Warum knabbern Wespen und Bienen am Holz?
In der Natur leisten Bienen, Wespen und andere Nützlinge einen unentbehrlichen Beitrag im Ökosystem, indem sie Pflanzen bestäuben. Einige Menschen beobachten diese Bestäubung mit Neugier. Dabei ist zu erkennen, dass insbesondere Wespen, seltener auch Bienen, an Holz nagen. Wozu dient es, wenn Wespen und Bienen Holzfasern ablösen?

Ernähren sich Wespen vom Holz?
Wespen fressen kein Holz. Erwachsene Tiere ernähren sich ausschließlich von zuckerhaltigen Flüssigkeiten wie Nektar, Pflanzensäften oder süßen Speisen. Die Larven hingegen benötigen tierisches Eiweiß, das sie aus erbeuteten Insekten wie Fliegen oder Mücken erhalten. Wespen verwenden ihren Speichel, um Holzmaterial zu zerkleinern, aus dem sie ihre Nester und Bruthöhlen bauen. Deshalb halten sich viele Wespenarten im Garten, Wald, Park oder in Städten in der Nähe von Holzelementen nicht aus Hunger auf, sondern um ihre Nester zu formen.
Was ist Wespenfraß?
Wespenfraß bezeichnet das Abnagen von Holz durch Wespen, um Holzfasern für den Bau von Nestern zu gewinnen. Dieser Fraß ist eine natürliche Verhaltensweise und tritt oft an Holzmöbeln, Fassaden oder Terrassen auf, ohne dass das Holz dabei dauerhaft beschädigt wird, da die Wespen nur bereits verwitterte Fasern nutzen.
Wie bauen Wespen ihre Nester aus Holz?
- Neben den Hornissen erschaffen Wespenarten, wie die Feldwespen sowie die Deutsche und die Gemeine Wespe, ihre Nester aus zerkauten Cellulosefasern (Papier).
- In der Regel verwenden sie verwitterte Fasern von unbehandeltem Holz.
- Besonders gefragt sind Gartenmöbel, die länger draußen waren, sowie die Oberflächen älterer Schilf- und Bambusmatten, die oft als Sichtschutz dienen.
- In der Wildnis greifen Wespen häufig auf alte Zaunpfähle oder verrottende Baumstämme zurück.
- Wespen setzen ihren Oberkiefer ein, um im Rückzug feine Holzbahnen abzuschaben, die sie mit ihrem Speichel vermischen und zu kleinen Klümpchen rollen.
- Auf dem Rückweg zum Nest zupfen Wespen die Klümpchen auseinander und kleben sie als hauchdünne Streifen mit Speichel an den Wänden fest.
- Mit dieser Arbeit erschaffen Wespen die Brutwaben im Nest und die Außenhülle aus mehreren Schichten.
- Meist sind die Wespennester mit farblichen Streifen (grau oder hellgrau) erkennbar. Das liegt an den verschiedenen Holzmaterialien.
An welchen Plätzen ist Wespenfraß häufig zu finden?
- Unterseiten und versteckte Ecken an Holzterrassen
- Gartenmöbel aus Holz
- Wettergeschützte Holzfassaden und Holzverkleidungen
- Sichtschutzzäune aus natürlichem Holz
- Dunkle und ruhige Räume in Dachböden und Holzschuppen
Ist Wespenfraß schädlich?
Die strukturelle Belastung durch Wespenfraß ist tatsächlich minimal und bloß oberflächlich. Vorwiegend entfernen Wespen nur die bereits gelockerten Holzfasern und belasten somit nicht die Stabilität und Langlebigkeit des Holzes. Mit der Zeit mildert sich das Erscheinungsbild dieser Spuren durch die natürliche Verwitterung des Holzes ab.

Welche Bienen knabbern am Holz?
Viele Bienenarten erhalten ihre Bezeichnungen aufgrund charakteristischer Merkmale oder Verhaltensweisen. Ein bekanntes Beispiel ist die Holzbiene. Diese Wildbienenart bohrt kleine Höhlen von bis zu 30 cm Länge in morsches Holz, vor allem Totholz, um ihrer Brut einen sicheren Platz zum Überleben zu schaffen. Holzbienen benutzen ihr kräftiges Kauwerkzeug und hinterlassen beim Knabbern Geräusche und produzieren dabei richtiges Sägemehl.
In der Regel bilden Holzbienen (Wildbienen) keine sozialen Staaten wie die Honigbienen, da sie allein leben und auch als solitäre Bienen bezeichnet werden. Insbesondere weibliche Holzbienen tauchen im Frühjahr prägnant an Hauswänden, Bäumen und anderen aufrechten Strukturen wie aus Holz auf. Gezielt auf der Suche nach Nistplätzen nehmen sie abgestorbene, sonnenexponierte Baumstämme, die noch nicht verfault sind, sowie gelegentlich auch Zaunpfähle oder Holzbalken als geeignete Lebensräume ins Visier.
Welche Holzbienenarten gibt es in Deutschland?
- blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)
- kleine Holzbiene (Xylocopa iris)
- südliche Holzbiene (Xylocopa valga)
Wie kann man Holzbienen unterstützen?
Im Garten ist es sinnvoll, bestimmte Bereiche nicht allzu ordentlich zu halten, sondern für den Nestbau auf natürliche Strukturen zu setzen. Totholz, abgestorbene Bäume, Stümpfe oder große Äste bieten Holzbienen ideale Nistmöglichkeiten. Das verwendete Totholz sollte dabei trocken und weich sein. Holzbienen bevorzugen sonnige Standorte mit trockenem Untergrund. Zusätzlich unterstützt eine Vielzahl bienenfreundlicher Pflanzen die Holzbiene bei der Nahrungssuche, besonders Pflanzen mit ungefüllten Blüten wie Salbei, Blauregen, Flockenblume oder Natternkopf. Auch der Verzicht auf Pestizide leistet einen wichtigen Beitrag zum Bienenschutz.

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