Der Lebenszyklus von Wildbienen
Fast jeder hat sich schon einmal mit dem Lebenslauf einer Honigbiene auseinandergesetzt und sich die Abläufe näher angeschaut. Aber kaum einer beschäftigt sich mit den Lebenszyklen der Wildbienen und wie deren Leben beginnt und anschließend fortläuft.
Auch wenn sich beide Lebensläufe in gewissen Aspekten ähneln, gibt es dennoch Unterschiede, die beide Arten voneinander trennen.
Der größte Unterschied liegt dabei in der Lebensweise: Während Honigbienen in einem Volk mit Königin, Arbeiterinnen und klarer Arbeitsteilung leben, sind die meisten Wildbienenarten solitär unterwegs. Jedes Weibchen baut sein eigenes Nest, versorgt seinen Nachwuchs allein und erlebt weder das Schlüpfen noch das Erwachsenenleben seiner Nachkommen.

Vom Ei zur Larve
Das Leben der Wildbienenlarven beginnt dann, wenn eine weibliche Wildbiene in ihrem Nest Eier legt. Hierbei bevorzugen diese Gestrüppe, trockene Tothölzer oder sandige ruhige Ecken im Garten. Je nach Art nutzen Wildbienen auch zum Beispiel hohle Pflanzenstängel, Erdlöcher oder Bohrgänge in Holz. Wichtig ist dabei, dass der Nistplatz geschützt und möglichst ungestört bleibt.
Manche Arten, etwa bestimmte Mauerbienen nehmen dafür sogar künstliche Nisthilfen wie Bambusröhrchen oder Bohrlöcher in Totholz an, was sie zu beliebten Bewohnern von Insektenhotels im eigenen Garten macht.
Nachdem eine optimale Nistmöglichkeit gefunden wurde, werden unzählige Eier in spezielle Brutzellen gelegt und dort gepflegt. Einige Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven und bleiben weiterhin in dieser Brutzelle, abgeschottet von der Außenwelt und den anliegenden Geschwistern. Damit die Larven wachsen und groß werden, wurde vor dem Eierlegen Nahrung in die Brutzellen gelegt. So können die Larven nach dem Schlüpfen ihren Wachstumsprozess fortsetzen.
Eine Brutpflege gibt es in dem Fall der solitär lebenden Wildbienen nicht. Die Larve ist somit auf sich allein gestellt und genießt keine Brutpflege. Die Mutterbiene versorgt jedoch jede Brutzelle vorab mit Pollen und Nektar, damit der Nachwuchs genug Nahrung hat. Bei den meisten solitär lebenden Wildbienen wird jede Zelle einzeln angelegt und anschließend verschlossen.
Wachstumsprozesse
Die Larve isst anschließend all die Nahrung, die in die Brutzelle gelegt wurde und wächst dadurch um ein Vielfaches. Nachdem sie nun ausgewachsen ist und all ihre Futtervorräte aufgebraucht sind, verpuppt sich die Larve und wickelt sich in einen schützenden Kokon ein. Dort überwintert sie in einem passiven Zustand, in dem sie keine Nahrung benötigt.
Kurz nachdem die Temperaturen im Frühling wieder ansteigen, verpuppen sich die Larven und entwickeln sich in einem Zeitraum von bis zu drei Wochen zu einer adulten Wildbiene. Je nachdem, ob das Ei der Mutter zu Beginn befruchtet oder unbefruchtet war, entstehen männliche (unbefruchtetes Ei) oder weibliche (befruchtetes Ei) Wildbienen.
Die adulte Wildbiene nagt sich im letzten Schritt den Weg aus der Brutzelle hinaus und startet nun in ihr Leben. Die Männchen schlüpfen bei vielen Arten zuerst, damit die Fortpflanzung direkt beginnen kann.
Anders als die Königin einer Honigbienenkolonie, die mehrere Jahre alt werden kann, ist die Lebensspanne einer erwachsenen Wildbiene meist auf wenige Wochen begrenzt. In dieser kurzen Zeit muss sie Partner finden, Nahrung sammeln, ein Nest anlegen und die nächste Generation versorgen – ein enger Zeitrahmen, der die hohe Abhängigkeit der Wildbienen von einem verlässlichen Blütenangebot erklärt.
Leben einer Wildbiene nach dem Wachstumsprozess
Den Großteil ihres Lebens verbringt die Biene damit, ein Nest zu bauen oder zu finden und dort Nachkommen zu platzieren. Zusätzlich muss in den neuen Brutzellen Nahrung untergebracht werden, damit diese wachsen und sich entwickeln können. Das klingt hart, gehört aber zur typischen Lebensweise vieler Wildbienenarten. Weil jede Generation auf bestimmte Pflanzen und geeigneten Nistplätze angewiesen ist, sind Lebensraum und Blütenangebot für ihr Überleben besonders wichtig. Nachdem sie damit fertig ist, stirbt sie und überlässt die Nachkommen ihrem Schicksal.
Nicht alle Wildbienenarten leben jedoch vollständig solitär: Einige, wie bestimmte Furchenbienen, bilden kleine, lockere Gemeinschaften mit einem gemeinsamen Nesteingang, ohne dabei jedoch eine echte Arbeitsteilung wie bei Honigbienen zu entwickeln. Diese Zwischenformen zeigen, wie vielfältig die Lebensweisen innerhalb der Wildbienen tatsächlich sind.

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Wie beginnt der Lebenszyklus einer Wildbiene?
Er beginnt damit, dass die weibliche Wildbiene Eier in eine geeignete Brutzelle legt.
Wo legen Wildbienen ihre Eier ab?
Je nach Art legen sie ihre Eier in Erde, Totholz, Pflanzenstängel oder andere geschützte Nistplätze.
Was passiert nach der Eiablage?
Aus den Eiern schlüpfen Larven, die in der Brutzelle bleiben und dort wachsen.
Wovon ernähren sich die Wildbienenlarven?
Die Larven ernähren sich von der Nahrung, die die Mutterbiene vorher in die Brutzelle gelegt hat.
Wie überwintern Wildbienen?
Viele Wildbienen verbringen den Winter als Larve oder Puppe in ihrer Brutzelle.
Wann werden aus den Larven erwachsene Wildbienen?
Wenn im Frühling die Temperaturen steigen, verpuppen sie sich weiter und entwickeln sich zur adulten Wildbiene.




