Der bienenfreundliche Garten

#

alle Beiträge

Der bienenfreundliche Garten

In Deutschland gibt es mehr als 560 Arten von Wildbienen, aber ihre Populationen schrumpfen zunehmend. Jeder kann dazu beitragen, diese wichtigen Bestäuber zu schützen, indem er seinen Garten oder Balkon bienenfreundlich gestaltet. Durch die richtige Auswahl von Pflanzen und Gestaltungselementen können wir den Wildbienen einen geeigneten Lebensraum bieten und gleichzeitig ihr Nahrungsangebot vielfältig gestalten.

Es sind gelbe Osterglocken bei Sonnenschein auf einer Wiese zu sehen.

Verschiedene Blühpflanzen für ein ganzjähriges Nahrungsangebot

Nicht jede gut riechende und schön blühende Pflanze ist als Nahrungsquelle für die Biene geeignet. Blumen mit gefüllten Blüten verwehren den Bienen den Zugang zum Inneren, bieten somit kaum Nektar und haben für die Tiere als Nahrungsquelle keinen Wert. Die Blumen werden dahingehend gezüchtet, dass sie viele Blütenblätter und wenige Staubblätter besitzen. Daher ist es wichtig, einheimischen Pflanzen zu wählen, da diese mehr Nahrung für die Bienen bereitstellen.

Zusätzlich sollte beachtet werden, dass bei einem bienenfreundlichen Garten die Abwechslung und Vielfalt der Pflanzen eine wichtig Rolle spielt. Gestalten Sie ihren Garten mit vielen verschiedenen Blühpflanzen, damit den Bienen das ganze Jahr Nahrung zur Verfügung steht.

Da die Bienen von Oktober bis Februar ihre Winterruhe halten, sollten Sie die Pflanzen so kombinieren, dass von Frühling bis Herbst immer etwas blüht. Für den Frühling eignen sich Schneeglöckchen oder die kleine Traubenhyazinthe, für den Sommer bieten sich Flieder und Nelken an und für den Herbst Astern oder auch Dahlien.

 

In Ihrem bienenfreundlichen Garten sollten Sie auf chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verzichten. Ist das nicht möglich, achten Sie darauf, diese nach dem Bienenflug einzusetzen. Als Alternativen dazu lassen sich z.B. Marienkäfer oder auch Florfliegen, welche die Schädlinge im Garten fressen, als natürlicher Pflanzenschutz nutzen. Das Gleiche gilt für den Einsatz von Dünger. Anstelle von chemischen Hilfsmitteln, nutzen Sie Biodünger und Humuserde aus dem Kompost.

Der heimische Gemüsegarten als Nahrungsquelle

Auch der heimische Gemüsegarten kann als große Nahrungsquelle für die Bienen dienen. Durch die Wahl der richtigen Pflanzen profitieren nicht nur die Bienen, sondern auch die Qualität der Ernte. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Gemüse nicht komplett vor der Blüte geerntet wird. Lässt man einige Pflanzen blühen, liefern sie neben der Nahrung für die Bienen auch wunderschöne Blüten. Ackerbohnen, Zucchini, Zwiebeln, Lauch, Brokkoli oder Spargel liefern reichlich Nektar für die Bienen.

 
Was für das Gemüse gilt, gilt auch für eine Vielzahl an Küchenkräutern. Auch hier sollte man nur einen Teil abernten und den Rest blühen lassen. Kräuter wie Dill, Rosmarin, Thymian oder Oregano werden von Bienen und Wildbienen zur Blütezeit gerne aufgesucht.

Nisthilfen sind essentiell für das Überleben der Wildbiene

Nisthilfen sind wichtig für Bienen, da sie ihnen einen sicheren Ort zum Nisten und Überwintern bieten. Neben dem Kauf eines Insektenhotels gibt es verschiedene Möglichkeiten, Nistplätze für Bienen bereitzustellen.

 

Sie können Ihr eigenes Insektenhotel leicht bauen, indem Sie Hartholz verwenden und sicherstellen, dass die gebohrten Löcher keine scharfen Kanten haben, um Verletzungen bei den Bienen zu vermeiden. Alternativ können Sie auch altes Holz im Garten lagern, da Käfer Löcher in das Holz bohren, die dann als Nistplätze genutzt werden können. Sandige Bodenstellen oder eine mit Lehm gefüllte Kiste bieten ebenfalls ideale Bedingungen für verschiedene Arten von Wildbienen.

Es ist ein Holzkasten mit gelben Blumen, Handschuhen und Gartenwerkzeug zu sehen

FAQ

Was ist ein bienenfreundlicher Garten?
Ein bienenfreundlicher Garten bietet Wild- und Honigbienen geeignete Nahrungsquellen, Lebensräume und Nistmöglichkeiten. Durch gezielte Pflanzenauswahl und naturnahe Gestaltung kann jeder seinen Garten oder Balkon bienenfreundlich gestalten.
Warum ist es wichtig, einen Garten bienenfreundlich zu gestalten?

Es gibt über 560 Arten von Wildbienen in Deutschland, aber ihre Populationen schrumpfen. Indem wir unseren Garten oder Balkon bienenfreundlich gestalten, können wir dazu beitragen, diese wichtigen Bestäuber zu schützen und ihr Überleben zu sichern.

Welche Pflanzen eignen sich am besten, um den Bienen Nahrung zu bieten?
Einheimische, ungefüllte Blühpflanzen sind ideal, da sie leicht zugänglichen Nektar und Pollen bieten. Beispiele: Schneeglöckchen, Traubenhyazinthe, Flieder, Nelken, Astern oder Dahlien – je nach Jahreszeit.
Warum ist Vielfalt bei den Blühpflanzen in einem bienenfreundlichen Garten wichtig?

Die Abwechslung und Vielfalt der Pflanzen bieten den Bienen das ganze Jahr über Nahrung. Durch die Kombination verschiedener Blühpflanzen können Sie sicherstellen, dass von Frühling bis Herbst immer etwas blüht.

Welche Küchenkräuter sind besonders attraktiv für Bienen?

Kräuter wie Dill, Rosmarin, Thymian und Oregano sind bei Bienen und Wildbienen während ihrer Blütezeit sehr beliebt.

Warum ist der Schutz von Bienen und Insekten im eigenen Garten wichtig?

Bienen und Insekten spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen und damit bei der Ernährungssicherheit. Indem wir unseren Garten bienenfreundlich gestalten, können wir dazu beitragen, ihre Populationen zu erhalten und die biologische Vielfalt zu schützen.

Was kann ich im Gemüsegarten für Bienen tun?
Lassen Sie einige Gemüsepflanzen wie Zucchini, Ackerbohnen oder Brokkoli zur Blüte kommen. Auch blühende Küchenkräuter wie Thymian oder Dill sind wertvolle Nahrungsquellen.

Bienen Gesundheit

In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.

Besucht uns auch auf

Weitere Beiträge

Bienen: Eine Gefahr für mein Kind?

Viele Eltern machen sich große Sorgen, wenn ihr Kind einer Biene zu nahe kommt. Sie sehen in den nützlichen Insekten eine Gefahr für die Gesundheit ihres Kindes. Denn jeder weiß: der Stich einer Biene tut weh. Unter gewissen Umständen kann es auch zu lebensbedrohlichen Folgen kommen. In den meisten Fällen sind Bienen jedoch harmlos und auch ein Bienenstich ist kein Grund zur Panik.

Lebenslauf einer Honigbiene

Das Leben einer neuen Biene beginnt, nachdem die Bienenkönigin ihre Eier in die dafür vorgesehenen Waben gelegt hat. Bevor sie dies allerdings tun kann, begibt sie sich auf den Hochzeitsflug. Dabei paart sie sich mit mehreren Drohnen in der Luft und bewahrt deren Samen in ihrem Hinterleib auf. Anschließend legt sie Eier in die dafür vorgesehenen Waben. Diese Eier können in zwei Kategorien unterteilt werden: befruchtete und unbefruchtete Eier. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich zukünftige Arbeiterinnen, während aus den unbefruchteten Eiern die Drohnen, also die männlichen Bienen, schlüpfen.

Überwinterung von Wildbienen

Die Überwinterung von Wildbienen ist ein faszinierendes und zugleich komplexes Naturphänomen. Je nach Art haben die Tiere unterschiedliche Strategien entwickelt, um die kalte Jahreszeit zu überstehen.
Die meisten heimischen Wildbienenarten verbringen den Winter nicht als ausgewachsene Tiere, sondern als Nachkommen geschützt in ihren Brutzellen.

Nahaufnahme einer Wildbiene