Honigschleuder: Aufbau, Arten und richtige Anwendung erklärt

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Honigschleuder einfach erklärt – Arten, Funktion & Tipps

Eine Honigschleuder hilft dem Imker den Honig schneller zu gewinnen, da dieser Vorgang ohne Schleuder mit viel Aufwand verbunden ist. Der Honig wird durch die Zentrifugalkraft von der Wachswabe getrennt und läuft auf den Boden des Behälters.

Imker entfernt den Honig aus den Bienenwaben

Allgemeiner Aufbau einer Honigschleuder

Eine Honigschleuder besteht aus einem großen zylinderförmigen Edelstahlkessel, der auf einem stabilen Standbein steht. Im Inneren befindet sich der Schleuderkorb, in dem die Waben befestigt werden und der sich mit ihnen dreht. Je nach Schleuder befindet sich im Behälter entweder ein kleiner Motor (automatisch), oder eine Kurbel, mit deren Hilfe die Schleuder in Bewegung gesetzt werden kann. Am Boden des Kessels befindet sich ein Auslaufhahn, durch den der Honig am Ende abfließen kann. Über den Auffangbehälter wird dann in der Regel noch ein Sieb oder ein Doppelsieb befestigt, damit die Überreste vom Wachs entfernt werden können.

Es gibt verschiedene Ausführungen der Honigschleuder, aber im allgemeinen Aufbau unterscheiden sie sich kaum.

 

 

 

Welche Arten von Honigschleudern gibt es?

  • In der Tangentialschleuder werden die Waben seitlich zur Trommelwand in die Schleuder eingesetzt und durch die Drehbewegung wird der Honig aus einer Seite der Wabe nach außen geschleudert. Ein Vorteil dieser Art ist besonders die schonende Behandlung, wobei die Waben kaum brechen und besser verarbeitet werden können. Ebenfalls ist die Reinigung sehr einfach und die Anschaffungskosten sind gering. Jedoch ist die Tangentialschleuder nicht für große Imkerei-Betriebe geeignet, da die Waben von selbst gewendet werden müssen und dies sehr zeitaufwendig ist.

 

  • Bei der Radialschleuder stehen die Waben, wie die Speichen eines Rades, um die Achse herum, so ist es möglich, dass bei der Drehbewegung der Honig aus beiden Seiten der Wabe herausgeschleudert werden kann und kein Wenden nötig ist. Die Stellung der Waben hat den Vorteil, dass mehrere Waben in einem Prozess verwendet werden können. Daher ist diese Schleuder eher für größere Imkerei-Betriebe geeignet.

 

  • Die Selbstwendeschleuder, oder auch automatische Tangentialschleuder genannt, ist eine Kombination aus der Radial- und Tangentialschleuder. Die Waben werden so platziert, dass sie beim Richtungswechsel der Schleuderbewegung automatisch die Seite wechseln. Dadurch kann der Honig beidseitig herausgeschleudert werden, ohne die Wabe selbst zu wenden. Dieser Vorgang spart dem Imker sehr viel Zeit und ist ebenfalls sehr schonend für die Waben. Der einzige Nachteil ist, dass diese Schleuder mechanisch etwas komplexer ist und somit in der Anschaffung etwas teurer und wartungsintensiver ist.

Wie arbeitet man mit einer Honigschleuder?

Die Vorbereitung auf das Arbeiten mit der Honigschleuder beginnt mit einer sorgfältigen Personalhygiene. Dazu gehören saubere Arbeitskleidung sowie das Tragen einer geeigneten Kopfbedeckung. Außerdem sollte die Honigschleuder vor dem Einsatz auf einen sicheren Stand und ihre volle Funktionsfähigkeit überprüft werden.

Im ersten Schritt werden die Honigwaben aus dem Bienenstock entnommen und die Bienen vorsichtig entfernt. Anschließend kommen die Waben in eine Transportbox, um sie während des weiteren Prozesses bienenfrei zu halten.

 

Darauf folgt das sogenannte Entdeckeln der Waben. Hierbei werden die Wachsdeckel, die die reifen Honigzellen verschließen, mithilfe eines Entdeckelungsmessers oder einer Entdeckelungsgabel abgenommen.

Nun können die vorbereiteten Waben in die Honigschleuder eingesetzt werden. Die genaue Position hängt von der Bauart der Schleuder ab. Um Beschädigungen an den Waben zu vermeiden, wird die Schleuder zunächst langsam gestartet und dann schrittweise beschleunigt. Durch die entstehende Zentrifugalkraft wird der Honig aus den Zellen gelöst und läuft an der Innenwand der Trommel nach unten. Von dort gelangt er durch ein Sieb in einen Auffangbehälter. Das Sieb filtert verbliebene Wachsreste, Pollen und Luftbläschen heraus, sodass eine reine Honigmasse entsteht.

 

Um auch letzte Wachspartikel und Luftblasen zu entfernen, ruht der Honig anschließend ein bis drei Tage in einem Edelstahlbehälter. Während dieser Zeit steigen die Rückstände nach oben und bilden eine Schaumschicht, die später einfach abgeschöpft werden kann.

Je nach gewünschter Konsistenz kann der Honig während der Ruhephase zusätzlich gerührt werden, wodurch eine besonders feine, cremige Textur entsteht. Abschließend wird der Honig abgefüllt, verpackt und ist damit bereit für den Verkauf.

Auch die Mutter- und Erdgöttin Demeter stand in Verbindung mit der Biene. Demeter wird auch als Bienenkönigin bezeichnet und Ihre Priesterinnen, die Melissae, dienten ihr als fleißige Bienen für tägliche Aufgaben. Sie sind um Fleiß und Sparsamkeit bemüht und schützen die Mutterschaft. Der Bienenschwarm im Bienenstock symbolisiert das hoffnungsvolle Leben auf einer von weiblicher Umsicht regierten Erde.

 

Im alten Griechenland galt alles, was in der Natur geschah, als göttliches Werk. So erzählt das Lehrgedicht Georgica vom römischen Dichter Vergil von Aristeus und seinem Bienenstock: Der Mythologie nach wollte Aristeus, der einen Bienenstock besaß, Euridike, die Frau des Orpheus, verführen. Diese wies ihn jedoch zurück und starb an einem Schlangenbiss. Aus Rache zerstörte Orpheus den Bienenstock von Aristeus. Die Götter waren über das Verhalten von Aristeus verärgert. Um sie zu besänftigen, opferte Aristeus ihnen vier Stiere und vier Färsen, aus deren Eingeweiden Bienenschwärme entflogen. Mit diesen Bienen konnte Aristeus seinen Bienenstock wieder aufbauen und den Menschen die Imkerei lehren.

Häufig gestellte Fragen rund um die Honigschleuder

Was ist eine Honigschleuder und wofür wird sie verwendet?

Eine Honigschleuder ist ein Arbeitsgerät in der Imkerei, mit dem reifer Honig effizient aus den Waben gewonnen wird. Durch die entstehende Zentrifugalkraft wird der Honig aus den geöffneten Wabenzellen gelöst, ohne die Wabenstruktur zu zerstören. Das ermöglicht es, die Waben nach dem Schleudern wiederzuverwenden, was Zeit, Material und Kosten spart.

Ab wann lohnt sich die Anschaffung einer eigenen Honigschleuder?

Eine eigene Honigschleuder lohnt sich bereits ab wenigen Bienenvölkern, insbesondere wenn regelmäßig Honig geerntet wird. Hobbyimker mit zwei bis drei Völkern können zwar zunächst Gemeinschaftsschleudern oder Leihgeräte nutzen, doch bei steigender Völkerzahl bringt eine eigene Schleuder mehr Flexibilität, Hygiene und Zeitersparnis. Für Berufsimker ist eine eigene Honigschleuder unverzichtbar.

Welche Honigschleuder ist für Anfänger am besten geeignet?

Für Einsteiger eignet sich meist eine manuelle Tangentialschleuder. Sie ist kostengünstig, leicht zu bedienen, wartungsarm und besonders schonend für die Waben. Zudem lassen sich kleinere Mengen Honig präzise verarbeiten. Mit zunehmender Erfahrung und steigender Honigmenge kann später auf eine motorisierte oder automatische Schleuder umgestiegen werden.

Was ist der Unterschied zwischen manueller und elektrischer Honigschleuder?

Manuelle Honigschleudern werden per Handkurbel betrieben und sind ideal für kleine Imkereien oder gelegentliche Ernten. Elektrische Honigschleudern verfügen über einen Motor und ermöglichen konstante Drehzahlen, Richtungswechsel und größere Durchsatzmengen. Sie sparen Kraft und Zeit, sind jedoch in der Anschaffung teurer und benötigen Strom.

Wie viele Waben passen in eine Honigschleuder?

Die Kapazität einer Honigschleuder hängt vom Modell und der Bauart ab. Kleine Tangentialschleudern fassen meist zwei bis vier Waben, größere Radialschleudern können zehn, zwanzig oder sogar mehr Waben gleichzeitig aufnehmen. Für die Auswahl ist entscheidend, wie viele Völker bewirtschaftet werden und wie häufig geschleudert wird.

Wie reinigt man eine Honigschleuder richtig?

Nach dem Schleudern sollte die Honigschleuder gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden. Reinigungsmittel sind in der Regel nicht nötig und sollten vermieden werden, um Rückstände im Honig zu verhindern. Alle honigberührenden Teile müssen vollständig getrocknet werden, bevor die Schleuder eingelagert wird. 

Kann man Honig ohne Honigschleuder gewinnen?

Ja, Honig kann auch ohne Honigschleuder gewonnen werden, etwa durch Pressen oder Ausdrücken der Waben. Diese Methoden sind jedoch sehr arbeitsintensiv und zerstören die Waben vollständig. Dadurch müssen die Bienen neues Wachs produzieren, was zusätzliche Energie kostet und den Ertrag verringert. Die Honigschleuder ist daher die effizienteste und bienenschonendste Methode.

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