Ist Bienenkot nützlich?
Jede einzelne Biene übernimmt im Bienenvolk eine feste Aufgabe und trägt damit zum reibungslosen Zusammenleben bei. Die Tiere arbeiten eng zusammen und bilden ein komplexes System, in dem jedes Mitglied eine wichtige Rolle erfüllt. In der Imkerei wird dieses Zusammenspiel als „Bien“ oder auch als „Superorganismus“ bezeichnet, da Bienenkönigin, Arbeiterinnen und Drohnen nur gemeinsam lebensfähig sind.
Eine große Bedeutung hat dabei auch die Hygiene innerhalb des Stocks, dazu gehört unter anderem der sorgfältige Umgang mit Verunreinigungen wie Bienenkot.

Wie funktioniert das Verdauungssystem der Bienen?
Für Honigbienen, aber auch für Wildbienen bedeutet eine gesunde Verdauung, dass sie effizient arbeiten können, ohne unter Verstopfungen oder Krankheiten zu leiden.
Das Verdauungssystem einer Biene besteht aus:
- Speicheldrüsen
- Honigblase
- Ventiltrichter
- malpighische Gefäße (Harn- und Nierenröhrchen)
- Dünndarm
- Mitteldarm
- Kotblase
- Enddarm
Beim Sammeln von Pollen und Nektar transportieren Bienen die wertvollen Rohstoffe auf unterschiedliche Weise zurück zum Stock. Der Pollen bleibt an den feinen Körperhaaren haften und wird anschließend in den sogenannten Pollenhöschen an den Hinterbeinen gesammelt.
Der Nektar hingegen gelangt über die Mundwerkzeuge und die Speiseröhre direkt in den Honigmagen. Dort beginnt bereits die erste Verarbeitung: Spezielle Enzyme aus den Speichelsekreten spalten den Nektar und bereiten ihn für die spätere Honigherstellung vor. Innerhalb der Honigblase sorgt ein Ventilmechanismus dafür, dass feste Bestandteile ausgesondert und in den Mitteldarm weitergeleitet werden, während der flüssige Nektar portionsweise gespeichert und schließlich im Bienenstock weitergegeben wird.
Im Mitteldarm fängt die Verdauung der Biene an und die Nährstoffe werden aus der Nahrung aufgenommen. Enzyme helfen, den Pollen im Darm der Biene aufzuspalten, damit sie die wichtigen Nährstoffe wie Eiweiß und Zucker aufnehmen und weiter verwerten kann.
Zwischen Mittel- und Enddarm befinden sich die sogenannten Malpighischen Gefäße. Sie übernehmen die Aufgabe, Stoffwechsel- und Abfallprodukte in den Enddarm weiterzuleiten. Dort werden unverdauliche Nahrungsreste gesammelt und gespeichert. Gleichzeitig entzieht der Bienenkörper dem Darminhalt Wasser, wodurch die Ausscheidungen eingedickt werden. Der Verdauungstrakt endet schließlich im Hinterleib der Biene, über den der Bienenkot ausgeschieden wird.
Wann und wo scheiden Bienen den Bienenkot aus?
Bienen sind von Natur aus sehr reinliche Tiere und verrichten ihren Kot nur außerhalb des Bienenstocks. Deswegen entleeren sie ihren Darm nur beim Reinigungsflug oder bei der Nahrungssuche. So wird verhindert, dass sich Abfallstoffe im Inneren des Stocks oder im Körper der Tiere ansammeln. Das hygienische Verhalten der Bienen ist entscheidend, um den Bienenstock sauber zu halten.
Was ist besonders an Bienenkot?
In der Regel wird selten über Bienenkot diskutiert, da es nicht so weit gefächert ist, wie die Honigprodukte und andere Körpermerkmale der Honig- und Wildbienen. Fast alle tierischen Organismen, darunter auch Bienen, müssen Stoffe aus dem Körper ausscheiden, um gesund zu leben.
Jedoch hat der Bienenkot einen Vorteil – eine Probe liefert wichtige Erkenntnisse über die Gesundheit und Lebensweise der Bienen. Vor allem spielen die Farbe und die Konsistenz von Bienenkot eine wesentliche Rolle.
Bei gesunden Bienen:
- gelblich-braun gefärbt
- flüssige, jedoch auch feste Konsistenz
Bei kranken Bienen:
- Farbe und Beschaffenheit verändern sich
- durch Krankheiten oder unausgewogene Ernährung
- aufmerksam beachten und entsprechend handeln
Häufig gestellte Fragen zum Bienenkot
Ist Bienenkot nützlich für Pflanzen und den Garten?
Bienenkot enthält organische Bestandteile und Nährstoffe, die grundsätzlich in natürliche Stoffkreisläufe zurückgeführt werden können. Aufgrund der geringen Mengen spielt Bienenkot als Dünger für Pflanzen oder den Garten jedoch keine relevante Rolle.
Kann man Bienenkot als Dünger verwenden?
Nein, Bienenkot wird in der Regel nicht gezielt als Dünger verwendet. Die ausgeschiedenen Mengen sind zu gering, um einen nennenswerten Düngeeffekt zu erzielen. Für Imker ist Bienenkot vor allem als möglicher Hinweis auf Verdauungsprobleme, Erkrankungen oder ungünstige Bedingungen im Bienenvolk interessant.
Wie sieht Bienenkot aus?
Bienenkot ist meist gelblich bis braun gefärbt und kann als kleine Punkte oder Spritzer sichtbar sein. Farbe und Konsistenz können je nach Nahrung, Jahreszeit und Gesundheitszustand der Bienen variieren. Auffällige oder großflächige Kotspuren in der Nähe des Bienenstocks sollten deshalb genauer beobachtet werden.
Ist Bienenkot gefährlich für Menschen?
Bienenkot stellt bei normalem Kontakt in der Regel keine Gefahr für Menschen dar. Verschmutzte Oberflächen sollten dennoch aus hygienischen Gründen gereinigt werden. Bei auffälligen Ausscheidungen im Umfeld eines Bienenstocks kann es sinnvoll sein, den Gesundheitszustand des Bienenvolkes zu kontrollieren.
Warum koten Bienen nicht in den Bienenstock?
Honigbienen besitzen ein ausgeprägtes Hygieneverhalten und vermeiden es normalerweise, ihre Ausscheidungen im Bienenstock abzusetzen. Der Kot wird im Enddarm beziehungsweise in der Kotblase gespeichert und bei einem Reinigungsflug außerhalb des Stocks ausgeschieden. Dadurch bleibt das Innere des Bienenstocks möglichst sauber.
Was ist ein Reinigungsflug bei Bienen?
Als Reinigungsflug wird das Verlassen des Bienenstocks bezeichnet, um den während längerer Aufenthalte im Stock angesammelten Kot auszuscheiden. Besonders nach dem Winter oder längeren Schlechtwetterperioden können viele Bienen gleichzeitig zu einem Reinigungsflug starten.
Warum gibt es nach dem Winter besonders viel Bienenkot?
Während der kalten Wintermonate verlassen Honigbienen ihren Stock über längere Zeiträume nicht und sammeln ihre Ausscheidungen im Enddarm. Steigen die Temperaturen und ermöglichen den ersten Reinigungsflug, entleeren viele Bienen ihren Darm. Dadurch können rund um den Bienenstand vermehrt gelbliche oder braune Kotflecken sichtbar werden.

Bienen Gesundheit
In unserem Wissensmagazin zur Bienen Gesundheit findet ihr spannende und informative Beiträge aus der Welt unserer Lieblingsbienen.
Besucht uns auch auf
Bienen steigern Raps-Erträge
Neben den Insekten zählt auch der Wind zu den Bestäubern. Raps (Brassica napus) zählt genau wie weißer Senf zu den Pflanzen, die durch Wind und Insekten profitieren. Auf den großen Monokulturen sind Wildbienen nicht dazu imstande, den kompletten Raps zu bestäuben. Die allgemeine Empfehlung lautet, vier Bienenvölker pro Hektar während der Blütezeit aufzustellen. Je nach Auswertung würden sich zwischen zwei und 15 Bienenvölker rechtfertigen. Sie würden den Samenertrag zwischen 30 und 50 % steigern.
Welche Organisationen gibt es?
Die Natur, die uns tagtäglich umgibt und dafür sorgt, dass wir auf der Erde leben können muss geschützt werden. Damit die Natur so erhalten bleibt, wie wir sie kennen und die Biodiversität geschützt wird, existieren viele Organisationen, die es sich zur Hauptaufgabe gemacht haben, die Umwelt aktiv zu schützen.
10 faszinierende Fakten über Hornissen
Hornissen, die großen und furchteinflößenden Artgenossen der Wespenfamilie, haben oft einen schlechten Ruf. Doch hinter ihrem imposanten Äußeren verbergen sich faszinierende Eigenschaften und Verhaltensweisen.
Bienenrekorde – Was leisten die Bienen?
Honigbienen gelten nach Rind und Schwein als das drittwichtigste Nutztier. Sie leben als Volk in einem hochorganisierten System, in dem sie gemeinschaftlich Fähigkeiten entwickeln, die eine einzelne Biene alleine nicht erreichen könnte. Aus diesem Zusammenwirken entstehen beeindruckende Stärken, die die Honigbiene auszeichnen und ihre herausragenden Leistungen definieren.






