Bedeutung von Bienen(-Produkten) in der globalen Wirtschaft

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Bedeutung von Bienen(-Produkten) in der globalen Wirtschaft

Ohne Bienen würden Äpfel, Kirschen oder Birnen nur etwa ein Viertel des Ertrags bringen wie mit Bienen. Die Bestäubungsleistung von Kulturpflanzen verleiht Bienen eine entscheidende ökonomische Relevanz, da sie durch diese Funktion zu höheren Erträgen beitragen können.

 

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beträgt der Bestäubungswert eines Bienenvolks zwischen 800 und 900 Euro. Damit sind Bienen ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und gehören neben Rind und Schwein zu den drei wichtigsten Nutztieren. Die Universität Hohenheim schätzte 2020, dass der ökonomische Wert der Bestäubung weltweit bei 70 bis 100 Milliarden Euro liegt. Angaben des Deutschen Imkerbundes e. V. (D.I.B.) aus dem Jahr 2022 zufolge beträgt der ökonomische Nutzen der Bestäubungsleistung durch Insekten in Deutschland etwa 2 Milliarden Euro im Jahr. Damit übersteigt der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung den Wert der Honigproduktion um das 10 bis 15-Fache.

Die Bedeutung der einzelnen Bienenprodukte

Honig

Bereits in der Antike war die Wertschätzung für Honig hoch. Er war über Jahrtausende das einzige Süßungsmittel. Aufgrund der Zusammensetzung des Honigs als gesättigte Zuckerlösung, des sauren pH-Werts und der Inhibine besitzt Honig antibakterielle Eigenschaften. Der Europäischen Kommission nach wurden im Jahr 2022 286.000 Tonnen Honig in der EU produziert, wobei 34.100 Tonnen davon in Deutschland produziert wurden. Im Jahr 2021 lag die Honigproduktion der Europäischen Kommission zufolge weltweit bei 1.772.000 Tonnen. Weiterhin war die EU von Januar bis Juni 2023 der größte Importeur von Honig. Gefolgt von den USA.

Wachs

Das Bienenwachs wird von den Bienen zum Bau des Bienenstocks verwendet. Diese produzieren das Wachs in ihren Wachsdrüsen. Gewonnen werden kann Wachs durch das Ausschmelzen der Bienenwaben. Der Schmelzpunkt des Wachses liegt bei 62 – 64°C. Hauptbestandteil des Bienenwachses ist das Palmitinsäureester des Myricilalkohols. Im Altertum diente das Wachs als wichtiger Rohstoff. So wurde es zum Versiegeln von Briefen, als Trennmittel bei Metallgusstechniken und für die Kerzenherstellung und Modellierung genutzt. Auch heute wird das Bienenwachs noch zur Herstellung von Kerzen und Figuren verwendet. Zur Herstellung einer Kerze aus Bienenwachs wird das Wachs eines ganzen Bienenstocks benötigt. In der Imkerei wird das Bienenwachs unter anderem für die Mittelwände und Weiselnäpfchen genutzt. Die Kosmetikindustrie nutzt das Wachs unter anderem in Cremen und Lippenstiften. Daneben wird das Bienenwachs in der Medizin auch für Andrücke verwendet und in der chemisch-technischen Industrie für Lacke oder Wachsfarben.

Bienengift

Die wasserklare Flüssigkeit wird in den Giftdrüsen der Bienen hergestellt. Das Gift wird über den elektrischen Weg gewonnen und wird unter anderem in der Rheumatherapie eingesetzt.

 
Propolis

Propolis wird auch Bienenharz genannt und wird von den Bienen von verschiedenen Bäumen eingesammelt, um den Bienenstock damit abzudichten. So soll gegen Bakterien und Pilze vorgebeugt werden. Pro Jahr kann ein Bienenvolk etwa 50 bis 150 g des Harzes sammeln. Das Harz wirkt entzündungshemmend und antiviral. Es wird unter anderem in Zahnpasta, Cremes, Salben und medizinischen Produkten verwendet. Daneben wird es auch als Konservierungsmittel für Holz verwendet.

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