Bienennest im Winter – Wie kann man es schützen?

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Bienennest im Winter – Wie kann man es schützen?

Im Winter ist der Schutz eines Bienennestes besonders wichtig, damit das Bienenvolk die kalte Jahreszeit gesund und sicher übersteht. Sowohl Honigbienen als auch Wildbienen haben unterschiedliche Strategien, um mit Kälte, Dunkelheit und Nahrungsmangel umzugehen. Dennoch gibt es grundlegende Maßnahmen, die helfen, sie vor Feuchtigkeit, Räubern und Störungen zu beschützen.

Eine Reihe an Bienenstöcken im Winter mit Schnee bedeckt

Wie überwintern Bienen?

Honigbienen

  • Honigbienen bleiben als Volk erhalten und bilden die sogenannte Wintertraube.
  • Durch das Vibrieren ihrer Flugmuskeln erzeugen die Tiere Wärme, sodass im Inneren der Traube konstante Temperaturen von 20 – 30 °C herrschen.
  • Die Königin sitzt gut geschützt im Zentrum der Traube.
  • Drohnen überleben den Winter nicht. Sie werden im Spätsommer aus dem Stock vertrieben, da sie unnötig Futter verbrauchen würden.
  • Die Bienen zehren über Monate von ihren Futtervorräten, die der Imker durch zusätzliches Einfüttern sicherstellen muss.

 

Wildbienen

  • Viele Arten überwintern als Ei, Larve oder Puppe in Hohlräumen, Pflanzenstängeln oder im Boden.
  • Manche Arten, wie Hummelköniginnen, graben sich in die Erde ein und überstehen den Winter dort allein.
  • Die Aktivität wird im Winter komplett eingestellt, bis die ersten warmen Frühlingstage kommen.

Vorbereitung auf den Winter

Die wichtigsten Arbeiten am Bienenstock beginnen bereits im Spätsommer nach der Honigernte:

  • Futtervorräte sichern: Ein Bienenvolk benötigt rund 15 – 20 kg Flüssigfutter, um den Winter zu überstehen.
  • Varroa-Behandlung: Eine Kontrolle und Behandlung gegen die Varroamilbe ist unverzichtbar, da ein geschwächtes Volk den Winter kaum übersteht.
  • Standort prüfen: Der Bienenstock sollte windgeschützt und dennoch gut belüftet stehen.

Schutzmaßnahmen für Honigbienenvölker im Winter

  • Flugloch verengen: Auf maximal 6 mm Höhe reduzieren (z. B. mit Fluglochkeilen oder Mäusegittern), damit Mäuse nicht eindringen können und das Volk geschützt wird.
  • Feuchtigkeit vermeiden: Bienen vertragen Kälte, aber keine Nässe. Ein wetterfester Deckel oder Überstand (z. B. Dachpappe, Wellplatten) schützt vor Regen und Schnee.
  • Belüftung sicherstellen: Das Flugloch darf nicht verschlossen werden, Staunässe führt zu Schimmel. Schnee oder Eis vor dem Flugloch muss regelmäßig entfernt werden.
  • Schutz vor Spechten: Ein grobmaschiges Netz in einigem Abstand zur Beute verhindert, dass Vögel am Holz picken.
  • Störungen vermeiden: Lose Teile, schlagende Äste oder laute Geräusche in unmittelbarer Nähe sollten beseitigt werden, um die Winterruhe nicht zu unterbrechen.
  • Kontrolle über Folie: Eine durchsichtige Folie über den Rähmchen ermöglicht es, den Zustand des Volkes zu überprüfen, ohne die Traube aufzureißen.

Besonderer Schutz der Wildbienen im Winter

Besonders für Wildbienen ist ein geeigneter Schutz im Winter wichtig, da sie auf natürliche Strukturen und sichere Rückzugsorte angewiesen sind. Ein naturnaher Garten bietet ihnen ideale Bedingungen: Laubhaufen, Totholz, Staudenreste und offene Bodenstellen dienen zahlreichen Arten als wertvolle Überwinterungsplätze.

 

Zusätzlich können gezielt Nisthilfen wie Insektenhotels unterstützen. Wichtig ist dabei, dass die Röhren glatt und mindestens 6 bis 10 Zentimeter tief sind. Sie sollten stets sonnig, regengeschützt und wetterfest aufgestellt werden, um den Bienen ein optimales Quartier zu bieten.

 

Während der Wintermonate ist es entscheidend, diese Nisthilfen nicht zu versetzen oder gar ins Warme zu holen, da ein vorzeitiges Schlüpfen im Winter das sichere Ende für die Tiere bedeuten würde.

 

Auch bei der Pflege des Gartens ist Rücksicht gefragt: Stauden und Wiesen sollten erst spät im Winter oder besser noch im Frühjahr zurückgeschnitten werden, damit die Wildbienen ihre Brut ungestört entwickeln können.

Kontrolle des Bienenstocks im Winter

Die Kontrolle des Bienenstocks im Winter sollte so behutsam wie möglich erfolgen, da jede unnötige Störung das Volk schwächen kann. Ein Öffnen der Beute ist nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt, denn schon das Aufreißen der Wintertraube kann für die Bienen lebensgefährlich sein. Stattdessen genügt es häufig, aufmerksam zu horchen. Mit einem Stethoskop oder auch vorsichtig mit dem Ohr an der Beute lässt sich das leise Summen des Volkes wahrnehmen.

 

Regelmäßige Kontrollgänge sind dennoch wichtig, allerdings beschränken sie sich auf das Nötigste: Es gilt, mögliche Schäden durch Sturm oder Tiere zu erkennen, zu prüfen, ob das Flugloch frei von Schnee und Eis ist, und den allgemeinen Wetterschutz des Bienenstocks im Blick zu behalten.

 

Ein effektiver Winterschutz für Bienennester bedeutet vor allem:

  • genügend Vorräte,
  • Schutz vor Feuchtigkeit und Räubern,
  • Belüftung ohne Zugluft,
  • und so wenig Störung wie möglich.

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