Wie füttert man Wildbienen richtig?
Für Wildbienen ist ein umfangreiches Nahrungsangebot essenziell. Sie sammeln Nektar und Pollen, um sich selbst zu ernähren und ihre Nachkommen zu versorgen. Damit sie das ganze Jahr über genug Nahrung finden, brauchen sie eine große Vielfalt an blühenden Pflanzen, die von den ersten Frühlingsblüten bis zu spät blühenden Herbstpflanzen reicht.
1. Pflanzenvielfalt schaffen
Besonders wertvoll für Wildbienen sind ungefüllte Blüten, da sie reichlich Pollen und Nektar bieten. Wildbienen profitieren auch von weit verbreiteten und regionalen Pflanzen, die lange blühen und zahlreiche Blüten tragen.
Um eine Bienenweide vielversprechend zu bepflanzen, sind die Jahreszeiten ebenfalls zu beachten und sie sollte daher mit Frühlings-, Sommer- und Herbstpflanzen ausgestattet sein. Dementsprechend bleibt das Nahrungsangebot für Wildbienen lange bestehen.
Verschiedene Blühpflanzen für Wildbienen:
- Frühblüher: Krokusse, Kegelblume, Blausternchen, Schlüsselblumen, Sternhyazinthe, Traubenhyazinthe
- Herbstpflanzen: Fetthenne, Heidekraut, Lavendel, Sonnenhüte
- Wildblumen: Flockenblumen, Löwenzahn, Distel, Astern, Wegwarte, Resede, Glockenblume
- Kräuter: Thymian, Salbei, Ysop, Bohnenkraut, Minze, Zitronenmelisse
- Bäume: Apfel, Kirsche, Birne, Pflaume, Pfirsich
- Sträucher: Johannisbeere, Brombeere, Holunder, Heidelbeere, Himbeere, Wildgehölze wie Schlehe und Weißdorn
2. Wasser anbieten
Bei sommerlichen Temperaturen von bis zu 40 °C haben Wildbienen häufig Schwierigkeiten geeignete Wasserquellen zu finden, da viele unzugänglich oder schädlich sind. Die Wildbienen brauchen Wasser genauso wie Pollen und Nektar, um in ihrer kurzen Lebenszeit richtig arbeiten zu können.
Wie kann man Wildbienen am besten Wasser anbieten?
- Das saubere Wasser sollte in der Nähe des Bienenstocks und im Schatten stehen, damit sie sich vor dem Sonnenlicht schützen können.
- Regelmäßig das Wasser wechseln.
- Eine flache Wasserschale oder andere niedrige Stellen bieten vor allem mit Steinen als Landeplätzen oder mit Moos ausgestattet, eine sichere Trinkquelle für Wildbienen.
- Wasser mit Salz zu vermischen ist nicht zwingend notwendig, weil es in der freien Natur ausreichend Quellen mit Mineralsalzen gibt.

3. Naturnahe Lebensräume fördern
Bienenfreundliche Pflanzen gedeihen ideal bei gesunder Erde. Ein nährstoffreicher Boden ist die Grundlage für gesundes Pflanzenwachstum im Garten. Durch regelmäßiges Mulchen mit Materialien wie Herbstlaub oder Rindenmulch bleibt der Boden humusreich und feucht. Zusätzlich kann im Frühjahr ein Gartenkompost ausgebracht werden, um die Erde mit wertvollen Nährstoffen zu versorgen.
Nicht nur Pflanzen profitieren von einem geschützten Lebensraum. Etwa 75 Prozent der Wildbienen leben unter der Erde und sind auf ungestörte Nistplätze angewiesen, um ihre Nachkommen erfolgreich aufzuziehen.
Wie schafft man einen Lebensraum für Wildbienen und Bienenpflanzen?
- Viele Wildbienen bauen ihre Nester in Totholz, sandigen Böden oder Lehmwänden. Diese natürlichen, unterirdischen Strukturen bieten ihnen nicht nur Schutz, sondern erleichtern auch die Nahrungssuche.
- Einige Oberflächen im Garten sollten daher nicht durch Mulchen oder Kies bearbeitet werden. Stattdessen legt man sonnige, offene Stellen mit feinem Sand bzw. Erde oder kleine, trockene Lehmwände für die solitären Bienen an.
- Andere Wildbienenarten bevorzugen auch Wildbienenhotels.
- Egal ob im Garten oder in der Natur, man sollte keine Pestizide verwenden, da diese Chemikalien die Wildbienen und ihre Nahrungsquellen schädigen.
4. Nicht mit Zuckerwasser füttern
Einige Wildbienen sind auf besondere Futterpflanzen spezialisiert, die nur an bestimmten Orten blühen und viel Nektar sowie Pollen produzieren. Durch die immer kleiner werdenden Lebensräume finden sie zunehmend weniger Nahrung. Einige unwissende Menschen denken daher, dass sie Wildbienen mit Zuckerwasser füttern können, um dieses Problem zu lösen.
Leider schadet diese wohlgemeinte Maßnahme den Wildbienen. Im Gegensatz zu Honigbienen sollten Wildbienen nicht mit Zuckerwasser gefüttert werden, da dies ihre Ernährung nicht ausreichend unterstützt und keine wertvollen Nährstoffe wie Pollen enthält.
5. Künstliche Nahrungsquellen in Notzeiten?
Bei langanhaltender Blütenknappheit oder extremen Dürreperioden (Trockenheit) können speziell entwickelte Futtermischungen dazu beitragen, Wildbienen mit den für sie wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Trotzdem ersetzt diese Maßnahme kein artgerechtes Leben der Wildbienen. Das Wichtigste ist, den Wildbienen eine nachhaltige, naturnahe Umgebung zu schaffen, in der sie ihre Nahrung selbst finden können.


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