Schwarmkontrolle bei Bienen

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Schwarmkontrolle bei Bienen 

Eines der kompliziertesten und schwierigsten Aufgaben eines Imkers ist die Völkerführung während der Schwarmzeit. Das Ziel dabei sollte es sein, dass unkontrollierte Schwärmen der Bienen zu verhindern, ohne das die Leistungsfähigkeit nachlässt. Hier erfahrt Ihr, wie das Schwärmen erkannt und wie ein unkontrolliertes Schwärmen verhindert werden kann.

Erkennen Sie das Schwärmen frühzeitig

In der Honigverodnung von 2004 heißt es:

Das Schwärmen eines Bienenvolkes ist ganz natürlich. Als Imker jedoch sollte das unkontrollierte Schwärmen unter allen Umständen vermieden werden. Die Auswirkungen können zum Teil verheerend sein. Der Imker verliert Bienen, Honig und die nächste Honigernte wird deutlich geringer ausfallen. Für die ausschwärmenden Bienen kann dies auch zum Teil tödlich enden, da es häufig nicht genug und ungeeignete Nisthöhlen gibt.

Doch warum schwärmen die Bienen überhaupt? Dafür gibt es zwei logische Gründe:

1. Platzmangel für die Entwicklung oder
2. Das Volk ist zu groß für die Königin

Aufgrund der negativen Auswirkungen des Schwärmens ist es wichtig, dies frühzeitig zu erkennen. Hier gibt es vier eindeutige Anzeichen, dass ein Bienenschwarm bevorsteht.

1. Das Flugbild: Die Sammelbienen haben kurz vor der Schwarmstimmung einen niedrigeren Antrieb zu fliegen. Sie sind beim Start des Fluges eher zurückhaltend und fliegen oft im Zickzack.

2. Der Baurahmen: Die Waben innerhalb des Baurahmens sehen im Normalfall aus wie eine Zunge. Während der Schwarmzeit bilden sich anstatt einer großen Zunge mehrere kleine.

3. Das Flugloch: Ein Anzeichen für die Schwarmstimmung ist eine gewisse Lustlosigkeit der Bienen. Normalerweise kontrollieren sie das Flugloch und putzen es.

4. Die Pollen: Kurz bevor die Bienen mit dem Schwärmen beginnen, bedecken sie die Pollen mit Honig. Sollten alle Zellen der Pollenwaben betroffen sein, besteht die Möglichkeit, dass die Bienen schon ausgeschwärmt sind.

 

Wann schwärmen Bienen?
Die Schwarmzeit liegt je nach Wetter und Region meist zwischen Ende April und Juli, mit dem Höhepunkt im Mai und Juni. Bevorzugt schwärmen die Bienen an warmen, windstillen Tagen zwischen etwa 10 und 16 Uhr. Beim Schwärmen verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den Stock, im Volk bleiben Brut und junge Königinnen zurück.

Ablauf einer Völkervermehrung: Unkontrolliertes Schwärmen vermeiden

Ende April oder Anfang Mai beginnt die Völkervermehrung bei den Bienen. Für Imker haben Jungvölker eine besonders hohe Bedeutung. Sie sollen den aktuellen Völkerbestand verjüngen und gleichzeitig die Völkeranzahl erhöhen.

1. Schritt: Schröpfen der Bienenvölker
Das Schröpfen eines Wirtschaftsvolkes soll das Schwärmen eines sehr starken Volkes verhindern. Dieser Schritt wird vollzogen, bevor das Bienenvolk eine zu hohe Dichte erreicht hat. Hierbei wird durch die Entnahme von Bienen und der Brut ein Ableger gebildet.

2. Schritt: Nachschaffungszellen brechen
Ungefähr 9 Tage später erfolgt das Brechen der Nachschaffungszellen. Dabei wird das Pflegevolk um eine Zarge nach unten erweitert und mit Larven besetzte Zuchtrahmen werden eingehängt.

3. Schritt: Königinnenzellen verschulen
Nach weiteren 10 Tagen werden die Königinnenzellen mit drei bis 5 Begleitbienen verschult.

4. Schritt: Begattungsvölker bilden
Der letzte Schritt ist das Bilden von Begattungsvölkern. Nachdem die Königinnen und die Arbeiterinnenbrut des Pflegevolks geschlüpft sind, werden sie in Begattungsvölker aufgeteilt. Diese bestehen aus einer Jungkönigin, 1000 Bienen und einer Futterwabe.

 

Ein weiterer Hinweis: Weiselzellen
Neben diesen Anzeichen ist das Vorhandensein von Weiselzellen, auch Schwarmzellen genannt, ein besonders verlässlicher Hinweis. Das sind große, nach unten hängende Zellen am Rand der Waben, in denen neue Königinnen heranwachsen. Werden sie entdeckt, ist das Volk meist schon in Schwarmstimmung. Deshalb sollten während der Schwarmzeit etwa einmal pro Woche alle Völker auf Weiselzellen kontrolliert werden.

 

 

 

Weitere Maßnahmen zur Schwarmvorbeugung

  • Genug Platz schaffen: Rechtzeitig weitere Zargen aufsetzen oder Mittelwände einhängen, damit das Volk nicht zu eng wird.
  • Baurahmen nutzen: Ein Baurahmen gibt den Bienen die Möglichkeit, neue Waben zu bauen, und beschäftigt sie sinnvoll.
  • Junge Königinnen: Völker mit einer jungen Königin schwärmen seltener als Völker mit älteren Königinnen.
  • Regelmäßige Kontrolle: Wöchentliche Durchsicht in der Schwarmzeit, damit Schwarmstimmung früh erkannt wird.

Häufig gestellte Fragen: Schwarmkontrolle

Warum schwärmen Bienen überhaupt?

Bienen schwärmen aus zwei Hauptgründen: Entweder herrscht Platzmangel im Stock oder das Volk ist zu groß für die Königin, sodass eine Teilung notwendig wird.

Warum sollte ein Imker das Schwärmen verhindern?

Unkontrolliertes Schwärmen führt zu einem Verlust von Bienen, reduziert die Honigernte und gefährdet die überlebenden Bienen, da geeignete Nistplätze oft fehlen.

Woran erkenne ich, dass ein Schwärmen bevorsteht?

Anzeichen sind ein zurückhaltendes, zickzackförmiges Flugbild, veränderte Baurahmenstrukturen, Lustlosigkeit am Flugloch und mit Honig bedeckte Pollenwaben.

Was bedeutet „Schröpfen“ eines Bienenvolkes?

Beim Schröpfen werden gezielt Bienen und Brut entnommen, um die Volkstärke zu reduzieren und damit das Schwärmen zu verhindern.

Warum ist die Bildung von Jungvölkern wichtig?

Jungvölker verjüngen den Völkerbestand eines Imkers und erhöhen die Anzahl der Bienenvölker für eine nachhaltige und starke Imkerei.

Wie werden Begattungsvölker gebildet?

Begattungsvölker bestehen aus einer jungen Königin, etwa 1000 Bienen und einer Futterwabe. Sie entstehen nach dem Schlüpfen der Jungköniginnen und der Arbeiterinnenbrut.

Biene sammelt Pollen und Nektar.

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