Körperbau – Anatomie der Biene

#

alle Beiträge

Körperbau – Anatomie einer Biene

Die Honigbiene, auch bekannt als Apis mellifera, ist eine faszinierende und hochorganisierte Kreatur, die nicht nur für ihre Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen, sondern auch für die Produktion von Honig von großer Bedeutung ist. Um ein besseres Verständnis für diese bemerkenswerte Spezies zu erlangen, ist es lohnenswert, einen näheren Blick auf ihre Anatomie zu werfen. Die Struktur des Bienenkörpers ist ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Körperteilen und Organen, das den Bienen ermöglicht, ihre vielfältigen Aufgaben im Bienenstock effizient zu erfüllen. Von den Flügeln über den Saugrüssel bis hin zu den spezialisierten Drüsen – die Anatomie der Honigbiene bietet einen faszinierenden Aufbau, der Einblicke in die Evolution und die erstaunlichen Anpassungen dieser sozialen Insekten liefert.

Die Nahaufnahme zeigt eine auf einer gelben Blume sitzenden Biene, welche mit Blütenstaub bedeckt ist.

Kopf der Honigbiene

Der Kopf der Honigbiene zeigt eine beeindruckende Vielfalt hochspezialisierter Strukturen und Organe, die für ihre Lebensweise und Funktion im Bienenstaat unerlässlich sind.

1. Die Augen der Biene

Beginnend mit den Augen verfügt die Biene nicht nur über zwei, sondern über insgesamt fünf Augen. Die Facettenaugen setzen sich aus zahlreichen Ommatidien zusammen, jeder mit einer eigenen Linse und Sinneszellen. Dieses komplexe System ermöglicht es der Honigbiene, ein Gesamtbild aus den vielfältigen Sinneseindrücken zu formen. Interessanterweise nimmt die Honigbiene im Gegensatz zum Menschen einen Teil des ultravioletten Lichts wahr, während der rote Bereich des Farbspektrums für sie unsichtbar bleibt.

 

Zusätzlich zu den Facettenaugen besitzt die Biene drei Punktaugen, auch Ocellen genannt, die sich auf ihrer Stirn befinden. Obwohl klein und von Borsten bedeckt, sind sie äußerst lichtempfindlich und spielen wahrscheinlich eine Rolle als Lichtkompass und innere Uhr.

2. Die Antennen

Die Antennen der Honigbiene erfüllen mehrere Funktionen und sind mit Sinneszellen für Geruch und Geschmack ausgestattet. Zusätzlich verleihen ihnen Tasthaare auf der Oberfläche die Fähigkeit, zu fühlen und Vibrationen wahrzunehmen. Der Rüssel der Biene dient nicht nur der Flüssigkeitsaufnahme von Wasser und Nektar, sondern wird auch für den sozialen Futteraustausch genutzt.

3. Der Kiefer

Die Mandibeln oder Kiefern der Honigbiene ermöglichen es ihr, feste Pollen zu knabbern und Wachs zu formen, um damit neue Waben zu bauen. Ein weiterer bedeutender Aspekt des Kopfes sind die verschiedenen Drüsen, darunter Speicheldrüsen, Mandibeldrüsen, Futtersaftdrüsen und Hormondrüsen, die eine Schlüsselrolle in den komplexen sozialen Interaktionen und Arbeitsabläufen im Bienenvolk spielen.

„Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr.“ – Albert Einstein

Brust der Honigbiene

Der Brustkorb, auch Thorax genannt, ist ein zentraler Bestandteil der Anatomie der Honigbiene und beherbergt den Großteil ihrer Muskulatur. Direkt unterhalb des Kopfes gelegen, ist der Thorax mit drei Beinpaaren und zwei Flügelpaaren ausgestattet. Zusätzlich verlaufen in der Nähe des Bauches ein großer Nervenstrang und die Speiseröhre, die für die grundlegenden physiologischen Funktionen der Biene von Bedeutung sind.

1. Die Flügel der Biene

Besonders hervorzuheben ist die ausgeprägte Flügelmuskulatur, die nicht nur das Fliegen ermöglicht, sondern auch eine entscheidende Rolle beim Heizen des Bienenstocks spielt. Die Flügelmuskulatur erfüllt eine doppelte Funktion: Fliegen und Heizen. Bei Bedarf kann die Biene ihre Flugmuskulatur aktivieren, um ihren Körper zu erwärmen, ohne dabei ihre Flügel zu bewegen. Diese Fähigkeit ist von großer Bedeutung für das Überleben des Bienenvolkes, insbesondere an kalten Tagen und Nächten.

2. Beine

Die drei Beinpaare der Biene erfüllen ebenfalls vielfältige Aufgaben. Die Vorderbeine werden besonders häufig zum Putzen verwendet und verfügen über eine Putzscharte, die das Entfernen von Fremdkörpern erleichtert. Die Mittelbeine dienen vorwiegend der Fortbewegung und dem Festhalten am Untergrund. Die Hinterbeine hingegen unterscheiden sich je nach der Rolle der Biene im Volk. Die Hinterbeine der Arbeiterinnen dienen der Sammlung von Pollen, während die Drohnen ihre Königin während der Begattung im Flug mit ihren Hinterbeinen festhalten müssen. Diese vielfältigen Funktionen der Brust zeigen die hohe Anpassungsfähigkeit und die spezialisierten Aufgaben, die die Honigbiene innerhalb des Bienenvolks zu erfüllen hat.

Die Nahaufnahme zeigt eine Biene auf einer lilafarbenen Blüte.

Hinterleib der Honigbiene

Der Hinterleib der Honigbiene beherbergt einen bedeutenden Teil ihrer lebenswichtigen Organe, die durch Rückenplatten, Tergiten genannt, und Bauchplatten, Sterniten genannt, geschützt werden. Diese Platten bilden gemeinsam einen Ring, der wie ein Schuppenpanzer wirkt. Während weibliche Bienen und die Königin insgesamt sechs dieser Ringe aufweisen, verfügen männliche Bienen, die Drohnen, über sieben solcher Schutzringe.

 

Die Elastizität und Beweglichkeit des gesamten Hinterleibs ermöglichen es der Biene, sich in alle Richtungen zu krümmen und schnell zu stechen. Diese Anpassungsfähigkeit ist von entscheidender Bedeutung für verschiedene Aktivitäten der Biene, sei es bei der Verteidigung des Bienenstocks oder beim Bau und der Pflege der Waben. Der Hinterleib bildet somit einen zentralen Bereich der Anatomie der Honigbiene, der ihre Funktionalität und Anpassungsfähigkeit in vielfältiger Weise unterstreicht.

1. Der Stachel

Ein markantes Merkmal des Hinterleibs ist der Stachel, der den weiblichen Bienen als Verteidigungsinstrument dient und es ihnen ermöglicht, Gift zu injizieren. Im Gegensatz dazu besitzen Drohnen keinen Stachel. An der Unterseite des Abdomens, genauer gesagt am Hinterleib, befinden sich die Wachsdrüsen. Diese spielen eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion der Waben, indem die Bienen Wachs absondern und es verwenden, um die Strukturen im Bienenstock zu formen.

FAQ

Wie viele Augen hat eine Honigbiene und welche Funktion haben sie?

Eine Honigbiene verfügt über insgesamt fünf Augen. Neben den Facettenaugen, die für das Sehen von Farben und Bewegungen zuständig sind, besitzt sie auch drei Punktaugen, die wahrscheinlich als Lichtkompass und innere Uhr dienen.

Was ist das Besondere an den Facettenaugen einer Honigbiene im Vergleich zum menschlichen Auge?

Die Facettenaugen der Biene bestehen aus zahlreichen Ommatidien, die jeweils eine eigene Linse und Sinneszellen haben. Sie ermöglichen der Biene, ein Gesamtbild aus vielfältigen Sinneseindrücken zu formen und nehmen im Gegensatz zum Menschen einen Teil des ultravioletten Lichts wahr.

Welche Rolle spielen die Antennen einer Honigbiene?

Die Antennen der Biene dienen mehreren Funktionen, darunter Geruchs- und Geschmackssinn. Zusätzlich ermöglichen ihnen Tasthaare auf der Oberfläche, Vibrationen wahrzunehmen und geben der Biene die Fähigkeit zu fühlen.

Was ist die besondere Funktion der Flügelmuskulatur einer Honigbiene?

Die Flügelmuskulatur der Biene ermöglicht nicht nur das Fliegen, sondern spielt auch eine wichtige Rolle beim Heizen des Bienenstocks, indem sie aktiviert werden kann, um den Körper zu erwärmen, ohne dabei die Flügel zu bewegen.

Wie unterscheiden sich die Beine einer Honigbiene in ihrer Funktion?

Die Vorderbeine werden hauptsächlich zum Putzen verwendet, die Mittelbeine dienen der Fortbewegung und dem Festhalten, während die Hinterbeine je nach Rolle im Volk entweder der Pollensammlung oder der Begattung dienen.

Bienen Gesundheit

In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.

Besucht uns auch auf

Weitere Beiträge

Wespen fernhalten – Was kann ich tun?

Jeder kennt diese Situation - man sitzt friedlich im Garten, isst dabei ein Stück Kuchen oder grillt mit der Familie und plötzlich tauchen Wespen auf, die das Essen umschwirren. Für viele Menschen ist dies nicht nur störend, sondern auch nervig.

Totholz und seine Funktion im Garten

Es gibt viele Methoden, den Garten bienenfreundlich zu gestalten. Dazu zählt auch das Totholz. Unter dem Begriff versteht man stehende oder liegende Bäume, die abgestorben sind. Totholz entsteht durch den Alterstod und verschiedene Umwelteinflüsse. Meist sind das Naturkatastrophen wie Waldbrände, Orkane, Blitzeinschläge, Schnee- oder Eisbrüche.

Ein Stück Holz

Vorbereitung auf den Winter – was machen Insekten im Herbst?

Insekten leben im Frühling und Sommer sehr aktiv. Sie sammeln Nahrung und paaren sich. Insbesondere in Gärten und Wäldern können Menschen das tierische Treiben beobachten. Im Herbst verhalten sich die Tiere ruhiger und bereiten sich auf den Winter vor. Dafür entwickeln sie verschiedene Strategien zum Überleben.

Marienkäfer auf ein Herbstblatt

Ablauf der Honigernte

Bei einem gelungenen Ablauf der Honigernte können sich Imker über einen Honigertrag von bis zu 20 Kilogramm freuen. Der richtige Zeitpunkt für die Honigernte ist nicht klar definiert, einige Imker nehmen auch zwei Honigernten vor.

Honig in zwei Gläser