Bestäuben Bienen auch fleischfressende Pflanzen (Karnivoren)?
Die vermutlich faszinierendsten Pflanzen sind die fleischfressenden Pflanzen – oder auch Karnivoren genannt. Sie verspeisen Insekten und andere kleine Tiere, um an wichtige Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor zu gelangen. Dadurch sind sie nicht auf die Nährstoffe des Bodens angewiesen und versorgen sich autonom.
Die Fortpflanzung findet bei den meisten Karnivoren genauso eigenständig statt: Fleischfressende Pflanzen können sich über Samen (generative Vermehrung), Stecklinge (vegetative Vermehrung) oder auch durch Teilung (ebenfalls vegetative Vermehrung) reproduzieren. Jedoch trifft das nicht auf alle Insektenfresser zu.
Was also machen Karnivore, die auf die Hilfe ihrer Beute angewiesen sind, um sich zu vermehren?

Die Beute und der Helfer
Die Venusfliegenfalle zählt zu den bekanntesten Karnivoren. Sie ist ein häufiger Bestandteil in jedem Baumarkt und ein nützlicher Helfer für den Menschen. Allerdings vermehrt sie sich durch Bestäubung von Insekten – vor allem Bienen. Aber wie ist das möglich? Landen die fleißigen Helfer nicht in den Fallen und werden zur nächsten Mahlzeit?
Die Antwort: Nein.
Bestäubende Insekten landen kaum in den Fallen. Das liegt an der Bauweise der Venusfliegenfalle.
Die Schnappfallen, die die Beute fangen, befinden sich am Boden. Die Blüten dagegen wachsen an langen Stängeln gen Himmel. Die Insekten, welche es auf die Blüten abgesehen haben, kommen gar nicht in die Nähe der Fallen.
80% der Beutetiere der Venusfliegenfallen können nämlich gar nicht fliegen. Also unterscheidet die Pflanze durch ihre einzigartige Evolution zwischen Bestäuber und Futter.
Helfer stehen nicht auf dem Speiseplan
Nicht alle Karnivoren haben in die Höhe gebaut. Bei manchen Arten funktionieren die Fangmechanismen erst nach der Blütezeit. Wieder andere haben so kleine Fanghärchen, dass lediglich kleine Insekten, die nicht für die Bestäubung zuständig sind, in den Fallen gefangen bleiben, während größere Insekten kaum davon aufgehalten werden.
Egal, wie diese außergewöhnlichen Pflanzen aufgebaut sind, sie alle stellen sicher, dass ihre Helfer nicht als Mahlzeit enden.
Häufige Fragen zur Bestäubung fleischfressender Pflanzen
Bestäuben Bienen fleischfressende Pflanzen?
Ja, Bienen können verschiedene fleischfressende Pflanzen bestäuben. Viele Karnivoren sind für ihre Fortpflanzung auf Insekten angewiesen. Neben Bienen übernehmen auch Hummeln, Fliegen, Käfer und andere Insekten die Übertragung von Pollen zwischen den Blüten.
Welche fleischfressenden Pflanzen werden von Bienen bestäubt?
Zu den Karnivoren, deren Blüten von Bienen und anderen Insekten besucht werden können, gehören unter anderem Venusfliegenfallen, Sonnentau und verschiedene Schlauchpflanzen. Welche Bestäuber eine Pflanze anzieht, hängt von der jeweiligen Art, dem Standort und der Gestaltung der Blüten ab.
Warum fressen fleischfressende Pflanzen ihre Bestäuber nicht?
Viele fleischfressende Pflanzen besitzen Anpassungen, durch die Fangorgane und Blüten räumlich oder zeitlich voneinander getrennt sind. Bei der Venusfliegenfalle wachsen die Blüten beispielsweise an langen Stängeln deutlich oberhalb der bodennahen Fallen. Dadurch wird das Risiko reduziert, wichtige Bestäuber zu fangen.
Was ist der Unterschied zwischen Bestäubern und Beutetieren bei Karnivoren?
Bestäuber besuchen die Blüten und übertragen dabei Pollen, während Beutetiere von den Fangorganen der Pflanze gefangen und verdaut werden. Viele Karnivoren reduzieren Überschneidungen zwischen beiden Gruppen durch unterschiedliche Standorte von Blüten und Fallen, verschiedene Blüte- und Fangzeiten oder spezialisierte Fangmechanismen.
Kann man fleischfressende Pflanzen im Garten für Bienen pflanzen?
Einige winterharte Karnivoren können unter geeigneten Bedingungen im Garten oder in einem Moorbeet kultiviert werden. Als gezielte Nahrungsquelle für Bienen sind fleischfressende Pflanzen jedoch weniger geeignet als heimische, nektar- und pollenreiche Blühpflanzen. Ein vielfältiges Blütenangebot unterstützt Honig- und Wildbienen wesentlich effektiver.

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