Hannes Tagebuch

 

Hannes Tagebuch

22. November: Imkern im November – passiert da was?
Mein laienhaftes Verständnis sagt mit spontan: da kann ja nicht viel los sein. Die Bienen sind alle im Stock. Mag sein, dass mitunter noch einmal ein paar wenige für eine oder zwei Stunden draußen herumfliegen. Solche schönen Tage nutzen die Bienen dann, um Wasser, Propolis und vielleicht sogar noch etwas Pollen einzutragen. Aber typisch ist das für einen November nicht. 🐝
 
Auch wenn die Sonne manchmal noch sehr schön scheint, verliert ihre Strahlung doch an Kraft und immer öfter fallen die Temperaturen unter 10°C. Da mag keine Biene mehr raus.
Das Brutgeschäft wird immer mehr eingeschränkt. Volk für Volk geht aus der Brut. Und wenn dann die ersten Nachtfröste auftreten, herrscht bald Brutfreiheit. 🌞❄
 
Diese Brutfreiheit ist dann eine günstige Gelegenheit, eine Restentmilbung mit Oxalsäuredihydratlösung durchzuführen, um das Bienenvolk ohne Varroabelastung über den Winter zu bringen. Das geschieht in der Regel aber erst ab Mitte Dezember.
 
Dennoch gibt es im November noch genug zu tun. Neben der Varroabehandlung (https://www.bienen-gesundheit.com/behandlungskonzept/) sorgt der Imker auch anderweitig für gute Bedingungen zur Überwinterung. Durch eingesetzte Fluglochkeile werden Schadnager ferngehalten. Auf Schäden durch Waschbären oder Spechte muss eventuell geachtet werden. Und gerade nach einem Novembersturm treten nicht selten auch andere Schäden am Bienenstand auf. Die Blechdeckel sind möglicherweise weggeweht worden. Das passiert sogar trotzdem diese mit Steinen beschwert waren.
 
Ist noch eine gute Wärmedämmung gegeben? Sind vielleicht abgerochene Zweige benachbarter Bäume oder Sträucher auf die Beuten gefallen?
 
Wie man sieht ist auch im November für den Imker eine Menge an Arbeit zu tun. Und das ist noch nicht alles. So kann ein laienhaftes Verständnis eben ganz schnell zu einer falschen Auffassung führen.
Denken wir einfach mal darüber nach.
 
Euer Hannes
29. Oktober: Gedanken an den Herbst
Ob es uns passt oder nicht, der Herbst schreitet voran. Die Intensität der Sonnenstrahlung lässt nach, die Temperaturen gehen zurück, auch wenn es beim Blick aus dem Fenster mitunter viel viel besser aussieht. Den nahenden Winter spüren auch die Honigbienen und bereiten sich auf die kalte Jahreszeit und die Winterruhe vor. ❄❄❄
 
Im Gegensatz zu uns Menschen spielen dabei aber weniger Wünsche und Gefühle eine Rolle, sondern die Bienen handeln instinktiv pragmatisch. Für Bienen beginnt etwa ab Oktober, mit dem Ende der Brutsaison, die Zeit in der sie sich fast nur noch innerhalb ihres Bienenstockes aufhalten. 🐝
 
Winterruhe oder gar Winterschlaf halten Bienen aber nicht.
Bis Oktober sind die letzten Winterbienen mit einer höheren Lebenserwartung auf die Welt gekommen. Mit sechs bis sieben Monaten werden sie viel älter als die Sommerbienen, die nur sechs Wochen alt werden können. Diese eine Generation Winterbienen lebt jetzt mit mehreren Generationen von Sommerbienen zusammen. Auf den ersten Blick könnte man die Winterbienen für Faulenzer halten, denn sie leben von den Vorräten, die die Sommerbienen angelegt haben und beteiligen sich selbst kaum am Sammeln von Nektar und Pollen beschäftigt. Eigene Vorräte legen sie auch nicht an.
 
Ihre einzige Aufgabe besteht darin, das ganze Volk durch den Winter zu bringen. Zwischen Flugloch und Futtervorräten wird die Wintertraube um die Königin gebildet. Die Bienen drängen sich im Stock in einer dichten Traube zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Dabei sitzen sie kugelförmig eng aneinandergerückt und erzeugen durch Nahrungsaufnahme und Bewegung Wärme.
Während der Winterruhe legt die Königin legt keine Eier mehr ab. Die Gesamtanzahl des Volkes schrumpft von 50.000 auf 15.000 Bienen, damit nicht zu viele Bienen durchgefüttert werden müssen.
 
Bevor ich sentimental werde, sage ich Tschüß für heute. 👋
Euer Hannes
20. September: Unterschätzte Vielfalt
Vor 2 Jahren (2018) hat der Naturschutzbund Deutschland eine Insekten- Zählaktion ins Leben gerufen. An der 2. Zählung diesen Jahres, die Anfang August zu Ende ging, haben sage und schreibe 4.918 Naturfreunde teilgenommen. Gezählt wurden exakt 47.558 Insekten. So war es in der Tagespresse zu lesen (näheres auf www. insektensommer.de).
 
Also mich beeindrucken solche Zahlen schon sehr. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass ich im Mai noch besorgt war weil von einem Rückgang der landlebenden Insekten in den letzten 30 Jahren um 25% berichtet wurde.
 
Da war ich noch der Meinung: Stimmt. Auch bei mir im Garten ist nicht viel los. Doch weit gefehlt. Auf der Basis meiner Nachschlagewerke (incl. Google) konnte ich inzwischen mehrere Insektenarten identifizieren. Darunter waren: Natürlich die Westliche Honigbiene, aber auch Großer Wollschweber, Streifenwanzen, Taubenschwänzchen, Erd-, Stein- und Feldhummel, Wespen, Marienkäfer und wenn auch nur im Vorbeiflug die Blaue Holzbiene (http://www.bienen-gesundheit.com/die-blaue-holzbiene-eine-besonders-grosse-wildbienenart/).
 
An Schmetterlingen habe ich erkannt: Kleiner Fuchs, Zitronenfalter, Tagpfauenauge, Kaisermantel und Kohlweißling. Das sind nur einige und es gibt noch viele, die ich zwar gesehen habe aber noch nicht benennen kann.
 
Vielleicht gibt`s ja demnächst mehr von mir. Eines steht aber fest: Die Vielfalt der Insekten selbst in meinem kleinen Gartenreich habe ich ganz klar unterschätzt. Vielleicht bin ich damit nicht allein.
 
Euer Hannes
12. September: Über große Hummeln
Als ich vor mehr als 20 Jahren aus der Großstadt aufs Land gezogen bin, war ich mir wohl der Tragweite dieser Entscheidung nicht im vollen Umfang bewusst.
 
Es könnte sein, dass ich deshalb nur mittelgroß und Brillenträger bin.
 
Halt, halt! Das ist nur ein Scherz.
 
Man könnte schon auf ein wenig abwegige Gedanken kommen, wenn man in Tageszeitung Schlagzeilen liest wie „In Städten leben größere Hummeln“ und in dem dazu gehörigen Artikel unter anderem folgendes erfährt:
 
Biologen der Uni Halle und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung haben 1.800 Hummeln in 9 deutschen Großstädten vermessen und dabei festgestellt im Vergleich zu ihren Artgenossen in der ländlichen Umgebung waren die „Stadthummeln“ um etwa 4% größer.
 
Weil größere Hummeln auch besser sehen, besser lernen und ein größeres Erinnerungsvermögen haben, so die Wissenschaftler, genießen solche Hummeln noch weitere Vorteile.
 
Fressfeinde greifen große Hummeln seltener an. Letztere können auch größere Strecken zurücklegen.
 
Sollte ich deshalb aber wieder in die Großstadt ziehen? Ich habe große Freude an der Beobachtung von Hummeln, Bienen und anderen Insekten. Und das geht in der Stadt und auf dem Land.
 
Den Artikel habe ich mit Interesse gelesen und er hat mir gezeigt, dass es noch eine Menge zu entdecken gibt im Zusammenhang mit Insekten.
 
Euer Hannes
24. August: Ein Geschenk und das Wesen der Bienen
Eigentlich war es meine Absicht, mich über verschiedene Arten von Beuten zu informieren. Das muss man in meiner Umgebung wohl mitbekommen haben und so durfte ich mich neulich darüber freuen, dass ich ein Buch über das „Imkern mit der Einraumbeute“ geschenkt bekam.
 
So richtig interessant wurde es für mich aber erst beim Durchblättern. Da wurde von wesensgemäßer Bienenhaltung gesprochen. „Was soll das denn sein?“ fragte ich mich.
 
Wesensgemäße Bienenhaltung ist eine spezielle Form der Bienenhaltung, die ein Bienenvolk einschließlich seiner Waben wie einen einzelnen Organismus betrachtet Es gibt sogar einen speziellen Begriff dafür: Der Bien.
 
Nach einer Definition des berühmten deutschen Imkers Ferdinand Gerstung (1860 – 1925)ist der Bien „ein Organismus, welcher besteht durch das harmonisch –zweckmäßige Zusammenwirken aller seiner Teile oder Glieder und bei welchen jeder Teil das Ganze als Ursprung und Träger seiner Existenz voraussetzt.“ Die Bienen, Drohnen und die Königin sind Organe dieses Organismus. Das Wabenwerk ist sein Skelett. So wie Leber, Niere Verdauungs- und Geschlechtsapparat in einem Säugetierkörper.
 
Wenn man sich jetzt zum Ziel setzt, die wesentlichen Bedürfnisse des Bienenvolkes zu beachten, die sich von wildlebenden Völkern ableiten, dann betreibt man wesensgemäße Bienenhaltung. Sie drückt sich in der Wahrung der Integrität des Brutnestes, Naturwabenbau und Vermehrung über den Schwarmtrieb aus.
Das hört sich alles sehr spannend an. Wenn ihr noch mehr darüber erfahren wollt und welche Rolle die Einraumbeute dabei spielt, dann empfehle ich euch das Buch zu lesen.
 
Viel Freude dabei, euer Hannes
 
Angaben zum Buch:
Johannes Wirz und Norbert Poeplau
Imkern mit der Einraumbeute
pala- verlag Darmstadt
ISBN: 978-3-89566-402-1
04. August: Sachsen- Anhalts Imkern geht`s gut
… so kann man schlussfolgern, wenn man den kurzen Artikel aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 28.07.2020 liest. Wenn ich mich recht entsinne, war schon Ende 2019 schon einmal die Rede von speziellen Fördermaßnahmen für die Imkerei in Sachsen- Anhalt die Rede.
 
Jetzt wieder! 250.00 Euro hält das Landwirschafsministerium des Bundeslandes aus dem entsprechenden EU- Fördertopf bereit. Anträge für das Imkerei- Jahr 2020/2021 Beginn (01.08.2020) können ab sofort gestellt werden.
Gefördert werden zum Beispiel auch Honiganalysen (passt ja ganz gut) und Wachsanalysen.
 
Auch der Kauf von Bienenköniginnen. Beim Kauf Geräten und Ausrüstungen kann mit 80% Förderung gerechnet werde. Vielleicht die Gelegenheit, einmal den Nassenheider Verdunster auszuprobieren. Mehr dazu: https://www.bienen-gesundheit.com/der-nassenheider-verdunster-zum-schutz-der-honigbiene
 
Natürlich nur da, wo man noch nicht so richtig davon überzeugt ist. Inwiefern auch die üblichen organischen Säuren zur Varroabekämpfung unter diese förderwürdigen Ausrüstungen gehören lässt sich sicher herauskriegen.
 
Man mag darüber denken wie man will. Mit Geld allein ist ganz bestimmt nicht getan. Doch die Tatsache, dass die Imkerei von der EU gefördert wird, lässt doch darauf schließen, dass ein Bewußtseinswandel zugunsten der Honigbienen, der Imkerei und der fleißigen Menschen, die sich damit beschäftigen, stattgefunden hat.
 
In diesem Jahr zählt man schon fast 23.400 Bienenvölker in Sachsen – Anhalt. Eine Entwicklung, die sicher auch mit dieser Tatsache zusammenhängt.
 
Viele Grüße euer Hannes
29. Juli: Honig mal anders
Dieses nett anzuschauende Türmchen aus kleinen Honiggläsern ziert seit ein paar Tagen meinen Küchentisch. Aber ganz bestimmt nicht lange. Denn ich werde mit großer Sicherheit nicht widerstehen können diese doch etwas andere Kompositionen aus Honig zu probieren.
 
Im ersten Moment habe ich gedacht: Was soll das? Ist Honig nicht an sich (also pur), so wie die Bienen ihn produzieren, schon ein ausgezeichnetes, gesundes und lecker schmeckendes Lebensmittel? Klar gibt es auch viele Zeitgenossen, die es nicht immer so süß mögen, dann wäre das ja in Ordnung.
 
Vielleicht habe ich ja auch nur einen neuen Trend verpasst. Denn wie es der Zufall will, fällt mir die Juliausgabe eines bekannten Bienenjournals in die Hände und ich entdecke einen Artikel über Honigkreationen, die aus einem großen Anteil an Honig aus der Frühjahrsblüte und Kräutern bestehen, Kräuter wie Oregano oder Thymian. Aber auch Chilistückchen, Paprikapulver und gemahlener Pfeffer gehen in diese besonderen Honigmischungen ein. Na gut: Ganz so spektakulär sind die Kreationen, die ich geschenkt bekommen habe, nicht. Marzipan, grüner Apfel, Sanddorn und Erdbeere in Sonnenblumenhonig. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.
 
Euer Hannes

17. Juni: Gefahr durch Riesenhornissen?
Das war eine Schlagzeile! „ Angriff der Riesenhornissen“ titelte meine Lieblings- Tageszeitung.
 
Da konnte man schon einen Schreck bekommen. Doch Achtung! Bei besonders großen Schlagzeilen erst einmal durchatmen und dann hinterfragen.
 
In dem erwähnten Artikel war von der Asiatischen Riesenhornisse die Rede. Und das Geschehen spielte sich in Nordamerika ab. Die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia), die aktuell in den USA als „Honigbienenkillerin“ und gelegentlich (bei allergischen Reaktionen) auch für den Menschen gefährliche Art Schlagzeilen macht, ist nicht gleichzusetzen mit der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Diese aus Südostasien stammende Wespenart breitet sich tatsächlich in Europa beständig aus. Frankreich ist bereits zu weiten Teilen besiedelt, aus den Nachbarländern kommen ebenfalls immer mehr Nachweise. In Deutschland gibt es Einzelfunde am Oberrhein und neuerdings auch in Hamburg. So berichtet es der NABU auf seiner Web- Seite (www.nabu.de).
 
An diesem Beispiel lässt sich auch festmachen, wie Globalisierung im Handel und der Klimawandel das Einschleppen nicht heimischer Tierarten begünstigen.
 
Noch einmal. Die Riesenhornisse Vespa mandarinia kommt in Deutschland nicht vor! Auch Vespa velutina bringt nach Aussage von Frau Dr. von Orlow (Sprecherin der NABU-Bundesarbeitsgemeinschaft Hymenopteren) aller Voraussicht nach „keine essentielle Bedrohung für die europäische Imkerei, die genauen Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt sind jedoch noch nicht abzusehen.“
 
Meiner Meinung nach bleibt nur die Möglichkeit des abwartens und Beobachtens, in wie weit diese Art Einfluss auf die Fauna in Deutschland haben wird.
 
Fazit: Je größer die Schlagzeile umso kritischer sollte der Text gelesen werden. Das meint jedenfalls euer Hannes
04. Juni: Wildbiene des Jahres 2020?
Kann das sein, dass die Berichterstattung über die Wahl der „Wildbiene des Jahres 2020“ irgendwie an mit vorbeigegangen ist? Umso mehr ist mein Interesse wieder frisch geweckt worden für die Vielfalt unter den Wildbienen.
 
Genau das ist auch das Anliegen dieser Wahl: einen interessanten Einblick in die besondere Welt der Wildbienen zu geben und einfach einmal in der Natur zu schauen wo bestimmte Bienenarten leben.
 
Wenn dann auch noch die Wahl auf ein so besonderes Exemplar wie die Auen- Schenkelbiene (Macropis europaea) fällt, macht das umso mehr neugierig. Gesehen habe ich so ein Exemplar noch nicht. Vielleicht liegt es an der besonderen Lebensweise, die auf der besonderen Vorliebe dieser Wildbienenart zu ölhaltigen Blüten. Die meisten Wildbienenarten sammeln für ihre Larven Pollen und Nektar.
 
Nicht so die Schenkelbienen, sie versorge ihre Brut auf einzigartige Weise: Nämlich mit einem Gemisch aus Pollen und Pflanzenöl, also ohne Nektar. Diesen nutzen sie nur für ihre eigene Energieversorgung. Pflanzenöl, Pollen und Nektar sind aber nicht unbedingt in einer Pflanze vereint. Das heißt die Auen- Schenkelbiene fliegt viele Pflanzenarten an. Besonders gern Gilbweiderich (Lysimacha punctata). Dieser wächst aber nicht in meiner näheren Umgebung. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch keine Auen- Schenkelbiene gesehen habe. Denn, wenn sie auch ein wenig kleiner ist als eine Arbeiterin unserer Honigbiene, so dürfte sie dennoch nicht zu übersehen sein.
 
Vielleicht sollte ich Gilbweiderich anpflanzen und mich auf die Lauer legen.
 
In diesem Sinne, alles Gute.
Euer Hannes
 
Alle Wildbienen des Jahres seit der ersten Wahl 2013
2013 : Zweifarbige Schneckenhausbiene
2014: Große Wollbiene (auch Garten- wollbiene)
2015: Zaunrüben- Sandbiene
2016: Waldhummel (auch Bunte Hummel)
2017: Knautien- Sandbiene
2018: Gelbbindige Furchenbiene
2019: Senf- Blauschillersandbiene
2020: Auen- Schenkelbiene
31. Mai: Muss ich mir Sorgen um meinen Honig machen?
Als ob die Corona- Pandemie mit all ihrem hin und her an Maßnahmen, Regularien und Restriktionen nicht schon genug an Spekulationen und Diskussionen hervorrufen würde. Das geht teilweise bis zu großen Ängsten und Unsicherheiten, die viele Menschen haben. Damit nicht genug finde ich in den letzten Tagen verschiedene, nicht gerade erbauende Nachrichten aus der Insektenwelt in einigen Publikationen.
 
Da wird von einem leisen Rückzug der Insekten gesprochen und dazu eine Auswertung von 166 Langzeitstudien zur Entwicklung der Insektenpopulation der Martin- Luther- Universität Halle- Wittenberg herangezogen, die hochgerechnet von einem Rückgang der landlebenden Insekten von fast 25% in den letzten 30 Jahren ausgeht.
 
Die Honigbienen, um wieder auf meine Sorgen zurückzukommen, sind dabei von dieser Entwicklung offensichtlich nicht betroffen. Das liegt in hohem Maße auch an der zunehmenden Anzahl von Imkern. Die mehr betreuten Bienenvölker gleichen dabei damit zum Teil Verluste durch die Varroamilbe aus, die auch in diesem Winter, ähnlich wie im Jahr zuvor, bei bundesweit etwa 15% lag.
Muss ich mir nun Sorgen machen um meinen Honig auf dem Frühstücksbrötchen oder nicht?
 
Die Rapsblüte ist langsam beendet. Also warten wir einfach die erste Honigernte ab. Dann werden wir alle feststellen, unsere Imker sind gut dabei und wissen was zu tun ist, besonders auch gegen die Varroamilbe.
 
Ich mache mir also keine Sorgen und wenn ich die Vielfalt an Wildbienen in meinem Garten betrachte bin ich auch in diese Hinsicht noch recht besonnen.
 
Doch dazu später.
Alles Gute, euer Hannes.
18. April: Honigbienen lieben Rapsblüten
… und so werden sie demnächst wieder zu einem Festmahl ausschwärmen, denn in den Monaten April und Mai blüht der Raps besonders reichlich.
 
Raps (Brassica napus) gehört zu den Kreuzblütengewächsen, genauso wie zum Beispiel Radieschen oder Kohl. Doch das nur nebenbei. Die Rapsblüten sind deshalb sowohl für unsere Honigbiene als auch für viele andere Insekten sehr attraktiv. Als typische Frühtracht haben sie einen sehr hohen Nektarwert (4), wie der Imker wohl weiß. Auch der Pollenwert ist mit ebenfalls 4 sehr hoch.
 
Wenn der Raps blüht sind die Bienen nicht zu bremsen. Von früh bis spät sind sie unterwegs, fliegen wie im Rausch hektisch hin und her. Weil sie so auf den Raps fliegen (im doppelten Sinne) fühlen sich die Bienen aber auch manchmal gestört und reagieren entsprechend ungehalten. Also aufgepasst.
 
Durch gute äußere Bedingungen und Pflege wird der Imker mit Rapshonig belohnt. Rund 40kg je Volk tragen die fleißigen Bienen in den Stock. Zu diesen günstigen Umständen gehört auch, dass in Deutschland kein gentechnisch veränderter Raps angebaut werden darf.
 
Die Landwirte verzichten zudem auf das Ausbringen von Fungiziden während der Blüte, wenn die Bienenstände in den Rapsfeldern stehen, denn auch sie profitieren durch höhere Bestäubungsraten von der Arbeit der Bienen.
 
Wenn der Rapshonig aufgrund seines hohen natürliche Glukosegehaltes auch nicht ganz einfach zu handhaben ist, so lieben ihn aber gerade deshalb die Kinder.
 
Doch bis man sich den reinen Rapshonig auf der Zunge zergehen lassen kann brauchen wir noch ein wenig Geduld.
 
Achten wir doch einfach einmal auf die Bienenstände, die jetzt wieder in den Rapsfeldern zu sehen sind und bei einem Spaziergang mit der Familie auf das emsige Treiben in den gelb leuchtenden Feldern.
 
Ich schau mich schon einmal um.
Euer Hannes
28. März: Krokusse – willkommene Frühlingsboten
Überall sind sie jetzt zu sehen. Liegt es an dem frühlingshaften und oft schon sehr milden Wetter? Ich denke ja. So ein Wetter lockt ja förmlich Krokusse und einige andere Frühblüher aus dem Boden. Doch nicht nur das. Es ruft auch die Bienen auf den Plan, die sich gegen Ende des Winters über den frischen Nektar freuen. Für sie ist der Krokus eine sehr wichtige Pflanze.
 
Warum ist das so? Wie die meisten Frühblüher sind auch Krokusse im zeitigen Frühjahr für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und andere Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Gerade diese völkerbildenden Arten sind auf Frühblüher wie Krokusse angewiesen. 🌱
 
Nektar und Pollen sorgen für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in dieser frühen Phase des Jahres. Krokusse sind sowohl für Menschen als auch für Bienen sehr attraktiv. Uns Menschen begeistern insbesondere die vielfältigen Farben dieser Schmetterlingsgewächse.
 
Für den Imker und natürlich auch für die Bienen selbst ist wichtig, dass Frühlings-Krokusse erreichen einen hohen Nektarwert 3 von 4 und einen mittleren Pollenwert 2 von 4 erreichen.
 
Grundsätzlich unterscheidet man die Gattung Crocus tatsächlich nach ihrer Blütezeit. Von Februar bis April blühen die Frühlings- oder Frühblüher und von September bis Oktober blühen die Herbstkrokusse oder Herbstblüher.
 
Als besonders bienenfreundlich hat sich ein bunter Mix von frühblühenden Wildkrokussen bewährt. Denn nicht alle ungefähr 100 Krokusarten wachsen in unseren Gärten. Diesen bunten Mix gibt es im Handel z.B. unter der Bezeichnung Botanische Krokusse.
 
Wenn wir also etwas für die Bienen tun wollen, legen wir doch einfach mal eine Bienenweide mit Wildkrokussen an. Allerdings ist dafür das Frühjahr nicht die richtige Pflanzzeit. Diese ist für Frühlingskrokusse der Herbst, am besten im September oder Oktober. ☝
 
Euer Hannes
21. März: Gute Nachricht: Es ist aufgefallen
Liebe Bienenfreunde,
eine tolle Nachricht für alle, die Insekten lieben und besonders für die Freunde der Honigbiene vom Morgen des 16.03.2020 möchte ich euch nicht vorenthalten. In Sachsen- Anhalt ist die Zahl der Bienenvölker in den vergangenen 5 Jahren deutlich gestiegen. Und nicht nur das: Es gibt auch mehr Imker in diesem Bundesland. Lest doch einfach selbst nach (entschuldigt die schlechte Qualität des Scans aus der Mitteldeutschen Zeitung).
 

Wie sieht es eigentlich bei euch aus?
Trägt die bundesweite Bienenförderung auch in anderen Bundesländer schon Früchte? 🐝
 

Ich bin gespannt.
Euer Hannes

16. März: Die Bienenkönigin
Ein wenig beachtetes Märchen der Brüder Grimm
 
Das nur recht kurze Märchen Die Bienenkönigin beschreibt den Nutzen einer mit freundlicher Gesinnung gepaarten Einfältigkeit. Als der jüngste von 3 Königssöhnen seine zwei älteren Brüdern, die von ihren Abenteuern nicht wieder nach Hause zurückkehren, wiederfindet, verspotten diese ihn, dass er „mit seiner Einfalt sich durch die Welt schlagen wollte, und sie zwei könnten nicht durchkommen und wären doch viel klüger“.
 
Diese Einfalt kommt dem als Dummling verspotteten Bruder aber zugute. Wegen seiner freundlichen Gesinnung zu Tieren jeder Art, hält er seine Brüder vor der Zerstörung eines Ameisenhaufens, der Tötung einer Ente und der Plünderung eines Bienenstockes zurück. Als die drei Brüder dann in ein verwunschenes Schloss gelangen, in dem ihnen kaum zu lösende Aufgaben gestellt werden, vermag der Dummling auf seine tierischen Freunde zurückzugreifen. Dazu gehört auch eine Bienenkönigin.
 
Doch genug damit. Mehr wird nicht verraten. Mit Hilfe der Internationalen Standardbuchnummer (ISBN) könnt ihr euch ein Märchenbuch der Brüder Grimm mit diesem Märchen kaufen und es so machen wie ich: An einem windgeschützten Ort in die Sonne setzen und lesen.
 
Versucht es mit diesen Nummern: ISBN 978-3-423-35028-0 oder ISBN 3-407-80213-7
 
Viel Freude beim Lesen, Euer Hannes
29. Februar: Hochzeitsflug der Bienenkönigin
In manchen Jahren gibt es vergleichsweise viele Heiratswillige unter den Menschen. Das liegt oft an der Konstellation des möglichen Hochzeitsdatums. Zum Beispiel der Februar 2020.
 
Ein 20.02.2020 oder 22.02.2020 sind als Tag der Trauung fast nicht zu vergessen. Besonders der 29.02.2020 ist sehr attraktiv zum Heiraten. Weil es den 29.Februar nur in einem Schaltjahr gibt und jedes Mal wenn es wieder so weit ist, dass das nächste Schaltjahr kommt, steht da bestimmt etwas dazu in der Zeitung oder es wird auf andere Weise darauf aufmerksam gemacht. Wie bequem für feier- und merkfaule Mitmenschen.
 
Unsere Honigbienen sind da ganz anders. Sie fliegen spektakulär zu einem für staatenbildende Insekten typischen Hochzeitsflug aus. Ohne, dass sie dafür auf den Kalender schauen. Die Witterung sollte allerdings schon günstig sein, vor allem nicht zu kalt. Um so einen Hochzeitsflug zu beobachten, besonders dir im Flug stattfindende Paarung, bedarf es schon eines hohen Maßes an Erfahrung und Geduld.
 
Sechs bis zehn Tage nachdem eine junge Bienenkönigin geschlüpft ist, steuert sie einen Drohnensammelplatz an, um sich mit mehreren männlichen Bienen (Drohnen) zu paaren. Die Spermien werden in der Samenblase der jungen Königin gesammelt, bis an ihr Lebensende aufbewahrt und verwendet.
 
➡ Warum aber paart sich die Königin mit mehreren Männchen?
 
Allgemein anerkannt ist, dass dieses Verhalten eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz der Königin und die Vitalität der Gesamtheit Bienenvolk ist. Die Königin wir als das einzige Weibchen akzeptiert, dass sich reproduzieren darf und durch die Mehrfachpaarung kommt es außerdem zu einer höheren Varianz in den Eigenschaften der Bienen eines Volkes. Es hat damit bessere Überlebenschancen, wenn sich die Umweltbedingungen ändern oder wenn das Volk Stress ausgesetzt ist.
 
Hat mich einfach mal beschäftigt dieses Thema. Vielleicht später einmal mehr darüber.
 
Für heute Tschüss, euer Hannes
27. Februar: Kann das sein?
Es war Anfang Februar. Beim Lesen meiner Lieblings- Tageszeitung konnte ich mich auf der Seite mit den Leserfotos an einem solchen mit einer Holzbiene erfreuen. Im Februar! „Hallo“ dachte ich: Kann das sein?
 
Es ist ja allgemein bekannt, dass bei Temperaturen über 10°C die Honigbienen schon einmal ihren Stock verlassen und die ersten warmen Tage im Frühjahr genießen. Kalendarisch haben wir aber Winter!
 
Die Freude am schönen Wetter ist es aber nicht vorrangig, was die Bienen ins Freie treibt. Sie wollen schlicht und ergreifend ihre Kotblase entleeren. Bienen setzen ihren Kot nämlich nicht einfach in den Bienenstock ab, sondern sammeln ihre Exkremente in der Kotblase. Damit verhindern sie zum Beispiel auch die Verbreitung von Krankheitserregern.
 
Jetzt kann es aber nicht mehr lange dauern und Honigbienen fliegen in großer Anzahl zum Reinigungsffug aus. Der aufmerksame Imker kann an dieses Reinigungsflügen schon einige Hinweise über den Zustand seines Volkes erhalten.
 
Wie ist das aber nun mit der Holzbiene oder den Wildbienen überhaupt?
 
Die meisten der Wildbienen-Arten leben allein oder nur für ein Jahr in einem Volk. Ein Großteil von ihnen stirbt zwischen Sommer und Spätherbst nach der Eiablage. Kurz nach der Ablage entwickelt sich aus dem Ei eine Larve, die sich noch in ihrem Versteck verpuppt und in diesem Zustand den Großteil des Winters verbringt. Im nächsten Jahr schlüpft daraus, wenn alles gut gegangen ist, eine neue Generation Bienen.
 
Bei manchen Wildbienen schlüpfen Männchen bereits Mitte Februar und die Weibchen Mitte März, bei anderen schlüpfen beide Geschlechter erst Mitte Juni. Oder Männchen und Weibchen überwintern gemeinsam, um sich dann im Frühjahr zu paaren, so wie bei der blauschwarzen Holzbiene.
Die Notwendigkeit eines Reinigungsfluges wird bei Wildbienen also nicht erwähnt.
 
Was ist nun mit dem Foto? Ein Fake, vom letzten Sommer oder kann es tatsächlich schon eine „aktuelle“ Holzbiene sein?
 
Für heute Tschüss, euer Hannes
21. Februar: Ich bin wieder da
Kennt ihr die Wilhelm Busch- Geschichte von den beiden Enten und dem Frosch?
 
Nachdem die beiden Enten sich um den Frosch als Speise gestritten hatten und dabei nicht gerade zimperlich vorgegangen waren, konnte der Frosch nach wahrhaft heldenhafter Gegenwehr entkommen. Die Enten dem Koch aber nicht, weil sie sich in einem Gatter verfangen hatten.
 
Die letzten Zeilen dieser gezeichneten Geschichte lauten:
„Drei Wochen war der Frosch so krank. Jetzt raucht er wieder. Gott sei Dank.“
 
Warum ich das alles erzähle? Rauchen tue ich nach wie vor nicht, aber ein paar Wochen musste ich auch das Krankenbett hüten. Dabei hatte ich Zeit in meinem alten Wilhelm Busch – Album aus der Kinderzeit zu lesen.
 
Mit Bienen und Insekten hat das also nichts zu tun. Aber der Gedanke bot mir die Gelegenheit, euch zu sagen: „Ich bin wieder da.“
 
Jetzt bin ich gespannt, was es im Februar über Bienen, Insekten allgemein und auch in der Imkerei Interessantes zu erfahren gibt:
➡ Ob sich die Bienen durch die Wetterwechsel beeinflussen lassen oder ob die Völker ganz cool bleiben?
➡ Und was habt ihr so vor in 2020 was Insekten betrifft?
➡ Mit Imkern anfangen? Eine Blühwiese anlegen? Ein Insektenhotel bauen?
 
Was auch immer, ich versuche es noch einmal mit dem Anlegen eines Blühstreifens.
 
Im vergangenen Jahr ging es nämlich irgendwie schief.
 
Für heute Tschüss, euer Hannes
18. Dezember: Mehr Geld für Imker
Schade, das diese Schlagzeile recht klein und auf einer linken Seite in der Mitteldeutschen Zeitung vom 09.12.2019 zu lesen war. Immerhin ist es bemerkenswert, dass sich die Imkerei zunehmender Beliebtheit erfreut. Im konkreten Fall ist für Sachsen- Anhalt am Ende des Jahres 2019 sowohl ein Anstieg der Bienenvölker als auch der Imker zu verzeichnen.
 
Seit Einführung des Förderprogramms der Landesregierung 2013 erhalten Imker und Imkervereine jährlich 176.000 Euro. Diese Summe wird nun für die nächsten zwei Jahre (2020 und 2021) auf 250.000 Euro aufgestockt. So der Zeitungsbericht. Damit ist es unter anderem möglich, vor allem Neueinsteiger in die Imkerei gut zu schulen.
 
Wenn man, so wie ich, darüber nachdenkt, was Imker eigentlich im Winter machen, dann fallen einem auch solche Artikel in der Tagespresse auf.
 
Inzwischen bin ich aber etwas schlauer und musste feststellen, dass der Winter durchaus keine Periode des Faulenzens für die Imker ist. Der gewonnene Honig muss vermarktet werden, Reparaturmaßnahmen stehen an und sogar zur Bekämpfung der Varroamilbe muss nicht selten noch einmal etwas getan werden. Im Dezember wird dazu Oxalsäuredihydrat- Lösung 3,5% ad us. vet. verwendet (siehe dazu https://www.bienen-gesundheit.com/sortiment/oxalsaeuredihydrat-loesung/).
 
Damit ich auch verstehe, was das bedeutet habe ich einen Imker gefragt und den Tip erhalten doch einmal im Internet nachzuforschen. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können.
 
Hier etwas davon: http://www.imkerpate.de/oxalsaeurebehandlung-winterbehandlung/
https://www.youtube.com/watch?v=pHZv8NVuMSM
 
Angenehme und friedliche Feiertage
Euer Hannes
13. November: Hannes ist überrascht
Offensichtlich haben die vielen Diskussionen, Aktionen und Berichte zu und über Blühwiesen, Insektenvielfalt und ihre Gefährdung sowie die Rolle der Honigbienen und Wildbienen für die Landwirtschaft dazu geführt, dass sich jetzt viel mehr Menschen mit diesen Themen beschäftigen.
 
Dann kommt es schon einmal vor, dass ganz kuriose Verbindungen gefunden werden.
 
So konnte (oder musste) ich neulich unfreiwillig ein Gespräch verfolgen, das eine ältere Dame, offensichtlich die Omi mit ihrer Enkelin führte. Das Thema: Die Verpackung für das Pausenbrot.
 
Oma wusste noch von einer großen Brotbüchse aus Aluminium zu berichten, die mit einem Einweckgummi verschlossen gehalten werden musste, wenn die Schnitte mal zu dick geschnitten war. Die Enkelin schien aber gerade auf einem Anti- Plastik- Trip zu sein, denn sie präsentierte jetzt ihrer Oma das wiederverwertbare Bienenwachstuch: Handgefertigt aus Bio- Baumwolle, Bienenwachs, Harz und Jojobaöl, leicht zu reinigen und, und, und.
 
Da war ich schon ein wenig amüsiert und eben auch überrascht, was man alles mit Bienen in Verbindung bringen kann.
 
Aus Neugier wollte ich so ein Tuch haben und tatsächlich, es steht alles so auf der Verpackung. Ich habe auch gleich meinen ersten Lebkuchen des Jahres darin eingewickelt.
 
Herbstliche Grüße Euer Hannes

16. Oktober: Fit für den Klimawandel
Irgendwie hat man es schon immer geahnt: Bei den Bemühungen, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen zu erhalten, um deren genetisches Potenzial auch für die Zukunft zu sichern, hat man offensichtlich nicht sofort an die Honigbiene gedacht. Immerhin existiert bereits seit 2016 eine Genbank für seltene Rinder und Schafrassen.
 
Die Honigbiene ist nun aber auf Platz 3 der Tiere, die für die Gewinnung von Lebensmittel von besonderer Bedeutung sind.
Allerdings ist Besserung in Sicht. Denn wie in den letzte Monaten zu lesen war, soll in Deutschland jetzt auch eine Genbank für Honigbienen angelegt werden, womit wir das erste Land wären, das eine Genreserve für Honigbienen aufbaut (https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/europaweit-erste-genbank-fuer-honigbienen/ u.a.).
 
Diese soll die Vielfalt innerhalb der Honigbienenarten und die Zucht in Zeiten des Klimawandels sichern.
 
Zurzeit untersucht man die Voraussetzungen für den Aufbau einer solchen Genbank. In erster Linie geht es hierbei um technische Fragen zum Einfrieren und zur langfristigen Lagerung des Genmaterials. Auch wird geklärt, welche Honigbienenarten besonders erhaltenswert sind.
 
So stehen insbesondere die Dunkle Honigbiene und die Kärntner Honigbiene im Fokus.
 
Ende 2021 soll die geplante Genbank fertiggestellt sein.
 
„Die Sicherung des genetischen Materials kann dazu beitragen, die Gen-Erosion der Honigbienen einzudämmen. Der Erhalt der genetischen Vielfalt ist eine Art Versicherung gegenüber den Folgen zukünftiger Veränderungen“, erklärt Professor Dr. Kaspar Bienefeld, Leiter des Länderinstituts für Bienenkunde Hohen Neuendorf zur Zielstellung.
 
Ich bin neugierig und gespannt.
 
Was haltet ihr davon?
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein
07. Oktober: Überraschung im Hotel
Letzte Woche habe ich auswärts geschlafen und im Hotel Paul kennengelernt. Paul ist das Maskottchen der Ringhotels und er ist eine Honigbiene.
 
Wo man sonst kleine Betthupferl in Form von Schokolade oder Gummibärchen auf dem Kopfkissen findet, sorgt Paul die Biene dafür, dass dort ein kleines Tütchen mit Saatgut für eine kleine Blüh- Oase aus Feldblumen liegt (siehe Foto).
 
Da hat man nun schon so viel über Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt von Insekten gehört und gelesen. Diese besondere Form war jedoch neu für mich. Eine gute Idee finde ich. Wenn sich jetzt möglichst viele Übernachtungsgäste dazu entschließen können beim Aussäen mitzumachen, dann reiht sich Quadratmeter an Quadratmeter und es ist wieder etwas für unsere Bienen, Schmetterlinge usw. getan.
 
Laut Aussaatempfehlung kann ich den Samen sogar noch im Herbst ausbringen. Wenn alles gut geht, habe ich dann im nächsten Jahr Kornrade, Acker- Ringelblume, Klatschmohn und noch ein paar andere Blüten im Garten.
 
Ich freue mich schon drauf und mache mich noch heute ans Werk.
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein

22. September: Das Hornissennest soll weg
Habt ihr schon einmal ein Hornissen- oder Wespennest in der Gartenlaube oder irgendwo am Haus entdeckt?
 
Da ist der Schreck oft ziemlich groß. Zu viele Szenen spielen sich nur beim Anblick eines solchen beeindruckenden Baus im Kopf ab. Man hat ja schon gehört, wie gefährlich so ein Hornissenstich sein soll usw.
 
Jetzt ist wohl guter Rat und Hilfe nötig. Selbst eingreifen ist jedenfalls nicht vorgesehen.
 
Für mich war es ganz neu, dass es auch Menschen gibt, die sich professionell darum kümmern, ein neues Zuhause für Hornissen, Wespen und Hummeln zu finden wo sie niemanden stören.
 
Einer davon ist Bent Schubert aus Hamburg, von dem ich neulich in meiner Tageszeitung las. Einige Berichte über seine Tätigkeit sind auch im Internet zu finden und recht interessant (z.B. http://ow.ly/V4MM50waBM4http://ow.ly/Rl2b50waBM3)
 
Ob es wohl auch in meiner Gegend so einen Spezialisten gibt? Gut beraten ist man im „Notfall“ bestimmt auch bei einem Imker. Davon gibt es eigentlich in jeder Region reichlich.
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein
18. September: Der besondere Gast
Hat sie sich nur verirrt oder war unser Kuchen einfach zu verlockend?
 
Schließlich kann jede Biene Nektar oder auch andere Zuckerquellen gut gebrauchen. Jedenfalls saß da eines ruhigen Kaffeetrinken und Kuchenessen Nachmittags eine Wespe auf dem Kuchenblech.

Zumindest dachte ich, dass es eine Wespe sei. Doch nun bin ich mir sicher: Eine Wespe war es nicht.
 
Da ich mich aber auch noch nicht so gut auskenne mit den Wildbienen habe ich nachgeschlagen. Ich denke es ist eine Gartenwollbiene. Auf dem Foto ist diese Bienenart vielleicht nicht so gut zu erkennen. Ich habe mich gefragt, was dafür spricht, dass es eine Gartenwollbiene ist.
 
Da waren zum Beispiel die Streifen auf ihrem Hinterleib, die nicht durchgehend waren wie bei Bienen, die Nähe von ihre besuchter Pflanzen wie der Wollziest (auch Eselsohr) genannt und mein Insektenhotel mit noch freien Höhlen.
 
Die seidig- wollig behaarten Blätter nutzt die Gartenwollbiene als Nistmaterial für ihre Nisthöhle.
 
Beides war da. Es ist ganz bestimmt eine Gartenwollbiene. Oder?
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein

12. September: Blühflächen von Nord nach Süd
Das hatte ich auch noch nicht gewusst. In einer führenden Landwirtschaftszeitschrift fand ich eine Statistik und die besagte, dass im Frühjahr 2019 von deutschen Bauern Blühflächen für die Erhaltung der Artenvielfalt bei Insekten geschaffen wurden. Das begeistert uns Natur- und Insektenfreunde natürlich sehr. Wisst ihr wie groß diese Fläche ist?
 
117.000 Hektar. Wer sich nicht so auskennt mit den landwirtschaftlichen Flächenmaßen, das sind 1.170 km². Das klingt jetzt nicht sehr viel, aber wenn man bedenkt, dass ganz Deutschland nur etwa 360.000 km2 Fläche hat, ist das schon beachtlich.
 
Mit 1.170 Km² könnten zum Beispiel 82.000 Fußballfelder nach FIFA- Norm angelegt werden oder man könnte einen 1.500 m breiten Blühstreifen von Flensburg im Norden bis nach Füssen im Süden legen. Das sind immerhin Luftlinie 807 km.
 
Das alles sind beeindruckende Zahlen und zeigen mir, dass unsere Landwirte eine Menge für unsere Insekten, dazu gehören auch die Honigbienen tun und das sie deren große Bedeutung erkannt haben.
 
Bevor ihr jetzt aber denkt, Mathe wäre ein Hobby von mir, höre ich jetzt auf mit der Rechnerei.
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein
04. September: Autsch
Jetzt hat es mich auch einmal erwischt. Seit einiger Zeit macht es mir ja viel Freude Insekten zu beobachten. Vor allem Bienen, Wespen und Hummeln haben es mir angetan. Jetzt aber hat mich eines dieser Insekten doch tatsächlich gestochen. Was es war kann ich nur vermuten.
 
Allerdings habe ich eine Wespe in Verdacht. Auch wenn die typische Rötung und Schwellung an der Stichstelle bei Bienen genauso aussieht. Schmerzhaft ist es allemal.
Und wie das juckt. Was tun?
 
Kühlen, kühlen, kühlen. Zum Glück war ich schnell im Haus und am Kühlschrank. Eiswürfel in ein Taschentuch gepackt und gut war`s. Aber es dauert eine Weile bis sich die ganze Sache wieder beruhigt.
 
Inzwischen ist alles wieder in Ordnung und ich bin froh, dass ich nur in den Arm gestochen wurde. So eine dicke Schwellung unter dem Auge zum Beispiel sieht sicher nicht so gut aus und ist auch wesentlich unangenehmer. Und allergisch gegen Wespen- oder Bienenstiche bin ich offensichtlich auch nicht.
 
Das ganze Geschehen hätte ohne viel Aufsehen vorüber gehen können, wenn ich nicht so laut „Autsch“ geschrien hätte.
 
Jetzt kamen die Ratschläge von vielen Seiten. Hausmittel zur Linderung der Schmerzen und des Juckreizes wurden genannt: Zwiebel, Zitrone, Apfelessig, angeschnittene Aloe-Vera- Blätter usw., den Stachel abkratzen (wo war der eigentlich?), alles sauber halten und nicht jucken.
 
Mich würde ja mal interessieren ob ihr auch schon solche Erfahrungen gemacht habt?
 
Wieder völlig „genesen“ und mit vielen Grüßen
Euer Hannes
14. August: Das schwarze Flugobjekt
Eigentlich wollte ich ein Foto vom Gartenrotschwanz machen, der beim Nachbarn schon seit Jahren regelmäßig brütet. Mit meiner Kamera habe ich den Vogel schon ins Visier genommen, da irritierte mich etwas Schwarzes, dass mit Gebrumm an meinem Kopf vorbeisauste. Was war das? Schwarz? Ein Insekt in der Größe einer Biene.
 
Vielleicht war es ja eine solche, eventuell sogar eine Holzbiene, die ja in den Sommermonaten gar nicht so selten beobachtet werden kann. Von beobachten kann allerdings in meinem Fall nicht die Rede sein. Viel zu schnell war das schwarze Flugobjekt verschwunden.
 
Also was tut also der interessierte Naturfreund, wie ich einer bin. Er sucht im Internet nach Bildern, um seine Wahrnehmung zu bestätigen oder eben nicht.
 
Jetzt bin ich mir doch einigermaßen sicher, dass es eine Große Holzbiene war, auch wenn ich die schönen blauschwarz bis violettfarbenen Flügel nicht erkennen konnte. Aber groß war sie. Und einen geeigneten Baum, in den sie ihre Brutgänge nagen kann, in der Nähe gibt es auch. Meine Indizien sprechen also für Xylocopa violacea. So heißt diese Wildbiene wissenschaftlich.
 
Allerdings bleibt doch ein Rest Unsicherheit. Denn es gibt auch noch Dunkle Hummelarten und weitere Holzbienen – Gattungen. Doch dazu später.
 
Hier ein Bild zu meiner Vermutung: http://ow.ly/qz6R50vixIp
 
Viele Grüße
Hannes Dörflein
4. August: Die Sache mit dem Lavendel
Da bin ich mal ganz ehrlich. Vor meinem Fenster habe ich schon vor ein paar Jahren ein paar Lavendelsträucher gepflanzt. Extra. Weil ich diesen aromatischen , wohlriechenden Duft ganz einfach mag.

Aber auch andere teilen diese Leidenschaft für Lavendel mit mir. Nicht nur mein Nachbar, sondern vor allem Bienen, Schmetterlinge und Hummeln. Vor allem Hummeln. Und so beobachte ich mit Begeisterung das Wuseln, Summen und Krabbeln von Hummeln im Lavendel.

Jetzt, wo ich weiß, dass Lavendel eine sehr nektarreiche Pflanze ist, wird mir auch verständlich, dass Insekten sie als Nahrungsquelle sehr schätzen müssen. Der Duft allein wird es also nicht sein, obwohl gerade wenn die Luft warm ist das Aroma besonders zum Tragen kommt. Dann ist besonders viel Bewegung zwischen den vielen kleinen Blüten.

Ich genieße diese Beobachtung, habe leider zu wenig Zeit dafür.
Probiert es doch einfach auch einmal aus. Der Lavendelduft ist auch beruhigend und eine Naturbetrachtung sowieso.

Viele Grüße
Hannes Dörflein
23. Juli: Insektentränke - ein Fehlschalg?
Puh! War das eine Hitze. Bin ich froh, wenn wieder angenehmere Temperaturen herrschen.

Dabei hatte ich mir das mit der selbstgebauten Insektentränke so schön vorgestellt. Aber trotz, so fand ich, ganz günstiger Aufstellung musste ich die Tränke ziemlich oft nachfüllen. Es war einfach zu heiß, das Wasser zu schnell verdunstet. Dazu kam, dass ich mich kaum motivieren konnte, längere Zeit auf Beobachtungsposten zu stehen, um den Besuch meiner Insektentränke zu dokumentieren.

War meine gut gemeinte Hilfe für Bienen, Hummeln und Wespen vielleicht ein Fehlschlag? Vergebliche Liebesmüh? Ich glaube nicht.
Jetzt hoffe ich weiterhin auf regen Besuch und meine ersten gelungenen Fotos.

Viele Grüße
Euer Hannes Dörflein

13. Juni: Neuartige Insektenhotels?
Was war das für eine umständliche und zeitraubende Arbeit! Das Insekenhotel, welches ich im vergangenen Jahr im Garten angebracht hatte, musste mal gründlich gereinigt werden.

Das war aber gar nicht so einfach, denn die Konstruktion solcher Nisthilfen ist offenbar nicht dafür vorgesehen, gereinigt zu werden. Vor allem die verschlossenen Röhren waren anstrengend. Inzwischen sind die ersten Röhren schon wieder „verdeckelt“, aber ich fand es gut, sich auch mal etwas intensiver mit den Bauarten solcher Insektenhotels zu beschäftigen.

Am Donnerstag (06.06.2019, S.11) aber las ich einen interessanten Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung. Die Landwirtschaftsanstalt Bernburg testet ein spezielles Material auf seine Eignung als Nisthilfe für Bienen, besonders Wildbienen, und Hummeln. Offensichtlich ist das Problem Reinigung von Nisthilfen gar nicht so unbedeutend, denn immerhin wird dies im Zusammenhang mit dem neuen Material als Vorteil genannt.

Ich bin gespannt wie es weiter geht. Wenn ihr wollt, könnt ihr den Artikel ja nachlesen:
https://www.mz-web.de/aschersleben/naturschutz-nehmen-wildbienen-diese-nisthilfen-an–32647188

Viele Grüße
Euer Hannes Dörflein