Kunst

Bienen gelten als Symbol für das Gute und Schöne. Seit prähistorischen Zeiten werden sie in Kunstwerken dargestellt.

 

Bekannte Künstler wie Albrecht Dürer, Claude Monet und Salvador Dali haben Bienen in ihren Werken abgebildet. Auch zeitgenössische Künstler wie Joseph Beuys und Jeanette Zippel nutzen Bienen als Thema für ihre Kunstwerke.

 

Im Osten Spaniens, in den Höhlen Cuevas de la Araña wurden Wandmalereien aus der Steinzeit entdeckt. Die Malereien werden auf 10.000 bis 6.000 v.Chr. datiert. Sie zeigt eine Szene, in der eine Person auf einen Baum klettert und Honig von einem in einer Baumhöhle lebenden Bienenvolk erbeutet. Diese Wandmalereien können, wie die Jagdszenen, als Alltagsszenen verstanden werden. Sie verdeutlichen die Bedeutung der Bienen, des Honigs und des Wachses für die Menschen zu dieser Zeit.

 

Bienen wurden von vielen bekannten Malern durch alle Epochen hindurch abgebildet. So gibt es Darstellungen von Albrecht Dürer, Claude Monet oder Salvador Dali. Auch zeitgenössische Künstler wie Graham Sutherland oder Wolfgang Laib haben die kleinen Wesen in ihren Werken festgehalten, um auf ihre Bedeutung für die Natur und den Menschen aufmerksam zu machen.

 

Auf der Documenta 6 in Kassel installierte der Künstler Joseph Beuys 1977 die „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, die über mehrere Räume verteilte technische Anordnung pumpt 150 kg Honig durch ein umlaufendes Schlauchsystem.

 

Die Künstlerin und Bienenfachfrau Jeanette Zippel erschafft für den öffentlichen Raum Kunst, welche aus Eiche oder Sandstein bestehen und ein reichhaltiges Angebot an Bienennährpflanzen bieten.

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