Sind Ameisen genauso nützlich wie Bienen?
Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren ist das Herzstück unserer Natur. Oft arbeiten verschiedene Arten Hand in Hand, sei es durch Symbiosen oder ein friedliches Nebeneinander. Während die Rolle der Bienen als Bestäuber jedem ein Begriff ist, bleibt eine Frage oft ungeklärt: Welche zentrale Funktion erfüllen eigentlich Ameisen in unserem Ökosystem?

Wie leben Ameisen?
- Von Natur aus organisieren sich Ameisenarten in sozial-komplexen Gemeinschaften, die als Staaten oder Kolonien bezeichnet werden.
- Das vielschichtige Ameisennest, das fast einen Meter hochragen kann, befindet sich unter oder auch über der Erde.
- Sämtliche Gänge und Kammern werden aus natürlichen Materialien gebaut.
- Jede Ameise besitzt eine bestimmte Aufgabe im Staat.
- Die Soldaten (männlich) verteidigen das Ameisennest vor Feinden.
- Die Arbeiterinnen (weiblich) beschaffen Nahrung und betreuen den Nachwuchs sowie die Königin.
- Als einzige fortpflanzungsfähige Ameise legt die Königin alle Eier und befehligt den Staat.
- Ameisen kommunizieren über Duftstoffe, um Nahrung zu finden und Gefahren zu melden.
An diesen Merkmalen lässt sich erkennen, dass Ameisen und Bienen als Insekten der Ordnung der Hautflügler mit sozialer Organisation viele Gemeinsamkeiten besitzen. Bienen bestäuben fast 80 % der Blühpflanzen, darunter Obstbäume, während Ameisen das Ökosystem im Wald unterstützen. Da nur geschlechtsreife Jungköniginnen und Männchen während ihres Hochzeitsfluges im Sommer fliegen können, übernehmen die nicht flugfähigen Ameisen die wichtigen Aufgaben am Waldboden.
Ameisen im Ökosystem Wald
1) Als sozial strukturierte Waldtiere bauen Ameisen ihre Nester unter der Erde, die meist auch als Hügelnest über dem Boden erkennbar sind. Durch diesen Nestbau wird die Bodenbeschaffenheit verbessert, indem Ameisen eine Art natürlichen Humus- bzw. Komposthaufen errichten.
2) Im Wald herrscht ein instinktives Gleichgewicht zwischen den lebenden und toten Tieren. Dazu gehören auch Ameisen, die bei der Futtersuche eine entscheidende Rolle spielen. Wenn die Arbeiterinnen nach Futter suchen, beseitigen sie nebenbei tote Insekten und Aasreste, um den Wald sauber zu halten.
3) Von Natur aus sind Ameisen sogenannte Allesfresser (Omnivoren), die sich überwiegend von kohlenhydratreichem Honigtau, Pflanzensäften, Früchten und Nektar ernähren. Für die Brut und zur eigenen Stärkung benötigen sie zudem Proteine (Fleisch). Das bedeutet: Auf ihrem Speiseplan stehen auch Insektenlarven und Schädlinge, wie zum Beispiel Raupen oder Schneckeneier.
4) Bei der Nahrungssuche transportieren Ameisen verschiedene biologische Stoffe, um das Nest aufzubauen und den Nachwuchs zu versorgen. Ähnlich wie Eichhörnchen, die im Herbst Nüsse sammeln und vergessene Vorräte zur Keimung beitragen, transportieren auch Ameisen bei der Nahrungssuche Pflanzensamen mit ölhaltigen Anhängseln und fördern so deren Ausbreitung und Vermehrung.
5) Im Kreislauf der Natur dient fast jede Tier- und Pflanzenart anderen Organismen als Nahrungsquelle und trägt so zum Gleichgewicht des Ökosystems bei. Ameisen sind für andere Tierarten wie Vögel (z.B. Grünspecht), Igel, Reptilien und Amphibien eine wichtige Proteinquelle.
6) Manche Tier- und Pflanzenarten bilden eine Symbiose, wie Blühpflanzen und Bienen, um in der Wildnis überleben zu können. Selbst die Ameisen nutzen diese Strategie gemeinsam mit den Blattläusen.
Zwei besondere Gemeinsamkeiten zwischen Ameisen und Bienen
Neben der sozialen Staatenbildung und Aufgabenverteilung nisten Ameisen und fast 75 % der Wildbienen unterirdisch und lockern somit den Boden auf. An besonders trockenen Stellen im Wald und auf Wiesen, wo zum Beispiel nicht viel Wasser eintrifft, entsteht frische Humuserde.
Ameisen transportieren Pflanzensamen auf dem Boden und Bienen liefern Pollen durch die Luft. Auf diese Weise unterstützen diese Insekten die vielseitige Artenvielfalt der Pflanzen. Das bedeutet: Bienen und Ameisen sind beide essenziell für das Ökosystem.

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