Die phänologische Uhr

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Die phänologische Uhr 

Definition der Phänologie

Der Begriff stammt aus dem altgriechischen. Ein Bestandteil ist das griechische Wort phainein welches soviel bedeutet wie “sichtbar machen”. Die Phänologie ist damit die Lehre alles Sichtbaren bzw. die Lehre von den Erscheinungen.

Einfacher ausgedrückt befasst sich die Phänologie mit den periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur. Dabei stehen meistens Pflanzen im Fokus des Interesses. Das Wachstum der Pflanzen wird beobachtet und die einzelnen Stufen werden in “phänologische Phasen” eingeteilt und in einem Kalender festgehalten.

Die Einordnung der Phasen und die damit verbundene Erkenntnis über die Entwicklung der Pflanzen wird genutzt, um Trends für die Zukunft abzuleiten. 

Der phänologische Kalender

So wie das Jahr für uns Menschen in zwölf verschiedene Monate eingeteilt wird, so erfolgt die Einteilung in der Pflanzenwelt in zehn Jahreszeiten.

Die Entwicklung der Pflanzen variiert von Jahr zu Jahr, sodass keine exakte Festlegung der Tage für die Jahreszeiten erfolgen kann. Der phänologische Kalender wird daher in folgende zehn Jahreszeiten aufgeteilt:

  • Vorfrühling
  • Erstfrühling
  • Vollfrühling
  • Frühsommer
  • Hochsommer
  • Spätsommer
  • Frühherbst
  • Vollherbst
  • Spätherbst
  • Winter

Der Vorfrühling wird in der Meteorologie als beginn des Frühlings bezeichnet. Diese Phase erstreckt sich über 37 Tage von Mitte Februar bis Ende März. Charakteristisch für die Phase ist der Beginn der Vegetationsperiode. Dies ist der Teil des Jahres, in der die Pflanze aktiv wächst. Erkennen tut man den Vorfrühling zudem an der Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen oder auch der Frühlingsknotenblume.

 

Sobald die Beerensträucher und Obstbäume blühen beginnt der Erstfrühling. Zudem erkennt man die Phase des Erstfrühlings an den wunderschönen gelben Feldern am Straßenrand. Die Goldglöckchen oder auch Forsythie genannt, fängt ab Ende März an zu blühen. 29 Tage dauert diese Periode und endet mit dem Abschluss des Aprils.

 

Vollfrühling ist die Zeit des Apfelbaums. Mit der Ausprägung der lila-weißen Blüten beginnt die Phase ca. Ende April und hält 30 Tage an. Nachdem die Apfelbäume blühen folgen der Flieder und die Himbeeren. .

 

Mit dem Beginn des Junis startet der Frühsommer. Der schwarze Holunder beginnt zu blühen und die bonbonfarbenden Blütenköpfe der Pfingstrosen kommen zum Vorschein. Mit 22 Frühsommertagen ist es die zweitkürzeste Jahreszeit des phänologischen Kalenders. Der einzig negative Aspekt des Frühsommers ist, dass für Allergiker die Heuschnupfen-Saison begonnen hat.

 

Ein erstes Anzeichen für den Beginn des Hochsommers ist die Getreideernte der Landwirte. Mit 42 Tagen ist es, abgesehen vom Winter, die längste Jahreszeit. Während der sehr heißen Hochsommertage beginnen die Linden ihre Blüten zu öffnen und die Johannisbeeren zu reifen.

 

Mit dem Ende des Hochsommer wird die letzte Phase des phänologischen Sommers eingeläutet: der Spätsommer. Die Periode erstreckt sich über den ganzen August und dauert 25 Tage an. Früchte wie der Frühapfel oder auch die wunderschöne und rote Vogelbeere reifen. Zudem beginnen die Landwirte mit der zweiten Heuernte.

 

Der phänologische Herbst beginnt mit dem Frühherbst. Typisch für die Jahreszeit ist die volle Fruchtreife des schwarzen Holunders. Auch die ersten Haselnüsse fallen. Das Fallobst wird aufgelesen und die Himbeeren werden geerntet. Ende September ist die Phase abgeschlossen und langsam fangen die Bäume an ihre Blätter zu verlieren.

 

Mit dem Beginn des Vollherbstes, beginnt auch die Phase der wunderschönen Brauntöne. Die Blätter der Bäume werden braun und Eichen sowie Rosskastanien fallen schon beim kleinsten Windstoß herunter. Die Obsternte wird abgeschlossen und die Kartoffeln und Kürbisse werden abgeerntet.

 

Der Spätherbst ist die letzte phänologische Jahreszeit vor dem lang andauernden Winter. Mit dem Beginn Mitte Oktober beginnen die Bäume auch ihre Blätter zu verlieren Die Igel suchen sich einen Unterschlupf und der Hobbygärtner sollte nun seine Gartengeräte säubern und ordentlich verstauen.

 

Mit 117 Tagen ist der Winter die mit Abstand längste Jahreszeit im Jahr. Von Ende November bis zum Beginn des Vorfrühlings ist die Zeit der Vegetationsruhe. Mit der Eiche und Lärche verlieren auch die letzten Bäume ihre Blätter.

 

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