Auswirkungen von Bienengift auf den menschlichen Körper
Bienengift, auch Apitoxin genannt, ist eine komplexe Mischung aus Proteinen, Enzymen, Peptiden und biologisch aktiven Substanzen. Es hat sowohl negative als auch positive Wirkungen auf den menschlichen Körper. Ein Bienenstich kann schmerzhaft sein und gefährliche allergische Reaktionen auslösen – gleichzeitig wird Bienengift seit Jahrhunderten in der Medizin und Naturheilkunde genutzt.

Zusammensetzung des Bienengifts
Bienengift enthält zahlreiche bioaktive Komponenten, darunter:
- Melittin: Hauptbestandteil des Bienengifts, wirkt entzündungshemmend und zellschädigend.
- Phospholipase A2: Fördert Entzündungen und wirkt gerinnungshemmend
- Apamin: Stimuliert die Cortisolproduktion
- Adolapin: Schmerzstillend durch Hemmung der Cyclooxygenase
- Weitere Bestandteile wie Histamin, Dopamin, Noradrenalin sowie Mineralstoffe und Zucker
Was für negative Auswirkungen hat ein Bienenstich?
Ein Bienenstich führt typischerweise zu lokalen Reaktionen:
- Entzündungen und Schwellungen: Die Einstichstelle wird rot, schwillt an und schmerzt.
- Allergische Reaktionen: Bei Menschen mit einer Bienengiftallergie können Symptome wie Hautausschlag, Atemnot, Kreislaufkollaps oder sogar Herzstillstand auftreten. In schweren Fällen kann es zu einer lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktion kommen.
- Gefahr bei Hals- und Rachenstich: Ein Stich in diesem Bereich kann zu An- und Zuschwellen der Atemwege führen, was eine Erstickungsgefahr bedeuten könnte.
Positive medizinische Wirkung
Bienengift wird seit Jahrhunderten in der Medizin eingesetzt. Zu den positiven Effekten gehören:
- Durchblutungsförderung: Es erweitert die Blutgefäße und verbessert die Versorgung von Organen, wie dem Herzen und Gehirn.
- Entzündungshemmung: Melittin entfaltet im entzündeten Gewebe eine antientzündliche Wirkung durch Anregung der Cortisolausschüttung.
- Schmerzlinderung: Adolapin hat eine analgetische Wirkung
- Blutverdünnung: Bienengift hemmt die Blutgerinnung und kann so Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen.
- Nervensystem-Stimulation: Es wirkt positiv bei Neuralgien und anderen Nervenerkrankungen.
- Krebstherapie: Forschungen zeigen, dass Melittin möglicherweise das Wachstum von Krebszellen hemmen kann, indem es deren Zellmembranen zerstört.
Therapeutische Anwendungen von Bienengift
Bienengift findet in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung, insbesondere bei der Behandlung chronischer Beschwerden und in der alternativen Medizin. Es wird zum Beispiel zur Linderung rheumatischer Erkrankungen wie Arthritis und Arthrose eingesetzt. Auch bei Nervenschmerzen, etwa im Bereich des Ischiasnervs, kann Bienengift schmerzlindernd wirken. Darüber hinaus spielt es in der traditionellen chinesischen Medizin eine Rolle – beispielsweise in Form von API-Punktur oder speziellen Massagen entlang der Akupunkturpunkte.
Weitere Zahlen und Fakten zum Bienengift
- Eine einzelne Honigbiene gibt pro Stich etwa 0,1 bis 0,2 Milligramm Gift ab.
- Weltweit existieren rund 20.000 verschiedene Bienenarten, jedoch produzieren nur wenige davon Bienengift in relevanten Mengen, die für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke von Bedeutung sind.
- In Deutschland kommt es pro Jahr bei etwa 2 bis 3 Personen pro einer Million Einwohner zu einem tödlichen anaphylaktischen Schock infolge eines Bienen- oder Wespenstichs – eine seltene, aber ernstzunehmende Reaktion.
Vorsichtsmaßnahmen:
Vor einer Behandlung mit Bienengift ist es entscheidend, eine mögliche Allergie auszuschließen. Menschen mit einer Bienengiftallergie sollten stets ein Notfallset mit sich tragen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man das Risiko gestochen zu werden minimieren:
- Keine hektischen Bewegungen: Ruhig bleiben, wenn eine Biene in der Nähe ist.
- Bunte Kleidung vermeiden: Bienen werden von kräftigen Farben und blumigen Mustern angezogen.
- Süße Getränke und Speisen abdecken: Offene Limonaden oder Eis locken Bienen an.
- Barfußlaufen vermeiden: Besonders auf Wiesen mit vielen Blumen.
- Kein starkes Parfum verwenden: Duftstoffe können Bienen irritieren.
Bienengift hat sowohl eine potenziell gefährliche als auch eine heilende Wirkung auf den menschlichen Körper. Während es bei Allergikern lebensbedrohlich sein kann, bietet es gleichzeitig vielversprechende therapeutische Anwendungen bei entzündlichen und neurologischen Erkrankungen. Die richtige Dosis und Vorsicht sind jedoch essenziell für eine sichere Nutzung.
Häufig gestellte Fragen: Was macht Bienengift im menschlichen Körper?
Was genau ist Bienengift?
Bienengift (Apitoxin) ist eine Mischung aus Proteinen, Enzymen und Peptiden, die Bienen beim Stich abgeben.
Warum ist ein Bienenstich schmerzhaft?
Vor allem das Melittin zerstört Zellmembranen und löst Entzündungen aus, was Schmerzen und Schwellungen verursacht.
Welche Symptome treten nach einem Bienenstich auf?
Typisch sind Rötung, Schwellung, Schmerzen und Juckreiz. Allergiker können schwerwiegendere Reaktionen entwickeln.
Wie gefährlich ist eine Bienengiftallergie?
Sehr gefährlich – sie kann einen anaphylaktischen Schock auslösen. Ohne sofortige Behandlung (z. B. Adrenalin) kann sie tödlich enden.
Hat Bienengift auch positive Wirkungen?
Ja, es wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd und wird in der Apitherapie eingesetzt.
Wofür wird Bienengift in der Medizin verwendet?
Bei Arthritis, Arthrose, Neuralgien, Rheuma und in der TCM. Es wird auch in der Krebsforschung untersucht.
Wie viel Bienengift gibt eine Biene ab?
Etwa 0,1–0,2 Milligramm pro Stich.
Kann Bienengift Blutgerinnung beeinflussen?
Ja, es wirkt blutverdünnend und kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.

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